Corona-Tests für Kanaren-Urlauber „unwahrscheinlich“ – Sorge vor zweiter Welle


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Der Direktor des Koordinationszentrums für Gesundheitsalarme und Notfälle, Fernando Simón, hält flächendeckende Corona-Tests für ausländische Touristen für „nicht sehr wahrscheinlich“. Damit hat er dem entsprechenden Antrag der kanarischen Regierung einen weiteren Dämpfer verpasst. Allerdings wächst nach der nächsten Covid-19-Welle in China die Sorge vor der Wiedereröffnung des Tourismus in Spanien ab Sonntag.

„Versetzen Sie sich in die Lage, dass ein Flugzeug mit 300 bis 400 Passagieren ankommt. Wenn dann noch eine Maschine nach der anderen eintrifft, müssten Tests in einer angemessenen Zeit durchgeführt werden, denn nicht all diese Passagiere können mit ausreichend Abstand auf ihren Test warten. All dies erfordert neben gesundheitlichen Kriterien auch logistische und wirtschaftliche Aspekte zu beachten“, sagte Simón.

Corona-Tests bei Kanaren-Touristen können „falsche Sicherheit“ erzeugen

Zudem müsse am Ende bewertet werden, ob solche Tests dann wirklich einen Mehrwert böten. Denn ein negatives Ergebnis bedeute nicht automatisch, dass die Person auch nicht infiziert sei. Es könne sein, dass das Virus zu diesem Zeitpunkt lediglich noch nicht ausgebrochen ist. Damit würde eine „falsche Sicherheit“ entstehen, die wiederum gefährlich sein könne.

Allerdings, so sagte der Gesundheitsexperte weiter, werde das Gesundheitsministerium ab Sonntag, wenn die „neue Normalität“ einkehre, wieder eine rein beratende Position einnehmen. Daher liege die Befugnis bei den einzelnen Regionen Spaniens. Simón machte deutlich: Die Kanarischen Inseln müssen „dies bewerten und eigenständig eine Entscheidung treffen“.

Zweite Corona-Welle in China bereitet einigen Spaniern Sorge

Allerdings hat die zweite Welle des Corona-Virus in China Sorgen in Spanien ausgelöst. Hinsichtlich der Öffnung der Grenzen und der uneingeschränkten Mobilität, die ab Sonntag einsetzen soll, gibt es dort nun erneute Diskussionen.

„Wir beobachten mit großem Interesse, was in Peking passiert, da es ihnen gelungen ist, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen und es viele Wochen keine neuen Fälle gab. Sie haben bei der Einreise sehr streng kontrolliert.“ Die jetzige Situation sei „ein Spiegelbild dessen, was in jedem anderen Land passieren kann“, sagte Simón zur Lage im Ausbruchsland von Civid-19. Auch der Fall, bei dem in einer Fleisch-Fabrik in Deutschland mehr als 650 Mitarbeiter mit Corona infiziert wurden, werde in diesem Kontext beobachtet.

In Peking war auf dem Hauptmarkt der Stadt ein weiterer Ausbruch registriert worden. Rund 170 neue Fälle wurden daraufhin bisher von den Gesundheitsbehörden diagnostiziert. In der Folge wurden neun Distrikte abgeriegelt und diverse Schulen geschlossen. Zudem mussten Hunderte Flüge gestrichen und Bewegungsverbote für die Stadt ausgesprochen werden.

Corona-Virus: Spanien will sich auf die Verfolgung von Einzelfällen konzentrieren

Dennoch versuchte Simón am Mittwoch ausdrücklich Ruhe auszustrahlen: Das Hauptinteresse sei nun, da die Übertragung des Virus allgemein kontrolliert wird, Einzelfälle zu verfolgen und so den weiteren Abwärtstrend voranzutreiben. Dieser sei „langsam, aber progressiv und seit vielen Tagen stabil“.

Spanienweit waren am Mittwoch 141 Neuinfektionen gemeldet worden. Das waren doppelt so viele wie am Vortag. Betroffen waren hauptsächlich die Regionen Madrid (65 Corona-Fälle), Castilla y León (24) und Katalonien (23).

Die Gesamtzahl der durch PCR-Tests bestätigten Corona-Befunde in Spanien liegt bei 244.683 Fällen. Damit liegt das Land hinter den USA (2.104.346 Fälle), Brasilien (923.189), Russland (553.301) und dem Vereinigten Königreich (298.136) an fünfter Stelle. Nach einer Bilanz der Johns-Hopkins-Universität sind weltweit fast 8,2 Millionen Infizierte und mehr als 444.000 Todesfälle, die mit Covid-19 in Verbindung stehen, registriert worden.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.