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Chemieunfall in Naturschutz-Gebiet auf Gran Canaria


Umweltschützer prangern einen Chemie-Unfall auf Gran Canaria an. In einem benachbarten Chemiewerk habe es einen Zwischenfall gegeben. Nun sei ein Naturschutzgebiet verseucht. Das Krisenmanagement sei schlecht.

Von Juan Martín Lesedauer: 2 Minuten

20.000 Liter Natronlauge sollen auf Gran Canaria aus einem Chemiewerk ausgelaufen sein. Umweltschützer prangern an, dass in der Folge der Barranco Las Madres verseucht worden sei. Bilder zeigen einen dichten Schaumteppich in verschiedenen Bachläufen und Tümpeln der Schlucht.

Die stark alkalische Flüssigkeit sei bereits am 2. Mai ausgelaufen. Bei dem Zwischenfall sollen drei Mitarbeiter des Chemiewerks verletzt worden sein. Eine offizielle Mitteilung des verantwortlichen Unternehmens stehe laut der Umweltschutz-Gruppe weiter aus.

Nachdem der Zwischenfall auf verschiedenen Wegen öffentlich wurde, hätten sich mehrere Mitglieder der Naturschützer auf den Weg in die Schlucht begeben. Dort wurden Fotos erstellt, die die Auswirkungen zeigen sollen.

Man habe in der Umgebung Schaumteppiche vorgefunden, die dort atypisch seien, hieß es. Dazu veröffentliche die Gruppe Bilder in sozialen Netzwerken:

“Wir konnten keine weiteren Auswirkungen auf Flora und Fauna feststellen, doch wir wissen nicht, ob diese Auswirkungen bereits eingetreten sind oder sich in den kommenden Tagen entwickeln könnten. Daher sind wir der Meinung, dass die öffentlichen Einrichtungen in diesem Gebiet tätig werden sollten”, heißt es seitens der Gruppe.

Naturschützer klagen über “Untragbare” Krisen-Kommunikation auf Gran Canaria

Die Naturschützer schlagen die “Entnahme und Analyse von Wasserproben” ebenso vor, wie “das Einsammeln von Kadavern verendeter Tiere, falls vorhanden”, heißt es weiter. Zudem sei es wichtig, “als Präventivmaßnahme über die Situation zu informieren”.

Die Vereinigung Ben Magec prangerte zudem öffentlich das Versäumnis einer ausreichenden Unfall-Kommunikation an. Täglich seien “Hunderte von Spaziergängern, Wanderern und Touristen” in dem Naturschutzgebiet unterwegs. Auch “die Viehhalter und die Landwirte in der Gegend” hätten mit Schildern gewarnt werden müssen, heißt es. “Es ist, als ob nichts geschehen wäre, was wir für untragbar halten und was nicht den demokratischen Gepflogenheiten des 21. Jahrhunderts entspricht”.

Die Naturschützer teilten mit, dass sie die Umweltbehörde informiert und Beweise für die Verschmutzungen anhand von Fotos und Videos übergeben hätten. Nun warte man auf ein beherztes Eingreifen der Behörden.


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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