Wandbrand auf Teneriffa: 2000 Hektar verbrannt – Feuer bedroht mehrere Städte


Das Feuer auf Teneriffa hat sich weiter ausgebreitet. Es hat inzwischen mehr als 2000 Hektar Land vernichtet und ist mehr als 20 Kilometer breit. Es sind bereits fünf Gemeinden betroffen. Teneriffa wartet auf die Ankunft eines zweiten Löschflugzeugs.

Lesedauer: 4 Min.

Der Waldbrand auf Teneriffa könnte bis nach La Orotava übergreifen. Es ist das Szenario, vor dem sich die Verantwortlichen bisher gefürchtet hatten. Lange Zeit sah es so aus, als würde kein weiteres bewohntes Gebiet betroffen werden. Noch immer muss es nicht so kommen. Ausschließen möchten die Verantwortlichen dieses Szenario jedoch nicht mehr. Inzwischen wurden sogar erste Anwohner in Sicherheit gebracht.

Verschiedene Änderungen des Windes haben das Feuer immer wieder neu ausgerichtet. Es ist die permanente Gefahr bei Waldbränden, dass sich die Flammen plötzlich in eine andere Richtung bewegen.


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Auf diese Weise hat das Feuer inzwischen rund 2200 Hektar Land mit einem Umfang von rund 20 Kilometern zerstört. Trotzdem sieht der Präsident der Kanarischen Inseln, Ángel Víctor Torres, auch positives: „Am Morgen waren 2000 Hektar verbrannt. Also hat sich das Voranschreiten des Feuers im Laufe des Tages verlangsamt. Das ist eine gute Nachricht“, sagte der Politiker bei seiner Bilanz am Abend.

Ebenfalls positiv sei der zwischenzeitliche Anstieg der Luftfeuchtigkeit bei gleichzeitigem Nachlassen des Windes gewesen. Die hohen Temperaturen seien jedoch weiterhin ein großes Problem, fuhr Torres fort.

Beim Vergleich mit dem großen Waldbrand von 2007 sei der Wind mit Geschwindigkeiten von rund 70 Kilometern pro Stunde stärker gewesen. Diesmal liegen die Geschwindigkeiten bei etwa 30 km/h. Das sei ein großer Vorteil, da der Wind bei Waldbränden ein wesentlicher Faktor ist.

Waldbrand auf Teneriffa: Feuerwehr schützt Privat-Häuser

Der Kanaren-Präsident sagte, dass in den Gemeinden Los Realejos und La Orotava rund 60 Häuser präventiv geräumt werden mussten. Die Betroffenen seien bei ihren Familien und bei Freunden untergekommen.

Die Leiterin des Zivilschutz-Dienstes, Montserrat Román, erklärte, dass zudem vorsorglich 585 Personen aufgrund der Ausbreitung des Feuers in Tigaiga in Sicherheit gebracht wurden. Grund seien die Südwinde, die das Feuer in Richtung des evakuierten Gebiets wehen könnten. Laut Román würden die Häuser der Betroffenen in Los Realejos, San Juan de la Rambla und La Guancha von den städtischen Feuerwehren nach Kräften geschützt.

Torres sagte, dass „wir auf der Hut sein müssen, da sich das Feuer ausgebreitet hat“. Besonders beunruhigt reagierten die Anwohner von La Orotava. Es ist aus dem betroffenen Gebiet die Gemeinde mit den meisten Einwohnern.

Wanderer trotz Waldbränden auf Teneriffa unterwegs

Besonders schockiert zeigte sich Torres darüber, dass mehrere Urlauber ausländischer Herkunft beim Wandern entdeckt worden waren. Der Politiker sagte in aller Deutlichkeit, dass die Straßensperren bewusst eingerichtet wurden, da „sich niemand in die Nähe der betroffenen Gebiete begeben darf“.

Der Sprecher der Forstbrigaden „Brifor“, Pedro Martínez, sagte, dass es zuletzt „harte Tage“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewesen seien. Insbesondere die sich drehen den Windböen hätten immer wieder dafür gesorgt, dass die Flammen die Feuerschneisen durchbrochen hätten.

Auf diese Weise konnte auch der Hang von Tigaiga betroffen werden. Dieser Bereich, sei „aufgrund seiner steilen Neigung und der weiteren Gegebenheiten für die Fußtruppen unzugänglich“. Mehrere Versuche, das Gebiet zu löschen, hätten zuletzt „keine Früchte getragen“.

Wandbrand auf Teneriffa erreicht Teide-Nationalpark bestenfalls doch nicht

Entsprechend groß sind die Hoffnungen, die in die Ankunft eines zweiten Löschflugzeugs gesteckt werden. Es soll im Laufe des Tages vom spanischen Festland aus in Richtung Teneriffa abheben.

Dort werden an der westlichen Flanke bei Icod de los Vinos weitere präventive Maßnahmen ergriffen, um das Feuer in großen Höhen wie dem Vergara-Kanal einzugrenzen.

Gute Nachrichten gibt es zudem vom Teide Nationalpark. Lange Zeit war befürchtet worden, dass der Waldbrand Teneriffas grüne Lunge erreichen könnte. Doch nach aktuellen Schätzungen verliert das Feuer auf dem Weg in Richtung Teide bestenfalls weiter an Kraft.

Teneriffa: Wetter setzt Löschflugzeugen zu

Auch das Wetter wird dabei weiter eine wichtige Rolle spielen. Kanaren-Präsident Torres sagte, dass die Meteorologen des spanischen Wetteramts Aemet am Vormittag mit Wolken und einer leichten Calima rechnen. Das stellt die Luftunterstützung vor Probleme.

Die übrigen Parameter passen jedoch mehr oder weniger zur aktuellen Strategie der „Verstärkung, Kontrolle und Überwachung“ des Feuers, sagte Torres. Am gesamten Wochenende gilt für Teneriffa und mehrere Kanarische Inseln eine Vorwarnstufe wegen Calima sowie eine Vorwarnstufe für Höchsttemperaturen, die im Durchschnitt 36 Grad Celsius erreichen können.

Die Waldbrandwarnung für alle Kanarischen Inseln wird daher weiterhin aufrechterhalten. Auf Teneriffa bleibt zudem der Zugang zu allen Waldgebieten der Insel verboten.

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Wandbrand auf Teneriffa: 2000 Hektar verbrannt – Feuer bedroht mehrere Städte

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Über den Autor
Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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