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17.000 Kanaren-Haushalte können sich Lebensstandard nicht mehr leisten


Die steigenden Kosten in fast allen Lebensbereichen können sich immer mehr Kanarios nicht mehr leisten. Rund 17.000 Haushalte leben, ohne etwas wesentliches geändert zu haben, über ihren Verhältnissen.

Von Juan Martín Lesedauer: 2 Minuten

77.000 Haushalte auf den Kanarischen Inseln leiden unter steigenden Preisen bei gleichzeitigem Zinsanstieg. Das zeigen Zahlen der Bank von Spanien (BdE). Demnach übersteigen die aktuellen Ausgaben die Einnahmen teils deutlich. Für 17.000 Familien ist das nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein langfristiges Problem.

Auf nationaler Ebene seien neun Prozent der Familien nicht in der Lage, ihre grundlegenden Ausgaben zu finanzieren. In Summe seien 1,7 Millionen Haushalte betroffen.

Bezogen auf die Kanarischen Inseln sei der Wert seit 2020 kontinuierlich gestiegen. Und so seien mindestens 17.000 Haushalte auf den Kanaren von dem Problem betroffen, mehr Ausgabe zu haben, als durch die Einkommen gedeckt sind.

Kanaren: Mehr Familien rutschen in prekäre Finanz-Situation

Die Berechnungen der Bank gelten dabei als äußerst konservativ. Andere Experten gehen von vielen tausend weiteren betroffenen Familien aus. Was die BdE ebenfalls ausgibt, ist die Zahl der besonders schweren Fälle. Demnach befänden sich 4,1 Prozent der Haushalte in einer äußerst prekären Situation.

Konkret bedeutet dies, dass sie ihre grundlegenden Ausgaben nicht länger als einen weiteren Monat mit ihrem Einkommen oder ihren Ersparnissen decken können. Dieser Wert hatte vor drei Jahren noch bei 3,4 Prozent gelegen.

Inflation als Hauptgrund für Probleme kanarischer Familien

Grund für die steigenden Zahlungsprobleme sei die Inflation. Sie bewirke, dass die Kosten für lebensnotwendige Güter und Ausgaben steigen. Vor allem die Preise für Energie, Lebensmittel und Miete sowie die Zinszahlungen für Schulden seien gestiegen und stellen Familien vor ernsthafte Probleme.

Diese Ausgaben würden 80 Prozent des Einkommens in den Haushalten mit der geringsten Kaufkraft ausmachen. Auf der anderen Seite der Skala machen die gleichen Ausgaben nur 21 Prozent des Einkommens wohlhabender Familien aus.

Das deutlich niedrigere Einkommen und die stark steigenden Preise würden die Schere zwischen arm und reich zunehmend vergrößern, wie Daten der spanischen Zentralbank nahelegen.

Armut steigt: Experten sehen Finanzhilfe aus Spanien als nötig an

Die Finanzaufsichtsbehörde beschreibt das in einem aktuellen Bericht folgendermaßen: “Die vorgelegten Ergebnisse weisen auf die größere Anfälligkeit der Haushalte mit niedrigem Einkommen angesichts des Inflationsszenarios und der höheren Zinsen hin, was die Einführung wirtschaftspolitischer Maßnahmen zur Unterstützung dieser Gruppe nahelegt.”

Auch die Bank von Spanien sieht in ihrer Analyse der Finanzen privater Haushalte (EFF) ähnliche Maßnahmen als nötig an. Sie sieht insbesondere Beihilfen wie die einmalige Erhöhung der beitragsunabhängigen Renten, die Einführung des Existenzminimums und die Reform des Banken-Verhaltenskodexes, der die Belastung von Familien durch Hypotheken mit variablem Zinssatz mindern soll, als nötig an.

Auch laut der spanischen Zentralbank hätten diese Maßnahmen “neben anderen dazu beigetragen, einige der Auswirkungen abzufedern”. Dennoch weist aktuell alles darauf hin, dass vorerst weitere Haushalte auf den Kanarischen Inseln in die Zahlungsunfähigkeit abrutschen.


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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