Teneriffa lockt die Formel 1


Es ist ein seit vielen Jahren geplanter Schritt: Teneriffa bemüht sich seit 1995 um ein Gastspiel der Königsklasse des Motorsports. Die Kanareninsel möchte mit einem festen Platz im Formel-1-Rennkalender für neue Schlagzeilen sorgen und die heimische Wirtschaft ankurbeln. Doch was bisher wie eine Träumerei der Insel-Oberen klang, könnte tatsächlich bald Wirklichkeit werden.

Der Flirt mit den Bossen des Motorsport-Weltverbandes (FIA) ist ein durchdachter Schachzug. Während die FIA einen neuen und nie dagewesenen Austragungsort präsentieren könnte, würde auch und besonders Teneriffa profitieren: Für die Vorbereitung und Instandhaltung der Strecke sowie die Gastronomie und den Tourismus würden neue Arbeitsplätze geschaffen. Ein Rennen auf der Kanareninsel könnte dem von Rekord-Arbeitslosigkeit gebeutelten Teneriffa damit einen Weg aus der Misere weisen.

Investoren beißen an

Um ein solches Mamut-Projekt schultern zu können, sollen inzwischen sogar Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Großbritannien und Deutschland angelockt worden sein. Das gab der Präsident der Verwaltungsbehörde der Kanarischen Inseln, Ricardo Melchior, unlängst auf einer Pressekonferenz bekannt.

Demnach stehe in Atogo (Gemeinde Granadilla de Abona) für das Projekt eine Fläche von rund 130 Hektar bereit. Und der Ort würde sich nicht nur wegen des großen, derzeit ungenutzten Grundstücks eignen. Auch eine gute Anbindung an die Autobahn wäre gegeben.

310 km/h Höchstgeschwindigkeit

Entstehen soll eine mehr als vier Kilometer lange, von der FIA zertifizierte Rennstrecke. Der Kurs soll fünf Rechts- und zehn Linkskurven bekommen. Auf einer mit mehr als 800 Metern angesetzten Geraden soll eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h erreicht werden.

2013 als geplantes Ziel?

„Wir verfügen über ideale Bedingungen, um dieses Projekt voranzutreiben, mit einem Klima, das es nirgendwo sonst in Europa gibt„, sagte Melchior. Während sich die Zuschauer tatsächlich auf herrliches Klima und Sonnengarantie freuen dürfen, würde ein Formel-1-Rennen in der kanarischen Mittagssonne für Fahrer und Boliden einen echten Härtetest bedeuten. Somit hat die Strecke nicht nur architektonisch einen Reiz, sondern würde zusätzlich die Materialbeständigkeit der Formel-1-Renner austesten und somit zusätzliche Spannung in den Rennkalender bringen.

Baubeginn schon 2013?

Das Projekt soll nun öffentlich ausgeschrieben werden, hieß es bei der Präsentation der Pläne. Die Arbeiten für die Formel-1-Strecke von Teneriffa könnten demnach bereits 2013 beginnen. Veranaschlagt wurden für das Projekt 31 Millionen Euro und eine Bauzeit von knapp zwei Jahren. Der Investor soll eine festgeschriebene Konzession für 40 Jahre erhalten.

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