Klimawandel: So rüstet sich Teneriffa gegen Dürre und Wasser-Notstand


Die Kanarischen Inseln kämpfen mit dem Klimawandel. Mehrere Inseln haben den Wassernotstand ausgerufen. Teneriffa gehört nicht dazu - und möchte den Notstand unbedingt vermeiden. Was die Regierung stattdessen plant.

Lesedauer: 3 Min.

Drei von acht Kanarischen Inseln haben den Wassernotstand ausgerufen. Teneriffa hingegen sieht keine Probleme. Dort werden bestehende Entsalzungsanlagen ausgebaut und eine neu errichtet. Mit diesen Maßnahmen sieht sich die Kanaren-Insel gewappnet.

Das Orotava-Tal ist ein Teil der „grünen Lunge“ Teneriffas. Die Region zeigt, dass die Kanaren-Insel über natürliche Wasser-Versorgungen verfügt. Im Süden dagegen erstrahlen in manchen Monaten ausschließlich die Golf-Plätze in sattem Grün.

Dennoch werden beide Teile der Insel mit Wasser versorgt. „Teneriffa verfügt über ausreichende Ressourcen, um den bestehenden Wasserbedarf zu decken“, sagt auch der der Beauftragte für nachhaltige Entwicklung und den Kampf gegen den Klimawandel des Cabildo de Tenerife, Javier Rodríguez Medina.

Doch der Experte sieht die Notwendigkeit der Vorsorge. Und so erklärt Rodríguez, dass sich die Insel zum Ziel gesetzt habe, die Meerwasserentsalzung zu stärken, um so Bedarfsspitzen abfedern zu können.

„Wassernotstand auf Teneriffa ist ausgeschlossen“

Trotz dieser Entscheidung sei ein „Wassernotstand“ auf Teneriffa ausgeschlossen, sagte Rodríguez mit Blick auf die Nachbarinseln La Gomera, El Hierro und Fuerteventura. Ein solcher Notstand würde laut Rodríguez insbesondere den Agrarsektor weiter unter Druck setzen. Doch auch wenn der Notstand nicht ausgerufen werde, müsse klar sein, dass es keine Wasserverschwendung geben dürfe.


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Aktuell wird Teneriffa zu 80 Prozent aus Grundwasser-Speichern versorgt. Sie stammen aus 1600 unterirdischen Höhlen sowie aus 400 Brunnen. Der kürzlich erlassene hydrologische Plan für Teneriffa 2021 bis 2027 wurde ausgerufen, um das Grundwassersystem zu entlasten. So soll der Bedarf an dieser Ressource auf 65 Prozent gesenkt werden.

Um diese niedrigere Grundwasser-Rate zu erreichen, muss allerdings der Verbrauch von aufbereitetem und entsalztem Wasser gesteigert werden. Laut dem Minister wurde dafür bereits die erste Kläranlage aufwendig saniert. Weitere Umbauten im Süden sollen folgen. Schon dieser Schritt führe dazu, dass die Grundwasser-Versorgung zurückgefahren werden könne.

Teneriffa setzt auf Entsalzungsanlagen

In einem weiteren Schritt sollen dann die Entsalzungsanlagen zum Zuge kommen. Dafür werden die baugleichen Anlagen in Fonsalía und in Granadilla de Abona so umgebaut, dass sie anstatt bisher eine Kapazität von 14.000 Kubikmetern Wasser, hinterher 21.000 Kubikmeter Wasser pro Tag erreichen.

Bei Güímar werden aktuell 1000 Kubikmeter Wasser pro Tag gewonnen. Diese Kapazität soll deutlich aufgestockt werden. Das Ziel dort lautet: 16.000 Kubikmeter Wasser pro Tag. Hinzu kommt der Bau einer ganz neuen Anlage bei La Laguna.

Zuwanderung: Demographischer Wandel wird Wasser-Versorgung auf Teneriffa nicht gefährden

Berücksichtigt ist bei den Plänen auch das aktuelle Einwohnerwachstum. Etwa 10.000 Menschen kommen auf Teneriffa jedes Jahr hinzu. „Alle Infrastrukturen, die wir gebaut haben und die in Planung sind, sind so dimensioniert, dass sie dem demographischen Wachstum standhalten“, sagt der Minister für nachhaltige Entwicklung und den Kampf gegen den Klimawandel weiter.

Rodríguez ergänzt, dass Wasser auf den Kanarischen Inseln dennoch „nicht teuer“ sei. Es ist „eine gut gepflegte Ressource“. Da es das schon immer war, ist „die Wassersensibilität der Kanaren extrem hoch. Es ist eine kulturelle Frage, die damit zusammenhängt unser Territorium zu verstehen, und wir waren schon immer eine Gesellschaft, die mit Wasser verbunden und damit verantwortungsbewusst umgegangen ist“, sagt Rodríguez weiter und schließt ein wenig pathetisch: „Das kanarische Ingenieurwesen war im vergangenen Jahrhundert weltweit führend in der Beleuchtung von Wasser – vergleichbar mit dem Staate Israel.“

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Über den Autor
Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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