Kritik an Teneriffas Regierung wegen „miesem“ Zustand der Autobahn TF-1


Der Verband der Bauunternehmer von Santa Cruz prangert den "miesen" Zustand der Autobahn TF-1 an. Geschäftsleute auf Teneriffa sprechen von "historischer Vernachlässigung" und sehen die Schuld bei der Insel-Regierung. Auch im Norden gibt es Straßen in schlechtem Zustand.

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Die Süd-Autobahn auf Teneriffa gilt als Sorgenkind. In manchen Streckenabschnitten machen Schlaglöcher das Fahren „extrem gefährlich“, wie der Präsident der Bauunternehmer von Santa Cruz de Tenerife sagt. Laut Oscar Izquierdo gibt es in der Folge „immer mehr Autofahrer auf der linken Spur, weil die weniger betroffen ist.“ Das führe in der Konsequenz „zu Verkehrsproblemen und sehr heiklen Situationen“.

Der Verband forderte die Insel-Regierung nun dazu auf, sich dem Problem zu stellen. „Viele der Unfälle auf unseren Straßen sind nicht die Folgen menschlichen Versagens, sondern vielmehr des Versagens der Regierung“, sagte der Präsident der Fepeco weiter.

Von dem Verband, aber auch in sozialen Medien wird, schon länger die „historische Vernachlässigung“ der TF-1 angeprangert. Die Süd-Autobahn ist eine der am stärksten frequentierten Autobahnen des gesamten kanarischen Archipels. Vor der Pandemie waren bis zu 70.000 Fahrzeuge zwischen Fañabé und Las Chafiras unterwegs. Auf dem Teilabschnitt zwischen Guaza und Los Cristianos sind es zu normalen Zeiten sogar bis zu 100.000 Fahrzeuge täglich. Neben der hohen Verkehrsdichte sei besonders der Lastverkehr ein Faktor für die starke Abnutzung der Fahrbahnen.

Izquierdo: „Miese“ Wartung gefährdet die Sicherheit auf Teneriffas Autobahnen

Izquierdo sieht den Hauptgrund für den aktuellen Zustand der Autobahn in der jahrelangen „miesen“ Wartung durch die Inselregierung. „Auf Teneriffa ist die Straßen-Instandhaltung historisch gesehen gescheitert. Sie muss kontinuierlich erfolgen – und das ist ein Thema der Insel. Im Fall der Autopista del Sur ist die Sicherheit, die eine gute Infrastruktur erfordert, nicht ausreichend beachtet worden.“

Weiter sagt der Präsident der Bauunternehmer: „Autobahnen und Straßen müssen nicht nur gebaut, sondern auch instand gehalten werden. Sie sind 24 Stunden täglich und 365 Tage im Jahr im Dienst. Und dabei müssen sie vor allem sicher sein.“

Teneriffa: Aufträge zur Sanierung der TF-1 bereits vergeben

Der Zorn über den aktuellen Zustand wird unter anderem durch eine ruhende Vertragsvergabe erklärt. Denn der Auftrag zur Sanierung ist längst beschlossen. 19 Millionen Euro wurden dem Unternehmen Sacyr in Aussicht gestellt. „Das einzige, was fehlt, ist die Unterzeichnung des Vertrags“, sagte Izquierdo.

Damit hat der Verband also ein ureigenes Interesse an dem Auftrag, was die scharfe Kritik in einem anderen Licht erscheinen lässt. Allerding sind Teilabschnitte von Teneriffas Autobahnen tatsächlich in einem bedenklichen Zustand. Die TF-5 im Norden der Insel weist stellenweise ebenfalls enorme Schlaglöcher auf.

Auch die Nord-Autobahn soll daher saniert werden. Für die Maßnahme wurden bereits zehn Monate Bauzeit veranschlagt. Gearbeitet werden soll, wie bei der auf 14 Monate ausgelegten Maßnahme im Süden, überwiegend nachts. Genehmigt wurden die Arbeiten bereits im März. Kurze Zeit später war der Alarmzustand verhängt worden. Seither ruht der Auftrag.

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Kritik an Teneriffas Regierung wegen „miesem“ Zustand der Autobahn TF-1

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.