Gran Canaria News
by Teneriffa News – seit 2011
Gran Canaria News
by Teneriffa News – seit 2011

Häftling auf Gran Canaria bekommt keine Hilfe – und stirbt

Über längere Zeit hat ein Häftling auf Gran Canaria um Hilfe gebeten. Dann kam er wegen eines Herzstillstands ums Leben.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Ein Insasse des Kanaren-Gefängnisses „Las Palmas II“ auf Gran Canaria ist am Dienstag ums Leben gekommen. Der Häftling hatte mehrfach um Hilfe gebeten. Diese wurde ihm offenbar verwehrt.

Mehrere Zeugen berichten, dass der junge Mann wiederholt um ärztliche Hilfe gebeten hatte. Der Insasse habe von seltsamen Beschwerden berichtet, die er selbst nicht konkret eingrenzen konnte. Das wurde offenbar zunächst nicht ernst genug genommen.

Die Ursache für seine Schmerzen und Beschwerden konnte vor Ort nicht ausfindig gemacht werden. Eine Verlegung ins Krankenhaus fand dennoch zunächst nicht statt. Wenig später brach der junge Mann zusammen.

Häftling auf Gran Canaria bekommt zu lange keine Hilfe

Erst spät habe eine Verlegung stattgefunden. Der Häftling wurde ins Inselkrankenhaus von Gran Canaria gebracht. Bei der Ankunft hatte der junge Mann bereits einen Herzstillstand erlitten.

Die Ärzte des Universitätsklinikums von Gran Canaria versuchten noch, den jungen Mann ins Leben zurückzuholen. Alle Wiederbelebungsmaßnahmen blieben jedoch ohne Erfolg.

Die Justiz ordnete eine unabhängige Untersuchung des Falls an. Während zudem eine Obduktion beauftragt wurde, soll auch im Gefängnis von Las Palmas untersucht werden, warum nicht viel früher eine gründliche Untersuchung des jungen Mannes angeordnet wurde und warum der Häftling erst so spät ins Krankenhaus überführt wurde.

Kanaren-Knast oft überbelegt

Auf den Kanaren gibt es mehrere Gefängnisse. Teneriffa II verfügt über 771 Zellen. Dort sind oft mehr Insassen als Zellen gemeldet. In Las Palmas II gibt es bis zu 1008 Plätze. In Las Palmas I wird die Kapazität mit 606 Insassen angegeben, wobei dort nach Justizangaben oft mehr Insassen gemeldet sind. Es folgt Arrecife mit einer Kapazität von 236 Zellen.

In kanarischen Gefängnissen werden viele Zellen als Doppelzelle betreiben, auch wenn sie als Einzelzelle konzipiert wurden. Das führt zu der Überbelegung. Einer der Gründe ist die Insellage, die Überführungen erschwert.


Für Sie ausgewählt

Über den Autor

Häftling auf Gran Canaria bekommt keine Hilfe – und stirbt

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

Diskussion

Leserkommentare zu:

Häftling auf Gran Canaria bekommt keine Hilfe – und stirbt


Diese Funktion ist unseren Mitgliedern vorbehalten. Hier finden Sie unsere Angebote.