Düsseldorf, Köln und Santa Cruz de Tenerife haben mehr gemeinsam als den Karneval. Die drei Städte gelten als Hochburgen für freilebende Papageien. Halsbandsittiche haben die Großstädte erobert. Und sie sind nur schwer in den Griff zu bekommen.
Die Fundación Neotrópico ist für die Bekämpfung der freilebenden Papageien auf der gesamten Insel Teneriffa zuständig. Doch die meiste Arbeit hat die Stiftung in der Hauptstadt, in La Laguna und in Las Galletas im Süden der Kanaren-Insel.
Bei er letzten Zählung vor etwa drei Jahren waren noch rund 300 Exemplare des Papageien gezählt worden. Inzwischen gilt die Zahl als deutlich gestiegen. Und das hat Folgen.
Papageien auf Teneriffa sind einheimischen Vögeln überlegen
Trotz größter Mühe kann die Population der Kramer-Papageien nicht unter Kontrolle gebracht werden. Und da die Tiere einheimischen Arten kognitiv überlegen sind, werden für diese beispielsweise die Futterquellen knapper. Eine Ausrottung gilt als zunehmend unmöglich.
Laut Stiftung seien die Vögel sehr intelligente und schwer fassbare Tiere. In Fallen würden sie daher auch nur hin und wieder tappen. Erst recht, wenn es warm ist. Erst wenn es kühler wird, seien sie tendenziell eher bereit, sich in Gefahr zu begeben.
„Papagei des kleinen Mannes“ breitet sich auf den Kanaren aus
Die Tiere vermehren sich in der Regel exponentiell. Sie legen im Durchschnitt zwischen zwei und sechs Eiern pro Jahr. Auch die Stiftung bestätigt, dass die Halsbandsittiche damit in der Lage sind, ihre Population binnen kürzester Zeit trotz der Fallen wieder zu vergrößern.
Dass sich die Tiere überhaupt so stark ausbreiten, ist mit einem Rückblick zu erklären: In den 80er-Jahren galt der Halsbandsittich als „Papagei des kleinen Mannes“. Die gängigen Aras waren zu teuer und so hielten viele Menschen einen der Kramer-Papageien.
Da die Tiere bis zu 20 Jahre alt werden, gelangen im Laufe ihres Lebens hin und wieder Exemplare in Freiheit. Dort begannen sie, sich zu vermehren. Und das geschah lange Zeit unbemerkt. Bis plötzlich eine große Stamm-Population verzeichnet wurde. Neotropica spricht von einer „regelrechten Bevölkerungsexplosion“.
Halsbandsittiche gelten als Problem – doch es gibt größere
Nicht nur aufgrund der Futterlage, sondern auch, weil Halsbandsittiche als sehr territorial gelten, vertreiben sie einheimische Arten aus deren Lebensräumen. Daher sei es laut Experten notwendig, eine erneute Zählung durchzuführen. So gebe es einen Vergleich und es könne genauer gesagt werden, ob die von Passanten oft bewunderten Tiere zu einem größeren Problem würden.
Durch das zunächst niedliche Auftreten der Vögel würden viele Passanten die Gefahr übersehen, die von den Papageien für einheimische Tiere ausgehe. Die Stiftung möchte daher Aufklärung betreiben und auf die Problematik aufmerksam machen.
Auf der anderen Seite sei die Problematik nicht so groß, wie beispielsweise auf Gran Canaria die Ausbreitung der Kalifornischen Königsnatter. Doch im Verhältnis seien die Halsbandsittiche dennoch als invasive Art zu verstehen. Und das nicht nur auf Teneriffa.
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Halsbandsittiche: Invasive Papageien erobern die Kanaren
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