Spanien gehört zu den EU-Ländern mit der größten Unzufriedenheit im Job. Nur Frankreich kommt auf höhere Werte. In Spanien liegt das vor allem an zwei Dingen: der Arbeitszeit und dem Gehalt.
37 Prozent aller Arbeitnehmenden geben an, mit ihrer Vergütung unzufrieden zu sein. 22 Prozent sagen, Arbeitszeit und Sozial- sowie Familienleben nicht vereinbaren zu können.
Die Löhne in Spanien sind laut Studie weit von der Kaufkraft entfernt, die sie vor der Wirtschaftskrise erzeugten. In den Jahren 2007 bis 2023 stieg das Durchschnittsgehalt um 2,3 Prozent. Zugleich sank die Wochenarbeitszeit von 42 auf etwas mehr als 40 Stunden. All das hat großen Einfluss auf die Zufriedenheit – und auf den Kanaren ist die Situation besonders ausgeprägt:
Kanaren mit Löhnen unzufriedener als mit Arbeitszeit
Auf den Kanarischen Inseln gibt es mit die geringsten Löhne Spaniens. Zudem ist die Zahl der Zeitarbeiter immens. Im Tourismus und im Einzelhandel ist das Verhältnis von Zeitarbeit und unbezahlten Überstunden höher als in allen anderen Branchen des Archipels.
Neben diesem Dilemma steigen die Mieten und weitere Wohnkosten rasant. Lohnerhöhungen kompensieren diesen Zuwachs bei den Ausgaben nur in seltenen Fällen.
„Kanaren bekommen Hungerlöhne“
Die Gewerkschaft UGT Canarias kritisiert die Umfrage nach Arbeitszeit und Lohn. Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden Francisco González sei die Formulierung trügerisch, denn „sie zwingt die Arbeitnehmer, sich zwischen zwei Grundrechten zu entscheiden – so als wären beide unvereinbar“.
Der Gewerkschafter sagt: „Auf den Kanaren erhalten die Menschen Hungerlöhne und in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sind wir noch schlechter dran. Es geht nicht um Wahlmöglichkeiten, sondern darum, angemessene Löhne und Lebenszeit zu garantieren.“
Kanaren „arbeiten, um am Monatsende Schulden zu haben“
Insbesondere junge Menschen wollen nicht den ganzen Monat arbeiten, „um am Monatsende Schulden zu haben“, sagt González. Für die Gewerkschaft müsse sichergestellt sein, das Arbeit, Arbeitszeit und Lohn in Einklang gebracht werden.
Die Punkte stünden nie im Widerspruch zueinander. „Das Logischste ist, für alles gleichzeitig zu kämpfen. Wenn die Punkte gegeneinander ausgespielt werden, verlieren alle“, lautet der Appell an die Arbeitgeberverbände.
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