Waldbrand auf Teneriffa: 200 Hektar Land stehen in Flammen


Der Norden Teneriffas brennt. Der Waldbrand ist bei Los Realejos ausgebrochen. Die Flammen bewegen sich von dort in Richtung Westen. Etwa 100 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Teneriffas Insel-Präsident spricht von möglicher Brandstiftung. Fotos und Videos finden Sie am Ende des Beitrags.

Lesedauer: 3 Min.

Rund 200 Hektar Wald brennen auf Teneriffa. Das Feuer war am Donnerstag bei Los Realejos ausgebrochen. Von dort aus breitete es sich schnell aus. Die Flammen entstanden in einer Senke mit Fallwinden, von denen sie weiter angefacht wurden. Mehrere Hubschrauber kreisen über dem Gebiet und bekämpfen das Feuer aus der Luft.

„Die nächsten Stunden werden entscheidend sein, sagte der Präsident der Kanarischen Inseln, Ángel Víctor Torres. Er hatte sich direkt eingeschaltet. Denn Waldbrände in der aktuellen Hitze- und Trockenperiode waren das Szenario, vor dem sich die regionale Politik am meisten gefürchtet hatte.


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Die zweite Hitzewelle des Sommers schwappt derzeit über die Kanaren. Trockenheit hatte dafür gesorgt, dass unter anderem Walbrand-Warnungen ausgerufen worden waren. Auf Teneriffa ist das Szenario, vor dem sich alle sorgten, nun eingetreten.

Der Waldbrand war in Los Campeches im Gemeindegebiet von Los Realejos im Norden Teneriffas ausgebrochen. Die Gemeinde grenzt direkt an die Metropole Puerto de la Cruz. Schnell mussten 30 Einwohner in Sicherheit gebracht werden. Von dort aus arbeiteten sich die Flammen aufgrund des Windes und der sehr trockenen Vegetation schnell aus.

Am Freitag hatten die Flammen schließlich San Juan de la Rambla erreicht. Es wird erwartet, dass es in Kürze auch La Guancha tangieren wird. Montserrat Román, Leiterin des Zivilschutz- und Notfalldienstes der Regierung der Kanarischen Inseln, sagte, das Feuer würde sich „schnell nach Westen bewegen“. Dort gebe es „viele Schluchten und verlassene Farmen“, die „die Flammen weiter nähren“.

Waldbrand auf Teneriffa: Regierung der Kanarischen Inseln übernimmt Koordination

Die Inselverwaltung von Teneriffa beantragte noch am Tag des Ausbruchs, dass der Waldbrand auf Stufe 2 angehoben wird. Damit geht dann die Verantwortung für die Löscharbeiten auf die Regierung der Kanarischen Inseln über. Diese wiederum verfügt über weitere Mittel zur Bekämpfung des Waldbrandes auf Teneriffa.

Und tatsächlich sind inzwischen rund 250 Mitarbeitende der Forstbrigaden von Teneriffa, La Palma und La Gomera gemeinsam im Einsatz. Hinzu kommen Experten der UME sowie die Unterstützung aus der Luft. Mit zusammen zehn Hubschraubern beziehungsweise Löschflugzeugen werden die Flammen in dem schwierig zu erreichenden Gebiet somit vom Boden und aus der Luft bekämpft. Inzwischen ist auch Hilfe aus Gran Canaria eingetroffen.

Drohnen beobachten den Waldbrand auf Teneriffa aus der Luft

Zudem setzen die Brandbekämpfer sogar Drohnen ein, um die Bodentrupps zu koordinieren. Durch die kleinen Fluggeräte können neue Glutnester und Brandherde erkannt und die Feuerwehr somit gezielter eingesetzt werden.

Kanaren-Präsident Torres sagte, das Feuer sei „nicht unter Kontrolle“, da „die Temperatur hoch und die Luftfeuchtigkeit niedrig“ sei. Immerhin habe der Wind abgeflacht, so dass die Flammen nicht noch zusätzlich angefacht würden, wie das am Donnerstag der Fall war.

Da die Temperaturen am Sonntag weiter steigen sollen, hofft Torres, dass der Waldbrand auf Teneriffa bis dahin unter Kontrolle sei. Dabei schwingt mit, dass sich die Verantwortlichen auf der Kanaren-Insel mindestens auf ein langes Feuer-Wochenende einstellen.

Waldbrand auf Teneriffa: Präsident rechnet mit Brandstiftung

Teneriffas Insel-Präsident Pedro Martín sagte unterdessen, dass „Effizienz über Protokolle und Bürokratie siegen wird“. Er meint damit nicht nur die Brandbekämpfung, sondern spielt auch auf die anschließenden Ermittlungen an.

„Wir wissen noch nicht, was der Auslöser des Feuers ist. Aber es würde uns nicht überraschen, wenn Absicht dahinter stecken sollte“, sagte Teneriffas Präsident. „Ich bitte um Zusammenarbeit, um zu verhindern, dass skrupellose Menschen in diesen Tagen weitere Probleme verursachen.“

Rund 100 Menschen in Sicherheit gebracht – mehrere Gebiete werden geräumt

In der Zwischenzeit ist der Campingplatz Fuente de Pedro geräumt worden. Hinzu kommen die Erholungsgebiete El Lagar und La Tahona sowie 18 Häuser von Anwohnern, die nur wenige Kilometer von der Feuer-Front entfernt stehen. Dort sind 28 Erwachsene und drei Minderjährige betroffen. In Summe sprechen die Verantwortlichen auf Teneriffa von etwa Hundert Menschen, die durch das Feuer in Sicherheit gebracht werden mussten.

Seit den frühen Morgenstunden konnten auch die Flugzeuge und Hubschrauber ihre Arbeit wieder aufnehmen. Nachts müssen diese aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben. Wie sich die Lange genau entwickelt, werden die kommenden Stunden zeigen.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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