Ölteppich breitet sich vor Kanaren aus

Der Untergang eines russischen Fischtrawlers in der vergangenen Woche hat einen großen Ölteppich vor den Kanarischen Inseln zur Folge. Wie die Regierung berichtet, seien inzwischen mehrere mit Öl verschmierte Tiere gefunden worden. Der riesige Ölfleck entfernt sich zunehmend von den Inseln in Richtung Altantik.

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Nach dem Untergang der Oleg Naydenov in der vergangenen Woche hatten Behörden und Umweltschutzorganisationen bereits vor einer drohenden Ölverschmutzung gewarnt. Das Schiff war mit 1400 Tonnen Treibstoff an Bord vor der Küste der Kanarischen Inseln versunken. Es liegt seither in rund 2700 Metern Tiefe.

Spezial-Roboter soll bei Bergung des Öls helfen

Zunächst hatte die Regierung einen Spezial-Roboter an die Unglücksstelle entsandt, um ein genaueres Bild zu erhalten. Ziel der Aktion ist es, in einem weiteren Schritt das im Wrack verbliebene Öl abzupumpen.

Derweil haben sich auch verschiedene Umweltschutzorganisationen vor Ort ein Bild der Lage gemacht. Nach Angaben der Aktivisten und der Regierung, sei der Ölteppich inzwischen etwa 70 Kilometer lang. Er habe sich demnach rund 135 Kilometer von der Küste in südwestliche Richtung entfernt.

Ölverschmierte Tiere vor Kanaren entdeckt

Mit Satelliten werden regelmäßig Aufnahmen von der Verbreitung des riesigen Ölflecks an die Erde geschickt. Die von der Regierung beauftragten Helfer versuchen auch mit dieser Hilfe, das Öl aufzunehmen. Raue See und starker Wellengang verhinderten jedoch immer wieder ein Eingreifen.

Die Helfer fanden nach eigenen Angaben bereits zwei mit Öl verschmierte Meeresschildkröten. Die Tiere wurden von der klebrigen Masse befreit und wieder ausgesetzt. Unbestätigten Quellen zufolge sollen zudem auch mehrere ölverschmierte Vögel gefunden worden sein.

Kapitän der Oleg Naydenov erhebt Vorwürfe gegen Kanrische Schifffahrtsbehörde

Unterdessen hat der Streit darüber begonnen, wer für das Unglück und dessen Folgen verantwortlich sei. Während dem Kapitän des Schiffs schwere Verbrechen gegen die Umwelt vorgeworfen wurden, wies dieser die Schuld von sich. Igor D. erklärte, dass das Abschleppen des Schiffs aufs offene Meer ein schwerwiegender Fehler der kanarischen Schifffahrtsbehörde gewesen sei.

Diese hatte nach Ausbruch des Feuers und mehreren gescheiterten Löschversuchen im Hafen von Las Palmas de Gran Canaria angeordnet, das Schiff aufs offene Meer abzuschleppen. Im Falle eines Versinkens sollte damit eine Ölkatastrophe in direkter Küstennähe verhindert werden. Nach Angaben des Kapitäns seien weder er noch die Reederei über diese Maßnahme informiert worden.

Die Oleg Naydenov war im Hafen für einen Fischerei-Einsatz fertig gemacht worden. Für den mehrwöchigen Trip war das Schiff mit einer großen Menge Treibstoff beladen worden. Kurz vor dem Auslaufen war dann das Feuer im Maschinenraum ausgebrochen und das Unglück nahm sein Lauf.

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Veröffentlicht in: Kanaren, Aktuelle Nachrichten

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