Straßenverkehr auf den Kanaren: Diese neuen Regeln sollten Sie kennen


Die Zahl der innerstädtischen Verkehrsunfälle steigt. Die spanische Regierung reagiert mit neuen Vorgaben. Neben gleich zwei neuen Tempolimits in Innenstädten gibt es einige weitere Änderungen. Das müssen Sie jetzt wissen.

Lesedauer: 2 Min.

Die Reform kam schnell. Erst Ende des vergangenen Jahres hatte das spanische Parlament ein Tempolimit beschlossen. Ab dem 11. Mai greift die Korrektur der Straßenverkehrsordnung. Größte Änderung: In Innenstädten gelten gleich zwei neue Geschwindigkeiten.

Auf mehrspurigen Straßen wird sich zunächst nichts ändern. Dort gilt – wie bisher – ein Tempolimit von 50 km/h. Doch sobald eine Straße pro Richtung nur noch eine Spur hat, gilt künftig Tempo 30. Auf einspurigen Straßen, die keine erkennbare Trennung zwischen Fahrbahn und Fußweg aufweisen, also beispielsweise über keinen Bordstein verfügen, gilt dann sogar Tempo 20.

Der Grund für die Novelle ist simpel: Wird ein Fußgänger von einem Auto angefahren, das mit 50 Kilometern pro Stunde unterwegs ist, liege die Überlebenschance gerade einmal bei rund 10 Prozent. Fährt das Auto hingegen mit 30 km/h, liege sie bei 90 Prozent, wie Pere Navarro, Leiter der spanischen Verkehrsbehörde Dirección General de Tráfico (DGT), erklärte.

Video: Wie stark lassen sich Autofahrer ablenken?

Zahl der Verkehrstoten in Spaniens Innenstädten steigt

Der Grund für die kritische Auseinandersetzung mit der derzeitigen Regelung lag in der Verkehrsstatistik begründet: Während die Zahl der Todesopfer bei Unfällen außerorts um sechs Prozent zurückging, stieg sie innerorts um den gleichen Wert. Von den Todesopfern waren wiederum 82 Prozent Fußgänger, Fahrrad- oder Motorradfahrer.

Weitere Vorteile seien, dass der Verkehrslärm deutlich sinke, sagte Navarro. Auch der Bremsweg verkürze sich um rund die Hälfte. „In den Städten gibt es immer mehr Akteure – und dabei kann die Sicherheit bei Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h nicht gewährleistet werden“, sagte der Experte mit Blick auf immer neue Fortbewegungsmittel, wie beispielsweise E-Roller.

In La Laguna auf Teneriffa sei bereits die Neubeschilderung aufgenommen worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Rund 1000 Verkehrszeichen müssten allein dort ausgetauscht oder korrigiert werden. Dies koste rund 80.000 Euro, hieß es. Für das Ziel, die Zahl der schweren Unfälle zu senken, sei das jedoch gut investiertes Geld.

Diese neuen Regeln gibt es in Spaniens Straßenverkehr

Mit der Novelle gehen auch Änderungen am spanischen Punktesystem einher. Im Gegensatz zum deutschen System werden in Spanien bei gravierenden Verstößen Punkte von einem Konto abgezogen.

Im Normalfall haben Führerscheininhaber zwölf Punkte. Wer ab dem 11. Mai am Steuer mit einem Handy in der Hand erwischt wird, verliert nicht mehr drei, sondern sechs Punkte. Bei Verstößen gegen die Gurt- oder Helmpflicht, drohen vier statt bisher drei Punkte Abzug. Die gleiche Strafe gilt, wenn ein Kind nicht ordnungsgemäß auf einem Kindersitz gesichert wird.

Wer Radarwarner nutzt, muss neben einem dreifachen Punktabzug mit 500 Euro Strafe rechnen. Zudem entfällt die Erlaubnis, während eines Überholmanövers bis zu 20 km/h schneller zu fahren als vorgegeben. Wer nun zum Überholen ansetzt, muss dies im Rahmen der Geschwindigkeitsbegrenzung erledigen.

Lesen Sie jetzt:
Knöllchen aus der Luft: Kanaren setzen auf Verkehrs-Drohnen
Knöllchen aus der Luft: Kanaren setzen auf Verkehrs-Drohnen

Mehr aktuelle Nachrichten finden Sie jetzt hier.

Nicht verpassen:
Bestellen Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter und bleiben Sie stets up to date!


Über den Text

Straßenverkehr auf den Kanaren: Diese neuen Regeln sollten Sie kennen

wurde veröffentlicht in: Aktuelles, El Hierro, Fuerteventura, Gran Canaria, Kanaren, La Gomera, La Graciosa, La Palma, Lanzarote, Teneriffa, Teneriffa Nord, Teneriffa Süd

Beitrag teilen:
Über den Autor
Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

Leserkommentare

Als Abonnent können Sie unsere Beiträge kommentieren. Hier finden Sie unsere Abos. Wenn Sie bereits Abonnent sind, können Sie sich hier einloggen.