Corona-Maßnahmen drängen Influenza zurück


Die Influenza lässt die Kanarischen Inseln in dieser Saison weitgehend aus. Die Zahlen sind niedrig. Zurückgeführt wird das auf die aktuellen Corona-Maßnahmen. Was Experten über dieses Jahr sagen und für das kommende erwarten.

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Die Sorge vor einer Super-Infektion war groß. Doch die Flurona, eine Mischung also aus Influenza und Corona, blieb weitgehend aus. Die Kanarischen Inseln melden historisch geringe Influenza-Zahlen. Der Grund seien die coronabedingten Schutzmaßnahmen.

Als die Grippesaison am 4. Oktober offiziell begann, war die Sorge vor eine „Super-Infektion“ noch groß. Inzwischen stellt sich heraus, dass die geltenden Corona-Maßnahmen auch die Influenza weitgehend in Schach halten. Bisher sind nur 136 Fälle der Influenza diagnostiziert worden.

Nach Angaben der kanarischen Gesundheitsbehörden wurden 135 von Virus-Typ A und ein Fall von Typ B ausgelöst. Das teilte der Leiter der Epidemiologie, Amós García Rojas, mit: „Obwohl die Inzidenz im Vergleich zur Vor-Saison etwas gestiegen ist, liegt sie deutlich unter der aus den Jahren vor der Pandemie.“

Mit Virus-Erkrankungen und deren Bekämpfung kennt García sich aus. Er ist gleichzeitig der Präsident der spanischen Vereinigung für Impfstoffe. Und seine Aussage wird von den Zahlen gestützt. Denn tatsächlich haben die Kanarischen Inseln in der sechsten Woche des Jahres lediglich neun Grippefälle registriert.


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Kanaren: Keine Influenza-Patienten in den Krankenhäusern

Das sind etwa 97 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Damals waren es 281 Fälle gewesen. Laut Garcia seien diesmal keine Krankenhauseinweisungen wegen der Influenza registriert worden.

Allerdings habe diesmal auch die Impfquote gegen die Influenza abgenommen. Waren zur vorherigen Grippesaison noch mehr als 305.000 Impfdosen verabreicht worden, seien es diesmal gut 253.000 gewesen. Ein Grund dafür sei die Sorge vieler Menschen davor, zu viele Impfstoffe parallel zu erhalten.

Die dennoch niedrige Infektionsrate erklärt der Fachmann mit den aktuellen Corona-Regeln. Der Abstand, der Mund-Nasen-Schutz, der von den Einheimischen überwiegend vorbildlich getragen wird, und die regelmäßige Desinfektion der Hände seien die Gründe für die geringen Ansteckungsraten mit der Grippe. Zudem seien viele Risikopatienten unter den dennoch Geimpften.

Experte rechnet in Zukunft mit mehr Influenza-Impfungen

Laut García habe Covid-19 dazu beigetragen, dass viele Menschen für die kommenden Jahre sensibilisiert seien. Er rechet ab dem kommenden Jahr wieder mit steigenden Impfquoten. „Die Epidemie hat die Notwendigkeit einer Grippeimpfung gezeigt. Es ist eine Krankheit, die in unserem Land jährlich zwischen 2000 und 3000 Todesfälle verursacht“, sagte García.

Die Auswirkungen des Coronavirus hätten neue Perspektiven auf Viruserkrankungen eröffnet, sagte der Mediziner. Er gehe davon aus, dass ab der kommenden Saison viele Menschen über die Influenza nachdenken und auch darüber, wie einfach sie gestoppt werden kann.

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Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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