Sie waren auf dem Weg ins ein besseres Leben. Nur wenige Stunden später kenterte ihr Boot: Vor der süd-marokkanischen Hafenstadt Tarfaya ist in der Nacht zu Sonntag ein Boot mit 55 Menschen an Bord gekentert. Sie wollten die Kanarischen Inseln erreichen.
Die Route gilt als sehr gefährlich. Zudem machen sich die Migranten oft in nicht hochseetauglichen Booten auf den Weg nach Europa. Immer wieder kentern Boote oder verfehlen ihr Ziel. Beides gilt als nahezu sicheres Todesurteil, berichten Hilfsorganisationen.
Am frühen Sonntagmorgen war das Boot kurz nach dem Start gekentert. Wie die kanarische Regierung mitteilte, sei gegen kurz nach Mitternacht ein Hilferuf eingegangen. Die Menschen seien in Panik gewesen, hieß es. Die Organisation „Alarmphone“ kritisiert, dass die marokkanische Küstenwache elf Stunden benötigt habe, um am Einsatzort anzukommen.
Nach Angaben der kanarischen Regierung seien zehn Menschen gerettet worden. Zwei Personen wurden demnach tot geborgen. Die übrigen 43 Insassen des Bootes würden vermisst. Dies gilt bei Überfahren dieser Art als nahezu sicheres Todesurteil.
Kanaren-Migration: Marokko erneut in der Kritik
„Der Verlust von Menschenleben hätte verhindert werden können! Marokko versagt erneut bei der Erfüllung seiner SAR-Verantwortung“, kommentierte die Hilfsorganisation. Den örtlichen Behörden vieler afrikanischer Staaten wird regelmäßig mangelnder Einsatz bei der Rettung Schiffbrüchiger nachgesagt.
Die spanische Menschenrechtlerin und Journalistin Helena Maleno räumte den Vermissten keine Überlebenschancen mehr ein. Sie schrieb bei Twitter: „Dreiundvierzig Menschen sterben bei einem Schiffsunglück vor der Küste von Tarfaya. Die marokkanische Marine hat zehn Überlebende gerettet und zwei Leichen geborgen.“
Wenig später schrieb Maleno: „Unter den Opfern waren 26 Männer, 14 Frauen und drei Säuglinge.“ Sie sprach den Familien auch im Namen der Hilfsorganisation, für die sie tätig ist, „unser tiefes Beileid“ aus.
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