Sorge vor Corona: Lockerungen auf Teneriffa wohl erst nach Karneval


Rein statistisch könnte Teneriffa in der kommenden Woche in die niedrigste der vier Corona-Alarmstufen versetzt werden. Das hätte weitere Lockerungen zur Folge. Mit Blick auf die Karnevalszeit könnten diese jedoch bewusst verzögert werden. Es besteht Sorge vor privaten Feiern und einer damit verbundenen Verbreitung des Corona-Virus.

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Grünes Licht wollten die Experten dann doch nicht geben. Die Kommission, die die Regierung der Kanarischen Inseln rund um die Corona-Pandemie berät, empfiehlt ein Beibehalten der aktuellen Corona-Maßnahmen über den Rosenmontag hinaus. Die Zeit der privaten Karnevals-Feiern auf Teneriffa sei dann überwiegend vorbei.

Der Karneval ist Teneriffas inoffizielles Heiligtum. Schon Franco hatte versucht, den Kanarios ihren „Carnaval“  zu nehmen – ohne Erfolg. Die Feiern wurden kurzerhand unter anderem Titel fortgeführt. Genau das ist es, was die Gesundheitsexperten mit Blick auf die aktuelle Corona-Situation besorgt.

In der aktuell am stärksten von Covid-19 betroffenen Region, der Hauptstadt Gran Canarias, haben die Behörden bereits zusätzliche Kontrollen in typischen Karnevals-Hotspots angekündigt (mehr dazu hier). Die aktuell verhängten Ausgangssperren helfen dabei, mögliche Karnevals-Feiern im Zaum zu halten.

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Laut dem Professor für öffentliche Gesundheit, Lluis Serra, sei der aktuelle Trend in Bezug auf die dritte Pandemie-Welle positiv. Und das sollte nicht durchbrochen werden. Am gefährlichsten sei der Montagabend, an dem traditionell viele private Feiern anstünden. Aus diesem Grund sollten mögliche Lockerungen erst danach durchgeführt werden, beispielsweise zu Aschermittwoch.

Experten mit Corona-Situation auf Teneriffa zufrieden, dennoch Sorge vor Karneval

Rein zahlenbasiert könnte Teneriffa bereits vorher in die erste Stufe übergehen. Dadurch würden die Maßnahmen auf der größten Kanareninsel weitgehend gelockert. Der jüngste Gesundheitsbericht, der auf Daten von Montag basiert, sieht von acht wesentlichen Risiko-Indikatoren bei vieren nur noch ein mittleres Risiko. Dazu zählen die Sieben-Tage-Inzidenz (31,05 Fälle pro 100.000 Einwohner) und die 14-Tage-Inzidenz (65,48). Bei den Über-65-Jährigen sind es je nach Zeitraum 26,24 und 55,17 Fälle pro 100.000 Einwohner. Aus wissenschaftlicher Sicht sind das alles moderate Werte.

Drei Indikatoren weisen demnach sogar nur ein geringes Risiko auf. Der Prozentsatz der Rückverfolgbarkeit einzelner Ausbrüche liegt derzeit bei 67 Prozent, die Corona-bedingte Belegung der Krankenhausbetten auf Teneriffa bei 3,68 Prozent und die Belegung der Intensivstation bei 8,28 Prozent.

Auch das Verhältnis der durchgeführten zu positiven Corona-Tests werde berücksichtigt. Dieses liege auf Teneriffa derzeit bei 3,65 Prozent und sei damit als gering einzustufen.

Alles in allem zeigen sich die Experten mit dem derzeitigen Verlauf auf der kanarischen Karnevals-Insel Nummer eins zufrieden. Um dies nicht zu gefährden gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die Lockerungen tatsächlich nach Rosenmontag und vielleicht sogar erst nach Aschermittwoch kommen.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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