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Teneriffa-Strand: Miserable Wasserwerte – doch Stadt verschläft Sperrung


Die Playa Jardín in Puerto de la Cruz muss wegen schlechter Wasser-Werte geschlossen werden. Die Stadt wusste davon - und unternahm fast zwei Wochen nichts.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 3 Minuten

Fäkal-Bakterien am Strand haben das Rathaus von Puerto de la Cruz dazu veranlasst, den beliebtesten Strand der Stadt zu schließen. “Schnellstmöglich” sei das geschehen. Jetzt wurde klar, dass dies alles andere als “zügig” bedeutete. Denn die beliebte Playa soll noch knapp zwei Wochen nach bekanntwerden des Problems geöffnet gewesen sein.

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Die Playa Jardín ist der beliebteste Strand der Region am Fuße des Orotava-Tals. Am 3. Juli wurde sie gesperrt. Aufgrund einer Verunreinigung durch Abwasser. Hohe Werte von Escherichia coli Bakterien, auch bekannt als Fäkal-Bakterien, waren in einer Wasseranalyse nachgewiesen worden.

Die Entscheidung zur Sperrung erfolgte jedoch nicht umgehend, sondern erst nach einem bürokratischen Prozess. Und der dauerte immerhin 13 Tage. Denn schon am 21. Juni erhielt das Konsistorium erste Informationen über die schlechte Wasserqualität. Eine Chronologie der Pannen:

Teneriffa-Strand trotz Abwasser-Problem noch zwei Wochen offen

Die Stadtverwaltung teilte mit, dass die Ergebnisse der Wasseranalyse der Gesundheitsbehörde am Freitag, den 21. Juni, um 14 Uhr eingetroffen waren. Aufgrund des Wochenendes verzögerte sich die Bestätigung des Eingangs bis zum darauffolgenden Dienstag jedoch.

Erst dann soll der Bericht vom zuständigen Beamten entdeckt worden sein. Eine Klärung der Situation mit der Gesundheitsbehörde verzögerte sich jedoch erneut, da die diese nun zwei Tage lang nicht reagiert habe.

Am 28. Juni forderte der Stadtrat von Puerto de la Cruz eine Dringlichkeitssitzung ein. Diese wurde am 2. Juli durchgeführt. Der Generaldirektor des Gesundheitswesens, José Juan Alemán, konnte vorher nicht teilnehmen.

Und so erhielt der Stadtrat erst am 3. Juli um 11.20 Uhr das Schreiben, das zur Schließung der Playa Jardín am gleichen Nachmittag führte. Die Öffentlichkeit wurde somit erst am 4. Juli offiziell über die Schließung informiert.

Teneriffa: Darum dauerte die Strand-Sperrung so lang

Neben dem normalen Badebetrieb gab es in der Region im entscheidenden Zeitraum verschiedene Termine. So fand am 23. Juni beispielsweise die Noche de San Juan statt. Auch das Reggaeton Beach Festival am 29. und 30. Juni stand nahe der Playa Jardín in Puerto de la Cruz auf dem Programm.

Die Hafenverwaltung versicherte, dass sie eng mit der öffentlichen Gesundheitsbehörde zusammengearbeitet habe. Sie kündigte nun jedoch eine Klärung an, warum so lange Zeit bis zur Entscheidung für eine Strand-Sperrung verstreichen konnte.

Puerto de la Cruz: Abwasser-Rohr vor Playa Jardín schon lang defekt

Als wahrscheinlichste Ursache für die schlechte Wasserqualität gilt der Bruch eines Abwasser-Rohres nahe der Küste. Das zuständige Konsistorium sei darüber bereits vor mehr als einem Jahr informiert worden. Seit April 2023 wird auf eine Baugenehmigung zur Durchführung von Sanierungsarbeiten seitens der Küstenbehörde der Kanarischen Regierung gewartet.

Ein in Puerto de la Cruz ansässiger Taucher veröffentlichte unterdessen ein Video, das die Einleitung von Abwasser ins Meer zeigt:

 

Demnach solle die Problematik bereits seit zwei Jahren bestehen. Der Clip zeigt, dass der Abfluss nur an einer Stelle, etwa 700 Meter von der Küste entfernt, gebrochen ist. Der Rest der Leitung befindet sich demnach in gutem Zustand.

Auf den Kanarischen Inseln gibt es immer wieder Probleme mit ungeklärtem Abwasser. Eine Übersicht der Abwasser-Fälle finden Sie hier bei uns.


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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