Waldbrand auf La Palma: Verursacher drohen 12 Monate Haft

Die schweren Waldbrände auf La Palma sind weiter außer Kontrolle. Bis zu 4000 Hektar Pinienwald sind bereits verbrannt. Der mutmaßliche Verursacher bleibt unterdessen in Untersuchungshaft. Laut einem Gerichtssprecher drohen ihm bis zu 12 Monate Haft.

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Wegen des Verdachts des „schwer fahrlässigen“ Handelns, werde dem 27-jährigen Deutschen aller Voraussicht nach der Prozess gemacht, teilte ein Gerichtssprecher mit. Das Gesetz sehe demnach eine Strafe zwischen sechs und zwölf Monaten Haft vor. Der Aussteiger hatte am Mittwochabend im Wald seine Notdurft verrichtet und anschließend sein Toilettenpapier angezündet. Die Flammen sprangen direkt auf umliegenden Reisig über und entzündeten einen riesigen Flächenbrand.

Während sich der Mann nur wenig später der Polizei stellte, brach ein Großfeuer aus, das inzwischen rund 4000 Hektar Pinienwald zerstört haben soll. Ein 54 Jahre alter Umwelttechniker war bereits in der ersten Nacht bei Versuchen, das Feuer einzudämmen, ums Leben gekommen. Seit Ausbruch sind rund 350 Brandbekämpfer und zwölf Lufteinheiten, bestehend aus Helikoptern und Löschflugzeugen, permanent im Einsatz. Vorsorglich waren rund 2500 Menschen evakuiert worden.

Feuer auf La Palma: Erste Brandherde unter Kontrolle

Am Wochenende hatten sich die Flammen zuletzt deutlich langsamer ausgebreitet. Für die Einsatzkräfte war dies zunächst ein Grund, vorsichtig optimistisch auf die Löscharbeiten zu blicken. Im Lauf des Sonntags soll es jedoch erneut besonders heiß werden. Ein Umstand, der eine weitere Ausbreitung möglich macht.

Am Samstagnachmittag waren in Fuencaliente vorsorglich 20 gehbehinderte Anwohner in ein entferntes Seniorenheim gebracht worden. Die Feuerfront stand zu diesem Zeitpunkt bereits unmittelbar vor der Kirche des Ortes. Da der Wind plötzlich aussetzte, atmeten Löscheinheiten und Anwohner zwischenzeitlich auf. Dennoch bleibt das Feuer auch dort weiter außer Kontrolle. Gleiches gilt für den Brandherd bei El Cabrito. Im Bereich der Landstraße, die Breña Alta, Mazo und Fuencaliente miteinander verbindet, wüten die Flammen weiter unkontrolliert.

Zumindest bei El Paso konnte der Brandherd bereits unter Kontrolle gebracht werden. Auch wenn die Löscharbeiten hier andauern, müsse eine weitere Ausbreitung in diesem Bereich La Palmas derzeit nicht befürchtet werden, hieß es von offizieller Stelle. Erst wenn neuer Wind aufkommen sollte, könnte sich daran etwas ändern, hieß es weiter.

Die Einsatzkräfte konzentrierten sich derzeit besonders auf die Löscharbeiten im Osten – oberhalb von Mazo. In diesem Bereich verläuft die inoffizielle Grenze zwischen dem Insel-Westen und -Osten. Ein Übergreifen der Flammen auf den einen weiteren Teil der Kanaren-Insel solle unbedingt verhindert werden, teilten die Verantwortlichen mit.

Waldbrände auf La Palma: Politiker mach sich vor Ort ein Bild

Kanarenpräsident Fernando Clavijo macht sich im Leitstand bereits seit Tagen regelmäßig selbst ein Bild der Lage. Auch Spaniens Umweltministerin war zwischenzeitlich aus Madrid angereist. Per Helikopter war Isabel Garcia Tejerina über das betroffene Gebiet geflogen und hatte sich im Anschluss mit lokalen Politikern zu einer Besprechung getroffen.

Weitere Informationen und Hintergründe zu den Waldbränden auf La Palma finden Sie hier. Aktuelle Nachrichten von den Kanarischen Inseln und regelmäßige Updates zur Lage auf La Palma gibt es hier.

Nachfolgend sehen Sie eine Karte des von den Flammen betroffenen Gebiets:

Waldbrand La Palma Gebiet 2016

Die Feuer auf La Palma haben bereits rund 4000 Hektar Waldfläche zerstört. Foto: Gobierno de Canarias

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Veröffentlicht in: Kanaren, Aktuelle Nachrichten

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