Ein dumpfer Schlag, dann ein Blutfleck an der Wasseroberfläche: Auf den Kanarischen Inseln ist es erneut zu einer Kollision zwischen einer Schnellfähre und einem Pottwal gekommen.
Die Fähre war zwischen Teneriffa und Gran Canaria unterwegs. An Bord befand sich zufällig der Biologe Amanhuy Duque Hernández. Er habe unterwegs Vögel beobachtet. Dann fotografierte er einen Pottwal, der etwa 200 Meter von der Fähre entfernt geschwommen sei. Plötzlich habe Hernández einen dumpfen Schlag gespürt.
Als er sich umdrehte, um zu schauen was den Schlag ausgelöst hatte, habe er einen dunklen Fleck auf dem Wasser entdeckt. Für den Biologen stand fest: Es muss sich um Blut handeln. Die Fähre muss mit einem Wal kollidiert sein.
Fähre kollidiert zwischen Teneriffa und Gran Canaria mit Wal
Dann sah Hernández einen ausgewachsenen Pottwal, der an der Wasseroberfläche mit der Flosse um sich schlug. Für den Biologen ein Indiz dafür, dass der Wal starke Schmerzen habe. Er teilte daraufhin den Standort mit, damit sich Veterinäre auf den Weg zur Unfallstelle machen konnten.
Die Kanarischen Inseln gelten als Hotspot für Wale verschiedener Gattungen. Die Gegebenheiten sind für viele von ihnen so gut, dass einige Arten ganzjährig in den Gewässern der Kanarischen Inseln leben. Andere passieren die Gewässer zumindest regelmäßig.
Whale Watching Expeditionen starten insbesondere von Teneriffa aus auf die See zwischen den Inseln. Sehr oft haben die Schiffe Erfolg. Schließlich leben zahlreiche Meeressäuger in den Gewässern. Und für die wird es zunehmend gefährlicher. Denn zugleich hat der Fährverkehr zwischen den Kanarischen Inseln zugenommen.
Kanarische Inseln: Immer mehr Kollisionen zwischen Walen und Schiffen
Die Schiffe erreichen dabei immer höhere Geschwindigkeiten. Die Fähren sind mitunter schneller als die Reisegeschwindigkeit der Wale. Und so wurden allein in den vergangenen zwei Jahrzehnten 80 Kollisionen zwischen Fähren und Walen registriert.
Verantwortlich dafür sind in erster Linie die Schiffe. Doch für Biologe Hernández ist auch die Politik Schuld an der Entwicklung. Denn die „reguliert die Geschwindigkeit der Schiffe weiterhin nicht. Die Wale haben keine Zeit zu reagieren und die Kollision zu vermeiden.“
Jeder zweite Wal, der auf den Kanaren strandet, ist ein Pottwal
Wie dringend das nötig wäre, sieht die Regierung der Kanarischen Inseln Schwarz auf weiß. Denn sie veröffentlichte selbst Zahlen, laut denen mehr als jeder zweite gestrandete Wal ein Pottwal sei.
Das Institut für Tiergesundheit der Universität Las Palmas untersuchte die Tiere genauer und veröffentlichte eine Studie, die die Zahlen ins Verhältnis setzt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass vier von fünf Walen, die mit einem Schiff kollidierten, zum Zeitpunkt des Unfalls noch lebten. Sehr wahrscheinlich war also das Schiff für den Tod des Tieres verantwortlich.
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Kanaren: Schnellfähre kollidiert mit Pottwal – schon wieder
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