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Invasive Schlange erobert die Kanaren – was Sie bei Begegnung tun sollten

Die Kalifornische Königsnatter breitet sich auf den Kanaren aus. Woher sie stammt und was Sie bei einem Aufeinandertreffen wissen sollten.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

1998 war sie plötzlich da. Anfang 2014 waren es bereitsTausende Exemplare. Das war auf Gran Canaria. Und es ist knapp drei Dekaden her. Inzwischen ist die Kalifornische Kettennatter, die zur Gattung der Königsnattern gehört, bis nach Teneriffa vorgedrungen. Und auch dort breitet sie sich aus.

Die Schlangen haben auf den Kanarischen Inseln kaum natürliche Feinde. Zudem lieben sie warme und trockene Umgebungen. Die Kanaren sind damit ein idealer Ort für die Schlangen. Sehr zum Leidwesen einheimischer Tiere und einiger Farmer des Archipels.

Am 4. August ging auch der Neotrópico Foundation in San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa eine Kalifornische Kettennatter ins Netz. Auch wenn schon zahlreiche weitere Sichtungen gemeldet wurden, war es der erste dokumentierte Fang auf der größten Kanaren-Insel. Seither wird eifrig nach den Tieren gesucht. Denn sie stellen eine Gefahr für die fragile Artenvielfalt dar.

So soll die Königsnatter auf Teneriffa gefangen werden

Das Frühwarn-Netzwerk der Kanarischen Inseln für invasive Arten (redEXOS) wurde aktiviert. Gemeinsam mit einer Hundestaffel sowie den Stadtverwaltungen von La Laguna und Santa Cruz de Tenerife gingen Experten auf die Jagd.

Bislang wurden keine großen Vorkommen entdeckt, heißt es aus der Schaltzentrale. Doch die Suche gehe weiter. Zudem werden Anwohner und Besucher Teneriffas gebeten, die Augen offen zu halten.

Die Kalifornische Kettennatter ist auf Gran Canaria in Gebieten wie Gáldar, Telde oder Santa Brígida bereits mehr oder weniger heimisch geworden. Dort macht sie Jagd auf Echsen und bringt durch das Fehlen von Fressfeinden sukzessive das natürliche Gleichgewicht ins Wanken.

Wie schnell sich die Schlangen ausbreiten können, zeigt der Blick auf die Nachbarinsel. Auf Gran Canaria wurden seit der Entdeckung der Königsnatter bereits mehr als 21.000 Exemplare gefangen. Etwa halb so viele Meldungen gingen aus der Bevölkerung ein. Damit wurden nach jeder Entdeckung durchschnittlich zwei Tiere eingesammelt. Das meldet „Stop Culebra Real“, ein der Regierung angeschlossener Verband zur Bekämpfung invasiver Arten auf Gran Canaria.

Wenn Sie eine Kalifornische Kettennatter auf den Kanaren sehen

Bei der Sichtung einer solchen Schlange bitten die Behörden dringend darum, nicht selbst aktiv zu werden. Es wird dazu geraten, den Ort und Zeitpunkt der Sichtung zu notieren und sie unter der Rufnummer 646 601 457 zu melden.

Zwar ist die Kalifornische Kettennatter für den Menschen ungefährlich, für die Tierwelt bleibt sie jedoch eine Bedrohung. Daher sei es wichtig, dass die Schlangen gefangen und nicht von eigenständigen Jagdversuchen verscheucht werden und entkommen.

Dass sich die Nattern so stark verbreiten konnten, geht laut den Experten der Kanaren-Regierung darauf zurück, dass Exemplare aus menschlicher Haltung entkamen oder bewusst ausgesetzt wurden. In der Folge verbreiteten sie sich rasant und stellen seither eine Bedrohung für die Fauna der Kanarischen Inseln dar.


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Über den Autor

Invasive Schlange erobert die Kanaren – was Sie bei Begegnung tun sollten

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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