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Polizei auf Teneriffa nimmt Kuh fest – und tauft sie Lola


Auf Teneriffa ist eine Kuh von der Polizei mitgenommen worden. Auf dem Gelände der Wache von La Laguna im Norden der Kanaren-Insel wurde ihr erstmal ein Name verpasst.

Von Juan Martín Lesedauer: 3 Minuten

Das war die ungewöhnlichste Festnahme des Jahres für die Polizei von Teneriffa. In La Laguna im Norden der Kanaren-Insel wurden die Beamten zu einem speziellen Einsatz gerufen. Eine Kuh hatte sich verirrt. Die Beamten nahmen das Tier in Gewahrsam und brachten es auf den eigenen Hof.

Dort angekommen, wurde zunächst ein Name für die Kuh gesucht. Die Beamten tauften sie Lola. Inzwischen ist jedoch klar, dass sie längst einen Name hatte: Mejorana. Doch in der kleinen Stadt im Norden Teneriffas wird “Kuh Lola” als geflügeltes Wort in die Geschichte eingehen.

Passiert war all das in den frühen Morgenstunden des vergangenen Sonntags. Lola war auf einer Hauptverkehrsstraße der Stadt entdeckt worden. Vorsichtshalber wurde die Polizei informiert, um sich dem ungewöhnlichen Verkehrsteilnehmer anzunehmen.

Und tatsächlich konnten die Beamten das Tier einfangen. Allerdings benötigte es bis dahin einige Versuche. Doch wohin überhaupt mit einer ausgewachsenen Kuh? Das Tier musste kurzerhand mit auf den Hof der Wache. Und so wurde Lola die ungewöhnlichste Festnahme seit langem.

Auf Teneriffa ausgebüxte Kuh hatte wohl ihr Kalb gesucht

Von dort aus begann die Suche nach der Herkunft Lolas. Fündig wurde die Polizei schließlich bei José Manuel Trujillo. Dem Landwirt gehört das Tier. Und so konnte er auch aufklären, wie seine Kuh eigentlich heißt.

Sie gehört auf eine Farm in San Diego. Ausgebüxt war Lola allerdings während der Las-Mercedes-Pilgerfahrt. Besitzer und Polizei gehen davon aus, dass sich Lola auf die Suche nach ihrem Kalb gemacht hat. Das lebt “seit sechs Monaten zusammen mit neun weiteren” in Tegueste, sagte der Farmer. Dennoch sei ein solches Verhalten “nicht üblich”.

Ebenfalls unklar sei, wie sich Lola aus dem Staub machen konnte. Die Mauer des Bauernhofs sei mehr als zwei Meter hoch, sagte der Besitzer. Und auch, dass das Tier einen Kilometer weit unbemerkt bis nahe an das Zentrum La Lagunas laufen konnte, sei ungewöhnlich. Dort jedenfalls wurde sie entdeckt und schließlich von der Polizei “abgeführt”.

So fing die Polizei auf Teneriffa Kuh Lola ein

Antonio Amador, diensthabender Leiter der Nachtschicht bei der örtlichen Polizei, sagt: “Die Wahrheit ist, dass wir es nicht glauben konnten, als unsere Kollegen von der Kuh erzählten.” Er habe es “zuerst für einen Scherz” gehalten, “denn um vier Uhr morgens ist eine Kuh in La Laguna schon etwas seltsam”, sagt Amador.

Schließlich habe man doch einmal nachgesehen. Als sich die Geschichte als wahr entpuppte, schnitten die Beamten dem Tier mit ihren Streifenwagen den Weg ab. Andernfalls hätte Lola in den Verkehr der Vía de Ronda geraten können. “Wir versuchten, sie zu stoppen, indem wir sie mit den Autos blockierten, aber sie wich aus und kam über die Calle del Agua bis zum Casino.”

Dort entwischte Lola dem nächsten Versuch, als Amador sie mit der Hand einfangen wollte. “Beim vierten oder fünften Versuch gelang es mir, das Tier in einer Ecke der Gasse San Roque einzufangen und wir brachten es zum Hauptquartier.”

Dort sei Lola schließlich mit Wasser versorgt worden und habe einen Namen erhalten. Dann machten sich die Beamten an den Papierkram und begannen mit der Suche nach ihrem eigentlichen Zuhause.

Einsatz auf Teneriffa: “Freilaufende Pferde oder Esel, aber eine Kuh?”

Der von der Polizei kontaktierte Besitzer sei “kurz vor einem Herzinfarkt” gewesen. Er habe sich Sorgen gemacht, dass Lola einen Unfall ausgelöst haben könnte. Doch zum Glück “ist es eine reine Anekdote geblieben”.

Das sieht auch Antonio Amador so. Ihm bleibt der Einsatz ebenfalls in Erinnerung: “Es gab schon Probleme mit freilaufenden Pferden, entlaufenen Eseln…” Über die Kuh sei er dann aber doch sehr überrascht gewesen. Anders Lola selbst: Sie hat ihr Abenteuer gut überstanden und sei entspannter, als es ihr Besitzer vorher erwartet habe.


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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