Nach Flugzeug-Absturz: Boeing-Jets müssen am Boden bleiben


Nach dem zweiten Absturz binnen weniger Monate hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) zwei Typen der Boeing 737 Max die Flugberechtigung vorläufig entzogen. Da das Modell insbesondere auf der Mittelstrecke ein gern eingesetztes Flugzeug ist, betrifft dies auch Verbindungen auf die Kanarischen Inseln.

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Nachdem 2010 der Boeing-Konkurrent Airbus einen neuen A320, den A320neo vorgestellt und sofort zahlreiche Bestelllungen eingeheimst hatte, ging Boeing aufs Ganze und konzipierte mit dem 737 Max eine Antwort. Weniger Spritverbrauch und modernere Technik überzeugte die Kunden. Doch der Hype um das Modell erfuhr zuletzt einen herben Dämpfer.

Der Absturz von Ethiopian-Airlines-Flug ET302 während der Startphase vor wenigen Tagen war der zweite ähnliche Fall in weniger als sechs Monaten. 157 Menschen starben bei der jüngsten Tragödie. Wenig später kam auch Kritik von Piloten an dem Modell auf.

Die Folge der aktuellen Entwicklung ist, dass die EASA Maschinen des Typs Boeing 737-8 Max und 737-9 Max zunächst den Weiterflug untersagte. Schon wenig später zogen auch Kanada und die USA nach.

Kanaren: Sechs Boeing 737 Max auf Teneriffa und Gran Canaria gestrandet

Der kanarische Flughafenbetreiber Aena gab an, dass auf Gran Canaria derzeit fünf Maschinen des betroffenen Typs stehen würden. Dies betreffe drei Flugzeuge von Norwegian Air sowie von Tui und eins von Travel Service. Auf dem Flughafen Teneriffa-Süd bleibt zudem eine Maschine von Thomson bis auf Weiteres stehen.

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Experten rechnen unterdessen damit, dass bis zur Aufklärung der Unfallursachen noch Monate vergehen könnten. Ob die Maschinen also überhaupt aufgrund eines Defekts abgestürzt waren, oder es sich nur um einen Zufall handelte, bleibt vorerst unklar.

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Für Boeing ist die aktuelle Situation dennoch ein massiver Imageschaden. Sollte tatsächlich ein Softwarefehler oder ein anderer Defekt für die Situation verantwortlich sein, könnte es auch passieren, dass Fluggesellschaften die durch lange Standzeiten entstehenden Kosten auf den Flugzeugbauer abzuwälzen versuchen.

Passagiere werden umgebucht und sollten Abflugzeiten prüfen

Für die nun auf den Kanaren und zahlreichen weiteren Flughäfen stehenden Maschinen würden Ersatzflugzeuge eingesetzt, hieß es. Wo dies nicht möglich sei, würden betroffene Passagiere umgebucht. Reisende auf Kurz- und Mittelstreckenflügen sollten derzeit verstärkt auf Informationen zu ihren Flugverbindungen achten.

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