Caritas am Limit: Immer mehr Familien auf den Kanaren brauchen Hilfe


Auf den Kanarischen Inseln rutschen immer mehr Menschen in die Hilfsbedürftigkeit. Die Caritas hat inzwischen Probleme damit, die Unterstützung aufrecht zu erhalten. Das Problem: Immer mehr Familien benötigen Hilfe.

Lesedauer: 2 Min.

Die Lebenshaltungskosten auf den Kanarischen Inseln steigen immer stärker. Die regionale Caritas berichtet von einem immer größeren Zulauf. Man habe „ernsthafte Schwierigkeiten“, die Nachfrage zu decken. Auch die Cáritas Canarias selbst bekommt dadurch Probleme.

„Sowohl für die Menschen, denen wir dienen, als auch für die eigenen Ausgaben sind die Kosten um mehr als 50 Prozent und in bestimmten Fällen um bis zu 75 Prozent gestiegen“, sagte die Generalsekretärin der kanarischen Caritas, Caya Suárez.

Die Preise für den täglichen Grundbedarf seien in den vergangenen Monaten so stark gestiegen, dass immer mehr Familien in die Hilfsbedürftigkeit rutschen. Doch diese Nachfrage wächst zu schnell, um allen gerecht zu werden.

„Neben einer größeren Nachfrage nach Hilfe von Menschen, die zur Cáritas kommen, haben wir aufgrund der Preiserhöhung ernsthafte Probleme, die gleiche Abdeckung in allen Diensten anzubieten“, sagte Suárez.

Die Caritas beobachte bereits Auswirkungen auf die Gesundheit vieler Menschen. Im Zuge des Krieges in der Ukraine seien die Energiepreise enorm gestiegen. Das führe in vielen Fällen zu ungeheizten Wohnungen, was wiederum körperlichen Erkrankungen nach sich ziehe, sagte Suárez. Doch vor allem die seelische Gesundheit leide oft.


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Dies betreffe vor allem jüngere Menschen, da auf ihnen oft ein höherer sozialer Druck laste. Fehlzeiten am Arbeitsplatz, weniger allgemeines Wohlbefinden und auch wachsender Druck in der Schule oder der Arbeitsstelle seien die Folge. Zusammen mit den immer öfter klammen Familien-Kassen führe all das zu Problemen im Alltag und auch zu einem stärkeren Zulauf bei der Caritas und ähnlichen Angeboten.

Kanaren: Auch die Caritas selbst hat Probleme mit steigenden Kosten

Neben der Verpflegung seien auch die Preise für Desinfektions- oder Waschmittel gestiegen. Auch Kleidung sei deutlich teurer geworden. „Das bedeutet einen sehr erheblichen Anstieg der Kosten für die Aufrechterhaltung aller Dienstleistungen und erhebliche Schwierigkeiten, die gleiche Anzahl von Menschen zu versorgen, die wir bisher unterstützt haben“, sagte die Generalsekretärin.

Die Caritas sieht derzeit kontinuierlich steigende Kosten. Das bedeute einen entsprechenden Druck auf kanarische Familien. Dieser werde in den kommenden Monaten wohl nicht abnehmen, sondern eher ungebremst weiter steigen. Besonders gefährdet seien dadurch Familien mit Kindern.

Doch Suárez sieht auch die Caritas selbst auf ernsthafte Probleme zusteuern: „Der Anstieg der Preise erschwert die Beschaffung von Lebensmitteln“, sagt sie und ergänzt: „Aber auch der Anstieg der Kosten von Strom, Wasser, Gas oder Treibstoff betrifft uns.“

Die erhöhte Nachfrage neuer Familien gefährde inzwischen auch die Versorgung bereits bekannter Hilfsbedürftiger „mit den gleichen Ressourcen wie zuvor“, sagt Suárez. Eine Lösung dafür gebe es bisher nicht.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zuhause und schreibt bereits seit vielen Jahren unter anderem über die Inseln.

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