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Deutsche Discounter: Aldi und Lidl bringen Preiskampf auf die Kanaren


Die deutschen Discounter Aldi und Lidl starten einen Preiskampf auf den Kanarischen Inseln. Er betrifft auch alteingesessene Händler. Und die Produzenten.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 3 Minuten

Aldi eröffnet in wenigen Tagen die 13. Filiale auf den Kanarischen Inseln. Lidl ist bereits seit 2010 vor Ort und mit inzwischen 32 Märkten entsprechend weiter verbreitet. Die beiden Unternehmen sind in ihrer Heimat Deutschland ärgste Konkurrenten. Und nun ergibt sich auch auf den Kanaren ein Preiskampf.

Lidls Reaktion auf den Markteinstieg von Aldi ist eine dauerhafte Preissenkung bei 200 Produkten. Mit diesem Versprechen reagiert der laut Filialen größte Discounter der Welt auf den steigenden Marktanteil von Aldi.

Dass genau jetzt die Preise gesenkt werden, wirkt wenig zufällig. Denn auf den Kanaren ging der Lebensmittelkonsum laut Branchen-Experten zuletzt um bis zu drei Prozent zurück. Die Reaktion, mit Sonderangeboten zu locken, gilt daher als branchenüblicher Vorgang. Dass es allerdings dauerhafte Preissenkungen geben soll, bringt den Konkurrenzkampf auf ein neues Level. Denn er sorgt für Nervosität bei heimischen Supermärkten.

Kanaren: Preiskampf zwischen Aldi und Lidl verunsichert heimische Supermarkt-Ketten

Aldi und Lidl buhlen um Kunden, die bisher bei Mercadona, Spar, Hiperdino, Alcampo oder Carrefour eingekauft haben. Die größten Marktanteile gehen bislang an Hiperdino mit 30 und Mercadona mit 23 Prozent. Und beide sind auf Wachstum ausgerichtet, nicht auf einen gegenteiligen Kurs.

Die Menschen auf den Kanaren gelten als markentreu. Laut Branchenvertretern besucht ein Kanario durchschnittlich sieben Geschäfte, verrichtet drei Viertel seiner Einkäufe allerdings in dreien davon. Für mehr als die Hälfte aller Einkäufe wird ein einziger Markt angesteuert.

In Zeiten hoher Inflation und sparsamer Verbraucher, zieht es allerdings mehr Kunden weg von gewohnten Marken, hin in den günstigsten Supermarkt. Der Preiskampf zwischen den aus Deutschland stammenden Discountern Lild und Aldi sorgt auf dem Kanaren-Markt entsprechend für Unruhe.

Eigenmarken machen Kunden auf den Kanaren abhängiger

In der Heimat der Discounter führen viele Niedrigpreise über den Produzenten. Bei Rabatten wird die sinkende Marge zwischen Hersteller und Händler aufgeteilt. Und Discounter leben davon, die Hersteller schon zuvor durch großen Abnahme-Mengen beim Stückpreis deutlich nach unten gedrückt zu haben. Dauer-Rabattaktionen fühlen sich für viele Produzenten an, wie nochmals nachjustierte Daumenschrauben.

Der Weg in den Einkaufswagen der Kunden führt neben klassischen Rabatten auch immer stärker über Eigenmarken. Der durchschnittliche Warenkorb in Spanien besteht etwa zur Hälfte aus solchen Produkten, die es in dieser Form nur bei einem Anbieter gibt. Lidl wird dafür vor Mercadona am stärksten konsultiert – insbesondere bei Drogerie-Artikeln und Lebensmitteln.

Kanaren: Treuepunkte und Rabatte sorgen für Abhängigkeit

Auf den Kanarischen Inseln gehen die Menschen inzwischen seltener einkaufen. Führte der Weg früher zu verschiedenen Geschäften, steuern die Menschen inzwischen immer häufiger einen Anbieter für alles an. Insbesondere kleine Händler, wie beispielsweise für Obst uns Gemüse oder Bäcker, leiden darunter.

Als Grund gilt die deutliche Verteuerung der Waren des täglichen Bedarfs. Zudem sorgen Rabattaktionen und Treuepunkte für ein monolithisches Einkaufsverhalten. Beides führt zu einer Abnahme der Marken- und Anbietertreue und lässt die Konsumenten im Zweifel sogar über vorher höhere Qualitätsstandards hinwegsehen.

Insbesondere Aldi kommt dieser Wandel des Konsumverhaltens auf den Kanarischen Inseln zugute. Als neue Marke ist es in Zeiten sich verändernder Markentreue leichter, Neukunden auf den Kanaren zu generieren.


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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