Corona: Lanzarote neues Sorgenkind, Gran Canaria und Teneriffa vor Statuswechsel


Lanzarote geht aufgrund der weiterhin nahezu senkrecht steigenden Inzidenzwerte in die höchste Corona-Warnstufe über. Auch auf Gran Canaria bleibt das Corona-Virus auf dem Vormarsch. Auf Teneriffa flacht die Zunahme weiter ab.

Lesedauer: 3 Min.

Lanzarote geht in die höchste Corona-Warnstufe über. Das hat der regionale Regierungsrat mit Blick auf die aktuellen Zahlen beschlossen. Die östlichste Kanaren-Insel weist inzwischen eine Inzidenz von mehr als 300 auf. Auch Gran Canaria bereitet den Verantwortlichen wieder Sorge.

Die Zahl der Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in einem Zeitraum von sieben Tagen liegt inzwischen bei 328,3. Damit weist Lanzarote die höchste, bislang in der Corona-Krise gemessene kumulative Inzidenz auf.

In absoluten Zahlen ist die Insel noch weit von den bisher am schlimmsten betroffenen Inseln entfernt. Gran Canaria und Teneriffa haben in etwa die sechsfache Einwohnerzahl, so dass die positiven Fälle auf Lanzarote zu deutlich schneller wachenden Inzidenzwerten führen. Dennoch steigt die Verbreitung auf der Insel in den vergangenen Tagen rasant, was der Politik zunehmend Kopfzerbrechen bereitet.

Am Donnerstag beschlossen die Verantwortlichen, Lanzarote in die dritte Warnstufe zu heben. Damit gilt auf der Insel unter anderem eine frühere Ausgangssperre bereits ab 22 Uhr (mehr dazu hier).

Auch Gran Canaria droht wieder die höchste Corona-Alarmstufe

Unterdessen soll darüber beraten werden, ob auch Gran Canaria in die höchste Stufe gehoben wird. Während die Zahlen auf Teneriffa nach vielen Wochen endlich abflachen, steigen sie auf Gran Canaria erneut. Teneriffa hatte über Monate nahezu konstant täglich neue Fallzahlen im dreistelligen Bereich gemeldet. Unterdessen war Gran Canaria nach ähnlich hohen Raten im Sommer wieder im unteren zweistelligen Bereich angelangt.

Doch die Feiertage haben diese Zahlen umgekehrt: Während auf Teneriffa restriktive Maßnahmen galten und die Fallzahlen konstant blieben, steigen sie auf Lanzarote und Gran Canaria wohl aufgrund vieler Familienfeiern zu Weihnachten und Silvester wieder.

„Ob es uns gefällt oder nicht: Wir sind uns alle bewusst, dass die Menschen an Weihnachten eine bessere Zeit hatten, als sie hätten haben sollen“, sagte der Direktor des Zentrums für Gesundheitswarnungen und Notfälle, Fernando Simón. Laut dem Experten hätte die Politik vorschlagen können, was sie wollte. Trotzdem habe man schon vor Weihnachten „gewusst, was passieren würde“.

Im Ministerium herrscht Besorgnis über die aktuelle Lage der Krankenhäuser. In Regionen wie Andalusien, Murcia und Castilla y León sei der Druck auf die Einrichtungen enorm gestiegen.

Kanaren setzen auf die Corona-Impfung

Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung wurde die Impfkampagne auf den Kanarischen Inseln in der vergangenen Woche beschleunigt. Nach Aussage der regionalen Politik sei dies die einzige Möglichkeit, die Pandemie in den Griff zu bekommen und die Einschränkungen langfristig aufheben zu können.

Bisher hat der Archipel gut 44.000 Dosen erhalten. Das Ziel sei, etwa 70 Prozent der Bevölkerung zu immunisieren. Auf den Inseln leben rund 2,15 Millionen Menschen.

Teneriffa darf auf Lockerung hoffen

Unterdessen gibt es auch positive Entwicklungen: Die Zahlen auf Teneriffa sind so weit abgeflacht, dass die Insel möglicherweise schon bald aus der höchsten Corona-Warnstufe entlassen wird und in Phase zwei übergehen kann. Darin beginnt die Ausgangssperre eine Stunde später und es dürfen wieder mehr Menschen zusammenkommen.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Lockerungen nicht wieder zu einer Entwicklung wie auf Gran Canaria und Lanzarote führen. Auch daher gaben sich die Verantwortlichen auf den Kanarischen Inseln 48 Stunden Zeit, um die Lage weiter zu beobachten und die Entscheidung reifen zu lassen. Dann soll bekanntgegeben werden, welche Corona-Alarmstufen in den kommenden Wochen auf Gran Canaria und Teneriffa gelten.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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