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Kanaren: Diese Ärzte-Fehler kosten allein 2025 schon 1,3 Millionen Euro

Das Gesundheitssystem der Kanaren hat bereits 1,3 Millionen Euro für medizinische Kunstfehler gezahlt. Das sind die Gründe.

Von Juan Martín – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Gesundheitssystem der Kanarischen Inseln hat allein im laufenden Jahr 2025 neun Prozesse wegen Kunstfehlern in der Vergangenheit verloren. Dafür mussten allein in den vergangenen acht Monaten knapp 1,3 Millionen Euro an Entschädigungen gezahlt werden. Wir erklären die Streitfälle.

Alle Fälle wurden vom Obersten Gerichtshof der Kanaren, dem TSJC, anerkannt. Aufgekommen ist das Thema, nachdem einem Mädchen von Teneriffa beide Füße amputiert werden mussten. Das Kind hatte trotz hohen Fiebers kein Antibiotikum erhalten. Andernfalls hätten die Gliedmaßen wohl gerettet werden können.

Der Servicio Canario de la Salud (SCS) wurde zu einer Zahlung von 273.000 Euro als Entschädigung und zur Übernahme zukünftiger Prothesenanpassungen verurteilt. Dieser ist zwar besonders tragisch, jedoch längst kein Einzelfall:

Kunstfehler kosten die Kanaren Millionen

Im Januar gestand das Oberste Gericht einem Einwohner von Lanzarote 65.000 Euro Schmerzensgeld vom SCS und eine Absicherung für später zu. Der Grund war eine Arbeitsverletzung im Juni 2018. Erst nach 14 Tagen wurde ein Bruch der Hüfte erkannt.

Nachdem der Fehler entdeckt wurde, sollte der Mann operiert werden. Auf Lanzarote waren jedoch keine OP-Kapazitäten verfügbar. Ein geplanter Eingriff auf Gran Canaria fand aus unbekannten Gründen ebenfalls nicht statt.

Entschädigungen für Arzt-Fehler auf den Kanaren

Eine Frau erhielt 352.479 Euro Entschädigung, nachdem ihre Zwillinge aufgrund von Behandlungsfehlern während einer Risikoschwangerschaft noch vor der Geburt starben. Die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen wurden nicht eingehalten, was zu einer Infektion und dem Tod der ungeborenen Kinder führte.

Ein weiterer Fall betrifft einen Mann, der eine Entschädigung für den Verlust eines Hodens erhielt. In seinem Fall erfolgte die Diagnose, die zur richtigen Behandlung geführt hätte, zu spät. Die genaue Summe wurde nicht veröffentlicht.

Auf Fuerteventura wurden einer Frau 200.000 Euro zugesprochen, nachdem sie im März 2020 keine Kraft mehr in der linken Körperhälfte hatte und sich ins Krankenhaus begab. Ein falsches neurologisches Gutachten führte zu einer fehlerhaften Entlassung. Erst am nächsten Tag wurde ein Schlaganfall diagnostiziert und die Frau sofort nach Gran Canaria verlegt.

Weitere medizinische Fehler auf den Kanaren

Einem Patienten wurden 6000 Euro zugesprochen, nachdem er vor einer urologischen Operation nicht ausreichend informiert wurde. Der ursprüngliche Vorschlag des Konsultativrats von 12.000 Euro wurde vom Gericht halbiert.

Ein Mann aus dem Süden Gran Canarias, der aufgrund einer terminalen Krankheit permanente Begleitung benötigte, wurde allein aus dem Krankenhaus entlassen. Er ist seither vermisst. Seine Familie erhielt 60.000 Euro Entschädigung.

Eine Frau, ebenfalls auf Gran Canaria, erhielt 130.000 Euro Schmerzensgeld für mangelhafte medizinische Versorgung. Der SCS hatte 122.000 Euro akzeptiert, doch der TSJC lehnte die Berufung der Regierung ab.

Weitere medizinische Kunstfehler auf den Kanaren

Zwei Kinder einer 86-jährigen Frau aus Gran Canaria erhielten 60.000 Euro, da ihre Mutter trotz Sturzgefahr nicht ausreichend gesichert wurde. Sie fiel im Oktober 2017 aus dem Bett und starb zwei Tage später.

Der Ehemann einer Frau, die im März 2021 nach einem Sturz in der Dusche starb, erhielt 145.200 Euro. In der Klinik wurde keine adäquate Untersuchung des Falls durchgeführt. Nach späteren Ermittlungen habe der Sturz zu ihrem Ableben geführt.


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Über den Autor

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Juan Martín

Juan Martín ist Journalist bei Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zu Hause und kennt sich dort bestens aus. Zum Autorenprofil von Juan Martín.

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