Familiendrama auf Teneriffa: So lockte der Vater seine Familie in die Todes-Höhle


Nach dem Familendrama auf Teneriffa werden immer mehr Details bekannt. Die Ermittler wissen nun, wie der Vater seine Familie in die Höhle lockte, in der er die Mutter seiner Kinder und seinen älteren Sohn umgebracht haben soll. Der Mann war zwischenzeitlich unter Polizeischutz zurück in sein Haus gebracht worden. Derweil wurde im Netz eine falsche Familie angefeindet. Das sind die Einzelheiten zum aktuellen Ermittlungsstand:

Im Fall der getöteten Deutschen und ihrem zehnjährigen Sohn gibt es neue Einzelheiten. Demnach habe der Familienvater seine zwei Söhne und die Mutter der Kinder unter einem Vorwand in die Höhle gelockt. Die Tat sei wahrscheinlich von langer Hand geplant gewesen, heißt es aus Ermittlerkreisen.

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Die Familie soll im Trennungsprozess gewesen sein. Den Wunsch der Trennung soll die 39-Jährige ihrem Partner schon vor einiger Zeit mitgeteilt haben. Der Mann hatte bereits seit vielen Jahren auf Teneriffa gelebt, Mutter und Kinder behielten ihren Lebensmittelpunkt hingegen in Sachsen-Anhalt. Als die Familie schließlich am Ostermontag zu Besuch auf Teneriffa landete, soll der 43-Jährige den Mord längst geplant haben.

Familiendrama auf Teneriffa: Vater nutze Vertrauen seiner Familie aus

Getarnt als Osterspaziergang sei der Mann mit seinen späteren Opfern in Richtung Hinterland aufgebrochen. In der Gemeinde Taucho, zwischen dem Barranco del Infierno und dem Barranco El Burro, habe er dann behauptet, Ostereier in einer der Höhlen versteckt zu haben. Die Familie ging daraufhin völlig unbefangen geschlossen hinein. Dort habe der 43-Jährige dann plötzlich damit angefangen, auf die Mutter einzuschlagen.

Nach Aussage der Zeugin, die als Übersetzerin fungierte, habe der Junge bei der Polizei ausgesagt, dass der Vater so lange auf seine Mutter eingeschlagen habe, bis diese regungslos auf dem Boden liegen blieb. Dann soll er auf seinen zehnjährigen Sohn losgegangen sein. Daraufhin habe der Kleine einen Stein nach seinem Vater geworfen und sei davongelaufen.

Mehrere Stunden irrte der Junge durch den Wald, bis ihn schließlich Passanten zitternd aufgefunden und zu Übersetzerin Annelies gebracht hatten. Gemeinsam mit der Niederländerin wurde dann die die Geschichte des Jungen der Polizei übersetzt, die schließlich eine Suchaktion mit mehr als 100 Helfern, einer Hundestaffel sowie Hubschraubern startete. Am Mittwoch gegen 16.30 Uhr wurden die Mutter und der Bruder des Kleinen schließlich von einem freiwilligen Helfer aus Deutschland tot aufgefunden.

Nach Mord an Mutter und Bruder auf Teneriffa: „Kleiner Held“ wartet im Heim

Annelies sei seither Haupt-Bezugsperson für den Kleinen. Er sei inzwischen in einem Heim untergebracht, heiß es. Dennoch kümmert sich die Niederländerin weiter um den Jungen und besucht ihn so oft es geht. Am Donnerstag hatte sie ihn sogar zum Einkauf mitgenommen, damit er mit ihrem Enkelsohn spielen konnte. Sie sieht in dem Jungen einen kleinen Helden, ohne dessen Mut die Morde nicht so schnell bekannt geworden wären.

Unterdessen hatte die Guardia Civil im Rahmen der Ermittlungen den mutmaßlichen Täter in dessen Haus zurückgebracht. Dort sollten weitere Spuren und Erkenntnisse gesammelt werden. Bei der Ankunft wurde der 43-Jährige von Anwohnern beschimpft. Die Polizei musste den Deutschen abschirmen.

Nach Doppelmord auf Teneriffa: Falsche Familie im Netz angefeindet

Aufgrund einer Verwechslung war zwischenzeitlich auch eine Familie mit gleichem Namen in Deutschland angegangen worden. Das Foto des Familienvaters wurde aus sozialen Medien kopiert und im Internet verbreitet. Die deutsche Polizei riet der Familie daraufhin, alle Internet-Profile so umzustellen, dass sie nicht mehr von Fremden eingesehen werden können. Die Opfer der Verwechslung prüfen derzeit rechtliche Schritte gegen alle, die ihre Fotos gezeigt hatten.

Die richtige Familie der Todesopfer soll den überlebenden Sohn unterdessen schon bald auf Teneriffa abholen. In der Zwischenzeit bleibt er im Heim und wird weiter von Annelies umsorgt.

Tiefe Bestürzung und Volkstrauer auf Teneriffa

Auf Teneriffa herrscht derweil tiefe Bestürzung. Bereits am Mittwoch waren zwei Tage offizielle Trauer angeordnet worden. Der Bürgermeister von Adeje, José Miguel Rodríguez Fraga, hatte diese gemeinsam mit dem Stadtrat angeordnet und alle Flaggen auf Halbmast hissen lassen.

„Wir müssen uns stärker als Bürgerschaft engagieren, aber auch aus dem politischen und juristischen Bereich, um die Frauenmorde zu beenden“, sagte Adejes Bürgermeister. Sogenannte „Macho-Gewalt“ wird auf den Kanaren seit Jahren sehr ernst genommen und empfindlich bestraft. Bereits kurz nach der Tat fanden auf Teneriffa entsprechende Kundgebungen verschiedener Interessensgemeinschaften statt.

Die Ermittlungen zum Tathergang sowie die Vernehmungen des mutmaßlichen Täters und möglicher weiterer Zeugen gehen in der Zwischenzeit weiter.

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Familiendrama auf Teneriffa: So lockte der Vater seine Familie in die Todes-Höhle

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