Empörung auf Teneriffa: Panne leitet Abwasser direkt ins Meer


Erneut hat es auf der Kanareninsel Teneriffa eine Abwasser-Panne gegeben. Der Zwischenfall wurde bereits bestätigt. Der zuständige Entwässerungsbetrieb ist um Schadenbegrenzung bemüht.

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Amateurbilder zeigen, wie aus einem Rohr dunkles Wasser direkt ins Meer vor Teneriffa fließt. Die braune Flüssigkeit breitet sich an der gesamten Küste rings um das Abwasserrohr herum aus. Das Video verbreitete sich rasant über soziale Netzwerke. Entstanden ist es in der Nähe der Hauptstadt Santa Cruz. Nicht zuletzt aufgrund der öffentlichen Empörung reagierte auch die Stadtverwaltung schnell.

Der Entwässerungsbetrieb „Emmasa“ bestätigte, dass es sich bei dem im Meer gelandeten Wasser um Abwasser aus seiner Kläranlage in Buenos Aires handle. Es sei durch einen Defekt in den Atlantik gelangt, hieß es. Guillermo Jiménez, Generaldirektor der Entwässerungsgesellschaft, erklärte, dass sofort nach Bekanntwerden des Zwischenfalls das Aktionsprotokoll aktiviert worden sei. Somit habe das Problem „innerhalb von drei Stunden gelöst worden können“.

Zudem betonte das Unternehmen, dass das Wasser bei Auslaufen bereits die Qualität von Brauchwasser gehabt habe. Demnach hätte es zuvor einen dreistufigen Reinigungsprozess durchlaufen und sei somit mindestens in der Qualität gewesen, dass Landwirte es auf ihren Feldern hätten verwenden dürfen. Viele Bauern wiederum lehnen genau dieses Wasser aufgrund seiner Qualitätsstufe schon seit Jahren ab.

Video: Abwasser fließt vor Teneriffa ins Meer:

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In der Zwischenzeit schaltete sich auch die Stadt Santa Cruz öffentlich ein. Sie verlangte in einer Stellungnahme genaue Informationen zu dem Vorfall. Dazu gehöre auch eine plausible Erklärung dafür, wie genau es sich bei dem Problem um einen „einmaligen Vorfall“ handeln konnte, von dem das Unternehmen gesprochen hatte.

Umweltschützer sehen Abwasser als Grund für Mikroalgen-Probleme auf den Kanaren

Bereits seit Jahren ist bekannt, dass viele Kläranlagen auf gleich mehreren Kanarischen Inseln am Limit agieren. Aus diesem Grund halten Kritiker auch die wiederkehrenden Mikroalgen-Teppiche für ein hausgemachtes Problem. Zur Bekämpfung dieser wurde inzwischen sogar ein eigenes Boot von der kanarischen Regierung gechartert.

Dass die Algen-Plage mit Abwasser zusammenhängt, wurde indes nie offiziell bestätigt. Umweltschützer hingegen bringen sie bereits seit der enormen Ausbreitung des Algen-Phänomens vor Jahren mit ins Meer geleitetem Abwasser in Verbindung (mehr dazu hier).

Auch daher wird der nun öffentliche Druck der Verwaltung auf das Abwasser-Unternehmen von Umweltschützern als Augenwischerei gewertet: Immerhin liegt für die Kläranlage von Buenos Aires längst eine Genehmigung zur Erweiterung vom Staat vor. Auf einen Start des Ausbaus sei bisher allerdings nicht ausreichend gedrängt worden.

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