Mit dem Einrad über den Teide

150.000 Pedaltritte und jede Menge Bewunderung liegen hinter Heimo Katzbauer. Der Österreicher ist ein lebenslustiger Mensch. Doch in puncto Ehrgeiz versteht er keinen Spaß: „Katzi“, wie ihn seine Freunde nennen, hat Teneriffa mit dem Einrad befahren. Und dabei nahm der Österreicher keineswegs die gut ausgebauten Touristenpfade entlang der Küste: Er überquerte die Insel über den Teide, Spaniens höchsten Berg – mit allen Widrigkeiten, die zu einer solchen Tour gehören.

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„Ich bin zwar schon 50, aber damit noch lange nicht zu alt für gewisse Ziele“, sagt Heimo Katzbauer, der die Entscheidung für das Projekt an genau diesem runden Geburtstag fasste. So selbstverständlich wie andere Menschen im Gespräch ein „ähm“ ausstoßen, entfährt „Katzi“ immer wieder das Wort „Ehrgeiz“. Trotzdem müsse der Spaß im Vordergrund stehen, relativiert der Vater einer 14-Jährigen Tochter. Er ist fokussiert und macht bei seinem Hobby trotz aller Freude keine Kompromisse.

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Die wären auch nicht angebracht. Eine solche Tour muss schließlich akribisch vorbereitet sein. Die gemeinsam mit „Teneriffa News“ durchgeführte Planung begann bereits im Winter. Als geeigneter Startpunkt wurde Puerto de la Cruz im Norden Teneriffas ausgemacht. Von dort aus ging es dann endlich am Sonntagmorgen gegen 2 Uhr los. „Pulsmesser und Stoppuhr brauche ich nicht. Ich höre auf meinen Körper“, sagte Katzi, bevor er sich mit einem Rucksack voller Ersatzteile und Verpflegung als einzigem Begleiter auf den Weg in Richtung Teide Nationalpark machte.

5600 Höhenmeter an einem Tag: Mit dem Einrad auf Teneriffa unterwegs

Was viele Touristen in einer Stunde mit dem Leihwagen erreichen, bedeutet mit einem Einrad puren Stress für Mensch und Material. Rund 5600 Höhenmeter werden auf dieser 45 Kilometer langen Tour überwunden. Die Beine treten dabei etwa 150.000 Mal in die Pedale – und das im Gegensatz zum Fahrrad auch bergab. Werte, die hartes Training erfordern.

Im tiefen österreichischen Schnee hatte Katzbauer das Training im Januar begonnen. „Drei bis vier Stunden schaffe ich trotz der Bedingungen schon im Sattel“, meldete der 50-Jährige seinerzeit zufrieden. Seither steigerte er das Pensum kontinuierlich, bis er schließlich eine mit dem Unterfangen auf Teneriffa vergleichbare Strecke schaffte.

Die Trainingsbedingungen in seiner Heimat, der Steiermark, waren dennoch völlig anders. Die Straßenverhältnisse auf Teneriffa seien einfach ungleich schlechter. Freundschaft mit einer Kolonne Straßenarbeiter schloss „Katzi“ dennoch schnell: „Ich habe ein Mittagessen im Tausch gegen ein paar Fotos und ein Gespräch mit Händen uns Füßen bekommen.“

Regen, Wetterwechsel und Hupkonzerte

Auf dem Weg in Richtung Cañadas durchfuhr „Katzi“ verschiedene Wetterfronten. Starker Regen, heftige Windböen und starke Wetterwechsel gehörten genau so zur Tour wie Hupkonzerte, Anfeuerungsrufe und sogar Autogrammwünsche. All das seien tolle Erfahrungen gewesen, „aber als ich gegen acht Uhr auf Passhöhe ankam, da hatte ich bei diesem Anblick wirklich Gänsehaut pur“.

Der Zieleinlauf fand schließlich am Nachmittag im Süden Teneriffas statt. Weiter auf der TF-21 ging es über die TF-38 bis nach Los Gigantes wieder auf Meeresniveau hinunter. Dort ließ sich der Extremsportler von Einheimischen in den Norden mitnehmen. Mit dem Bus und einem Taxi ging es wieder bis nach Puerto de la Cruz zurück.

Wieder im Hotel angelangt, kam Katzbauer zunächst zu einer Einsicht und kündigte an, dass sein „nächstes Fahrrad wohl ein E-Bike sein wird“. Doch schon einen Tag später zog es ihn wieder in den Sattel zurück. Als kleine Zugabe umrundete der Österreicher noch einmal die Insel auf dem Einrad.

„Katzi“, und das wissen jetzt auch die Einheimischen, ist eben kein ganz normaler Tourist.

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