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Pläne für Kanaren-Fähre nach Afrika sorgen für scharfe Kritik


Zwischen den Kanaren und Marokko soll eine Fähr-Verbindung reaktiviert werden. Viele Verbände auf den Kanarischen Inseln laufen Sturm.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 2 Minuten

Die Regierungen der Kanarischen Inseln und Marokkos verhandeln über eine Wiederaufnahme der Seeverbindung zwischen Puerto del Rosario auf Fuerteventura und dem Hafen von Tarfaya. Schon zu Beginn der Gespräche mehrt sich Widerstand gegen das Vorhaben.

Auf den Kanaren wird die Ablehnung angeführt von prominenten Persönlichkeiten wie dem Minister für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Ernährungssouveränität, Narvay Quintero. Auch der Präsident des Cabildo von Gran Canaria, Antonio Morales, sowie der Verband der Landwirte und Viehzüchter der Kanarischen Inseln (Asaga) haben ihre Ablehnung gegenüber der Verbindung mit dem Nachbarland bekundet.

In einem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Kommuniqué äußerte Asaga die Besorgnis, dass die Seeverbindung zu einer unkontrollierten Einfuhr landwirtschaftlicher und tierischer Erzeugnisse marokkanischer Herkunft führen könnte. Weitere Sorgen bestehen in einer möglichen Verbreitung von Schädlingen und Krankheiten, sowohl im Bereich des Pflanzenschutzes als auch bei Tierseuchen.

Kanaren befürchten Schädlinge und Pflanzen-Krankheiten aus Afrika

All das sei nach Ansicht von Asaga nicht nur mit erheblichen Verlusten in der lokalen Produktion verbunden, sondern könnte auch eine Bedrohung für den heimischen Viehbestand darstellen, hieß es in den Reaktionen.

Eine Verordnung vom 12. März 1987 legt Restriktionen und Verbote fest, darunter die Einfuhr von tropischen Arten oder Zitrusfrüchten. Damit soll verhindert werden, dass neuartige Schädlinge auf die Inseln gelangen.

Insbesondere weist Asaga auf Pflanzenkrankheiten in Marokko hin, wie das kürzlich bestätigte Tomaten-Braunflecken-Virus und Falscher Mehltau. Beide wurden auf dem spanischen Festland bei Importen nachgewiesen.

Fähr-Verbindung zwischen Fuerteventura und Marokko sorgt für Diskussionen

Javier López von der Kanarischen Bananen-Genossenschaft Coplaca, betont die Unsicherheit im Bezug auf mögliche Schädlinge. Diese könnten nicht nur aus dem Ausfuhrhafen stammen, sondern per Schiff aus ganz Afrika auf die Kanaren gebracht werden. Zusätzlich macht López auf Krankheiten wie Schafs- oder Ziegenpocken aufmerksam, die in Marokko vorkämen. Diese wurden auf den Kanarischen Inseln bislang nicht nachgewiesen.

Ein weiteres Problem liege im Transport von Samen. Invasive Arten wie die Katzenschwanzpflanze würden eine Gefahr für die biologische Vielfalt der Kanarischen Inseln bedeuten, sagen Kritiker. López warnte vor möglichen Schwierigkeiten bei der umfassenden Kontrolle der Seeverbindung, insbesondere hinsichtlich des Transports von Samen in Fahrzeugen.

Kanaren-Bauern wollen Marokko-Fähre verhindern

Theo Hernando, Generalsekretär der Asaga, formulierte als Vertreter des Agrarsektors die Bitte, keine landwirtschaftlichen Lebensmittel aus Marokko einzuführen, da diese nicht den europäischen Vorschriften entsprächen.

Angesichts der Schwierigkeiten, Schädlinge und Tierkrankheiten am Zoll zu erkennen, appellierte Hernando an die Verantwortlichen, die direkte Seeverbindung nicht zustande kommen zu lassen.

Für den Tourismus gilt eine solche Verbindung hingegen als Bereicherung. Auch aus dem Urlaubssektor gibt es keine uneingeschränkte Freude über die Pläne. Dennoch ist die Stimmung im Bezug auf die Reaktivierung einer Fährverbindung zwischen den Kanaren und Afrika dort deutlich positiver.


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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