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So schadet Spaniens Mieterschutz-Gesetz den Kanaren


Spaniens Gesetz zum Schutz der Mieter führt ins Gegenteil. Auf den Kanarischen Inseln verschwindet Wohnraum und die Preise steigen. Das steckt dahinter.

Von Juan Martín Lesedauer: 2 Minuten

Die Gesetze der Marktwirtschaft sind gnadenlos. Steigt die Nachfrage bei sinkendem Angebot, wird es in der Regel teuer. Genau vor diesem Effekt haben Experten gewarnt, sollte die spanische Zentralregierung ihr neues Gesetz einführen. Die Politik blieb bei ihrem Plan. Und die Vermieter nahmen viele Immobilien vom Markt.

Was als Mietpreisbremse gedacht war, führte damit indirekt doch zu steigenden Mieten. Und ausgerechnet die finanziell schwachen Kanaren müssen das am stärksten ausbaden.

Das neue Wohnungsbaugesetz der Regierung von Pedro Sánchez ist am 26. Mai in Kraft getreten. Und die Probleme, die es lösen sollte, wurden noch verstärkt. So sehen sie aus:

Kanaren: 40 Prozent der Miet-Immobilien verschwinden vom Markt

Viele Vermieter verkauften ihre Immobilien oder änderten die Ausrichtung. Beispielsweise von Wohnraum hin zu touristischer Nutzung, für die andere Gesetze gelten. Das führte zu einem Rückgang des klassischen Miet-Angebots. Und der fällt nirgendwo in Spanien so stark aus wie auf den Kanaren.

Spanienweit verschwanden 30,6 Prozent der Miet-Immobilien vom Markt. Schon das gilt als enorm viel. Doch kein Durchschnittswert ohne Ausreißer: Den höchsten davon bilden die Kanarischen Inseln. Dort verschwanden 39,7 Prozent der Mietwohnungen und -Häuser.

Nicht nur auf den Kanaren: Landesweit sinkt das Mietangebot

Durch diesen Rückgang stieg der Druck auf den Mietmarkt. Denn die Nachfrage steigt nicht zuletzt durch immer mehr Menschen, die langfristig auf den Kanarische Inseln leben wollen. Mit der Nachfrage stiegen die Preise. Und die Probleme, die das neue Gesetz lösen sollte, wurden verstärkt. Hinzu kommen die Inflation und steigende Lebenshaltungskosten sowie Zinsen.

Der nationale Verband der Immobilienverbände (FAI) hat in einer Studie die Auswirkungen des neuen Wohnungsbaugesetzes untersucht. Für die Kanarischen Inseln stützt sich der FAI auf Daten der Asociación Canaria de Empresas de Gestión Inmobiliaria (Acegi).

Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Ziele des neuen Wohnungsbaugesetzes verfehlt wurden. Zumindest bisher. Denn nicht nur auf den Kanaren sank das Angebot und stiegen daraufhin die Preise. Auch in Märkten wie Madrid verschwand mehr als 35 Prozent des Mietangebots.

Sozialen Wohnungsbau verpasst: Kanaren haben zu wenig bezahlbaren Wohnraum

Dass der Effekt auf den Kanaren so deutlich ausfällt, liegt am traditionell kleinen Markt. Experten werfen der regionalen Politik zudem vor, bereits vor vielen Jahren Projekte zu sozialem Wohnungsbau verpasst zu haben. Und so gebe es zu wenig bezahlbaren Wohnraum.

Durch das neue Gesetz sei die ohnehin bereits angespannte Lage nochmals drastisch verstärkt worden, lautet der Vorwurf. Und so erwarten die Experten, dass die Preise auch in den kommenden Monaten weiter steigen werden.

In den beiden Hauptstädten der kanarischen Provinzen, Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria, sowie in anderen Großstädten des Archipels sind die Preise seit Inkrafttreten des Gesetzes gestiegen.

Im selben Zeitraum stieg die Nachfrage um fast 20 Prozent. Und die Gesetze der Marktwirtschaft greifen. Den schon in diesen fünf Monaten stiegen die Mieten auf den Kanaren um 16,3 Prozent. Auch das ist der höchste Anstieg in ganz Spanien.


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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