Geht es um die Steigerung der Tourismus-Zahlen, haben die Kanarischen Inseln ihre Schatulle derzeit weit geöffnet. Ein neues Projekt soll nun dabei helfen, Trends im Kanaren-Tourismus früher zu erkennen und zu bedienen. Die Lösung aus Sicht von Politik und Tourismus-Verbänden: Künstliche Intelligenz (KI).
Konkret geht es darum, konkurrierende Märkte schneller und besser zu verstehen. Die KI soll dabei helfen, zu erkennen, worauf andere Regionen und Hotels setzen, die in etwa ähnliche Urlauber anziehen. Dann soll analysiert werden, was zu tun ist, um sich ebenfalls in diese Richtung zu entwickeln.
Ein solches System bietet Chance und Risiko zugleich. Denn wie immer gilt bei Trends: Niemand weiß, wie lange sie anhalten werden. Wenn die Kanaren unter Volldampf anderen Regionen hinterher eifern, heißt das zunächst einmal, dass sie hinterherlaufen und sich somit sehr zeitnah sich ähnlich entwickeln. Ob die Richtung überhaupt sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.
KI soll Kanaren-Tourismus verstehen und optimieren
Rund um die Vorstellung des Projekts „Smart Data Canarias“ auf Fuerteventura werden zunächst einmal zwei wichtige Stichworte bedient: „KI“ und „Daten“. Es ist das erste Datenintelligenzprojekt, das vom Tourismusministerium der Kanarischen Inseln in Zusammenarbeit mit den vier großen Tourismusverbänden bezahlt wird.
Neben der Erkennung von Trends in anderen Regionen – mit all ihren Risiken – geht es auch darum, die Wirtschaftlichkeit von Unterkünften zu analysieren. Und mögliche Veränderungen zu erarbeiten. Dennoch bleibt der Fokus auf dem Vergleich mit anderen Märkten.
Konkret sammelt die KI Daten zur Herkunft von Touristen und der durchschnittlichen Dauer ihres Besuchs. Auf diese Weise entsteht ein erster Referenzpunkt zum Abgleich mit den Daten anderer Regionen. Sie werden dann mit Angaben zur Nachhaltigkeit eines Reiseziels angereichert und mit der Rate von Wiederkehrern.
Kanaren setzen bei Tourismus-Entwicklung auf KI
Durch die Datensammlung und Vergleiche mit anderen Regionen entstehen Referenzpunkte, die ein genaueres Bild über die eigenen Urlauber und über tatsächliche direkte Konkurrenz zulassen.
In einem nächsten Schritt können diese konkurrierenden Regionen dann analysiert werden. Das Ziel: Entwicklung anderer Märkte vorhersehen, um sich selbst in diese Richtung entwickeln zu können.
Der wesentliche Unterscheid zu bisherigen Versuchen der Analyse besteht darin, dass nicht mehr mit den Daten gearbeitet wird, die von einzelnen Hotels oder Gruppen bereitgestellt werden, sondern mit Makrodaten direkt von der Region. Diese können dann mit den Buchungssystem anderer Märkte abgeglichen werden. So entsteht in Echtzeit eine Art Tourismusbarometer, erklärten die Macher auf Fuerteventura.
Was in der KI-Pilotphase auf den Kanaren passiert
In einem ersten Schritt sollen vier Hotels pro Verband teilnehmen. Anhand der Daten der 16 Einrichtungen soll in der Pilotphase entschieden werden, ob das Tool ausgerollt wird. Das Ziel: Einen Abgleich herstellen und verstehen, warum Menschen ein Hotel einem anderen bei vergleichbaren Leistungen vorziehen. Und ob es Muster bei Stornierungen gibt.
Die Markt-„Spionage“ bezieht sich dabei übrigens nicht auf die Urlauber selbst, deren Daten anonymisiert werden und somit als „sicher“ eingestuft wurden. Transparenz soll vielmehr zwischen Regionen und konkurrierenden Märken entstehen. Und bezogen auf Reiseveranstalter, die ihre Daten bestmöglich für sich behalten.
Ob die dafür gesammelten Daten und Referenzpunkte wirklich ausreichen, um verlässliche Prognosen und Änderungsvorschläge abzuleiten, bleibt vorerst abzuwarten. Da die Transparenz in beide Richtungen geht, ist ebenso völlig offen, ob die Analyse überhaupt zu einem Vorteil für die Kanarischen Inseln führt.
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Kanaren spionieren Tourismus via KI aus
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