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Fluglotsen stellen das infrage: Sind Kanaren-Flüge noch sicher?


Der Luftraum über den Kanaren wird sukzessive privatisiert. Fluglotsen kritisieren das und stellen die Sicherheit der Passagiere infrage.

Lesedauer: 2 Minuten

Der Luftraum über den Kanarischen Inseln ist nicht mehr uneingeschränkt sicher. Das behaupten einige Fluglotsen. Sie kritisieren die Privatisierung der Kanaren-Tower. Und sie haben für diese herbe Kritik Dokumente gesammelt.

Seit Beginn der Privatisierung der Flugsicherung in den Flughafen-Towern hat der Berufsverband der spanischen Fluglotsen (Aprocta) Hinweise von Fachleuten des Sektors zusammengestellt. Sie sprechen von einer Verschlechterung der Sicherheit.

Auf den Kanarischen Inseln sind nur noch die Kontrolltürme an den beiden Flughäfen von Teneriffa und in dem auf Gran Canaria öffentlich. Die kanarischen Behörden kritisierten diese Privatisierung kürzlich ebenfalls.

Luftraum-Privatisierung auf den Kanaren: Fluglotsen-Verband sieht Sicherheitsmängel

Die Vorwürfe wiegen schwer. In einem Bericht wird von “Informationsdiebstahl und Fälschung von Sicherheitsvorfällen, suboptimalen Bedingungen für die Erbringung von Dienstleistungen, manipulierten Indikatoren und einem repressiven Arbeitsklima” gesprochen.

Das Dokument beschäftigt sich mit Unregelmäßigkeiten, die in den Sicherheitsmanagement-Systemen und mit den Bedingungen für die Erbringung von Flugverkehrsdiensten durch private Anbieter in Spanien festgestellt worden sein sollen. Erstellt wurde der Bericht von der Vereinigung Aprocta.


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Der Berufsverband der spanischen Fluglotsen hat sich nach eigener Aussage zum Ziel gesetzt, “die Qualität der Ausbildung von Fluglotsen sicherzustellen sowie die Sicherheitsstandards im Transport- und Flugsicherungsbereich aufrechtzuerhalten und zu verbessern, die Mobilität zu erleichtern und die Sicherheit der mehr als 200 Millionen Passagiere zu gewährleisten, die jedes Jahr den spanischen Luftraum nutzen”.

Verband der Fluglotsen sieht “sehr besorgniserregende Praktiken”

Der Verband wirft den Betreibern der privaten Luftsicherung vor, “unerwünschte und sehr besorgniserregenden Praktiken” anzuwenden. Dies habe “Auswirkungen auf die Betriebssicherheit”. Gestützt würde das von “Berichten mehrerer Fluglotsen”. Dabei handle es sich um aktive und ehemalige Mitarbeitende der privaten Flugsicherheits-Unternehmen.

Die Fluglotsen hätten detaillierte Vorfälle übermittelt, die Aprocta zu dem Schluss kommen ließen, dass die Arbeitsbedingungen “alles andere als optimal” seien. Der Verband behauptet, dass demnach “Vorschriften zur Betriebs- und Arbeitssicherheit hinsichtlich Ruhe, Ermüdung und anderen Aspekten” nicht eingehalten würden.

In Spanien und auf den Kanaren: Fluglotsen reichen 252 Beschwerden ein

Aprocta spricht von 252 Unregelmäßigkeiten. Aus diesen sei der Bericht erstellt worden. Die Summe sei laut Verband im negativen Sinne “sehr bemerkenswert”. Man schätze, “dass 17 Prozent aller Fluglotsen, die irgendwann in diesen Unternehmen beschäftigt waren, eine Beschwerde verschickt haben”, heißt es in dem Dokument.

Aprocta räumte allerdings ein, dass es keine Möglichkeit gebe, die Richtigkeit dieser Beschwerden zu überprüfen. Sie seien von den früheren oder aktiven Mitarbeitenden an den Verband übermittelt worden. Kritisch anzumerken ist, dass aus dem mit teils schweren Vorwürfen gespikten Dokument nicht hervor geht, ob es einen Dialog mit den Unternehmen gegeben hat.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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