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2600 Hektar verbrannt: Waldbrand auf Teneriffa ist “komplexester seit 40 Jahren”


Der Waldbrand auf Teneriffa wütet auf einer Breite von 31 Kilometern. Mehr als 2600 Hektar wurden schon zerstört. Und die Flammen sind weiter außer Kontrolle.

Von Juan Martín Lesedauer: 3 Minuten

7600 Menschen mussten bereits in Sicherheit gebracht werden. Noch bis Donnerstagmorgen waren nur 150 Menschen vor dem Waldbrand auf Teneriffa geflohen. Doch nun erreicht das Feuer auch bewohnte Gebiete. Und es frisst sich unaufhörlich vorwärts.

In der Nacht zu Mittwoch bei Candelaria im Nordosten ausgebrochen, hat das Feuer nach rund 36 Stunden bereits mehr als 2600 Hektar Wald und Fläche zerstört. Die Flammen arbeiteten sich bereits am Mittwoch über den Bergkamm vor und bedrohen auf der anderen Seite nun auch bewohnte Gebiete.

In der Nacht zerstörten die Flammen die nach einer historischen Hitzewelle völlig ausgetrocknete Natur nahezu ungehindert weiter. Und so steht für den Präsidenten der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, fest, dass es sich um das “komplexeste Feuer der vergangenen 40 Jahre” handle.

Teneriffa: 7600 Menschen müssen ihre Häuser verlassen

Der Funkenflug sei so stark, dass immer wieder neue Feuer aufkommen, berichtet der Kanaren-Präsident. Das habe zu erheblichen Vorsichtsmaßnahmen geführt. Und so ließen die Behörden die Anwohner von El Rosario und Pinolere in Sicherheit bringen, womit die Zahl der Evakuierten auf 7600 stieg.

Die Zahl ist unter anderem deshalb so hoch, da sich die Flammen auf eine Länge von rund 31 Kilometern erstrecken. Ausgebrochen in den Bergen von Arafo und Candelaria, arbeitete sich das Feuer von zwei Seiten in den Norden vor. Dort trat es am Mittwoch in die Gemeinden Santa Úrsula und La Victoria de Acentejo ein.

Waldbrand auf Teneriffa sorgt für gefährliche Luft

Die Verantwortlichen bitten die Anwohner der betroffenen Gebiete, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Luftbelastung sei so stark, dass mindestens in den Gemeinden Güímar, Arafo, Candelaria und El Rosario die Gefahr von Vergiftungen bestehe. Zudem regnet es an mehreren Stellen der Insel Asche, wie das folgende Bild einer Anwohnerin zeigt:

Waldbrand Teneriffa Asche 08-2023

Kohle und Asche werden von der aufsteigenden Hitze des Waldbrands auf Teneriffa mitunter kilometerweit getragen. Foto: Patricia Serrano

So breitet sich der Waldbrand auf Teneriffa weiter aus

Das Feuer breitet sich derzeit vor allem weiter nach Norden aus. Daher ist es denkbar, dass nach der Entscheidung des Bürgermeisters von La Orotava, die Bevölkerungszentren von Aguamansa, Pinolere und das Hochland von La Florida präventiv zu evakuieren, auch weitere Räumungen bevorstehen.

Inzwischen sind neben 350 Personen verschiedener Löschtruppen am Boden, bereits 16 Lufteinheiten an den Löscharbeiten beteiligt. Drei weitere Löschflugzeuge werden im Laufe des Donnerstags erwartet. Allerdings können nicht alle Lufteinheiten gleichzeitig aufsteigen. Aus Sicherheitsgründen ist dies immer nur formationsweise möglich.

Waldbrände auf Teneriffa: Rauch trägt Funken fort und löst neue Brände aus

Die meteorologische Beraterin der Insel-Regierung von Teneriffa, Vicky Palma, sagte, die Insel sei “mit einem Feuer konfrontiert, das wir auf den Kanarischen Inseln so noch nie gesehen haben”. Der Himmel über den Städten Santa Cruz und La Laguna sehe zwar dicht bewölkt aus, doch laut Palma seien das ausschließlich Rauchschwaden.

Durch diese Gegebenheiten würden ganz eigene meteorologische Bedingungen geschaffen. Die Rauchsäule entwickle eine große Kraft. Sie könne kleine Partikel aufsaugen und mit sich tragen. Das führe zu Funkenflug und Sekundärbränden an anderen Stellen, sagte Palma.

Teneriffa sperrt Straßen für die Einsatzkräfte des Waldbrands

Die Insel-Verwaltung ließ mehrere Straßen sperren. Dies diene nur zum Teil der Sicherheit. Vor allem gehe es darum, dass sich die Einsatzkräfte frei bewegen können, sagte Dávila am Vormittag.

“Wir werden an der Spitze des Feuers arbeiten, wo es in der Nacht am aktivsten war – wie in La Orotava”, sagte die Insel-Präsidentin. Dort sei bereits eine Brandschneise gelegt worden, um das Feuer einzudämmen. Man konzentriere sich derzeit insbesondere auf die städtischen Gebiete, hieß es weiter.

Wie sich der Waldbrand auf Teneriffa weiter entwickelt, erfahren Sie regelmäßig hier bei uns. Nachfolgend gibt es zudem aktuelle Eindrücke:


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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