Familiendrama auf Teneriffa: So geht es für den überlebenden Jungen weiter


Nach dem tödlichen Familiendrama auf Teneriffa gehen die Ermittlungen weiter. Auch in Deutschland wurden die Behörden nun aktiv. Unterdessen ist der überlebende Junge, der den Fall durch seinen Mut erst publik gemacht hatte, weiterhin in der Obhut von Betreuern. Angehörige konnten ihn bislang nicht abholen. Die Einzelheiten:

Der Überlebende Junge des Familiendramas bei Adeje soll vorerst von einem Priester betreut werden. Das gaben die zuständigen Behörden auf Teneriffa nun bekannt. Der Sechsjährige soll den Priester demnach bereits kennen. Eigentlich sollte der Junge direkt in die Obhut der Großeltern mütterlicherseits oder der einer Tante gegeben werden. Doch die Angehörigen stünden noch zu sehr unter Schock und seien nicht reisefähig, hieß es.

Mutter und Bruder auf Teneriffa getötet: Sechsjähriger soll von Geistlichem betreut werden

Derweil wurde bekannt, dass der Junge noch immer nicht wissen soll, dass seine Mutter und sein Bruder in der Höhle gestorben waren. Nach dem tragischen Verbrechen am Dienstag war das Kind zunächst von Sozialarbeitern und Psychologen betreut worden. Zudem war auch eine Niederländerin zur zwischenzeitlichen Bezugsperson geworden. Die Frau hatte die Geschichte des Jungen für die Polizei übersetzt. Mit dem Priester soll für den Jungen nun so lange Kontinuität gewährleistet werden, bis die Familie ihn abholen komme, hieß es.

Deutsche Medien hatten berichtet, der Geistliche habe die Familie kontaktiert und seine Hilfe angeboten. Dem widersprach der Priester nun. Nach eigener Aussage habe er vielmehr der Polizei seine Hilfe angeboten, die dieses Angebot weiterleitete. Der Richter hatte daraufhin angeordnet, dass die Vormundschaft des Jungen zunächst bei den kanarischen Behörden bleibt, bis der Geistliche seine Qualifikation für eine Vormundschaft gezeigt habe. Auch dies war am Wochenende von verschiedenen Medien fälschlicherweise anders berichtet worden.

Für Ermittlungen auf Teneriffa: Auch Wohnung in Deutschland durchsucht

Unterdessen haben am Samstag deutsche Behörden die Wohnung der Familie in Sachsen-Anhalt durchsucht. Die kanarischen Behörden hatten ein entsprechendes Amtshilfe-Gesuch gestellt. Hintergrund der Durchsuchung sei gewesen, dass weitere Anhaltspunkte für die tatsächlichen Beweggründe des Verbrechens gesucht wurden.

Bislang gehen die Behörden auf Teneriffa davon aus, dass der Vater des Kindes die Mutter und den Sohn aus Eifersucht getötet habe. Die Familie soll demnach bereits seit zwei Jahren getrennt gelebt haben. Den Kindern zuliebe sei die 39 Jahre alte Mutter regelmäßig nach Teneriffa gereist.

Familiendrama auf Teneriffa: Vater hatte wohl noch auf Versöhnung gehofft

Dem bisherigen Ermittlungsstand zufolge könne der Vater auf eine Versöhnung gehofft haben, während die Mutter die Scheidung durchsetzen wollte. Aus diesem Grund soll der Vater die Familie am Dienstag getötet haben. Dem bisherigen Ermittlungsstand zufolge habe er die Familie unter dem Vorwand einer Osterüberraschung in eine Höhle gelockt und dort erst auf die Mutter, dann auf den zehnjährigen Sohn eingeschlagen. Der kleine Bruder war davongelaufen und erst nach Stunden von Passanten aufgegriffen und zur Polizei gebracht worden.

Der Tod der 39-Jährigen und ihres zehnjährigen Sohnes sei durch stumpfe Gewalteinwirkung mit einem Stein verursacht worden, bestätigte ein Justizsprecher am Freitag. Juan Salvador Léon erklärte weiter, dass es sich der Ansicht seiner Behörde nach um eine vorsätzliche Tötung gehandelt habe. Ob es sich tatsächlich um Vorsatz oder eine Tat im Affekt gehandelt hatte, muss im Rahmen des Gerichtsverfahrens festgestellt werden.

Der Vater wurde als mutmaßlicher Täter bereits am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an.

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