Energiesparplan: Klimaanlagen kühlen auf den Kanaren nur noch bis 27 Grad


Spanien hat klare Vorgaben für Heizung und Klimaanlage ausgegeben. Außerdem wird geregelt, ab wann im öffentlichen Bereich die Beleuchtung ausgeschaltet wird. Diese und weitere Regeln werden zum Energiesparen eingeführt - auch auf den Kanarischen Inseln.

Lesedauer: 3 Min.

Die Kanarischen Inseln müssen sich über Heizungen im Winter ohnehin nur bedingt Gedanken machen. Dennoch gibt es nun konkrete Vorgaben, was das Heizen im Winter und das Kühlen im Sommer angeht. Und mindestens letztes wird ein Thema auf den Kanaren werden.

„Die Situation ist kritisch und es könnte jederzeit zu einer russischen Gassperre kommen“, sagte die Ministerin für ökologischen Wandel, Teresa Ribera, in Madrid. Es war eine Einleitung, die wenig Raum für Diskussionen offen lasen sollte. Denn was Ribera zu sagen hatte, schmeckt vielen Menschen in Spanien so gar nicht.

„Die Spanier werden diesen Winter nicht frieren“, sagte Ribera, die zugleich Vizepräsidentin ist. Zumindest auf den Kanaren dürfte diese Sorge ohnehin nicht besonders groß sein, bleiben wirklich kalte Tage in den meisten Gemeinden doch eher die Seltenheit.

Bei der Vorstellung des Spanischen Energiespar-Plans, der auch für die Kanarischen Inseln gilt, wurde schnell klar, dass es um Einschränkungen geht. Denn während die nächste Hitzewelle über die Inseln zieht, wird auch den Menschen auf den Inseln mitgeteilt, dass die Klimaanlagen künftig nicht mehr auf Wohlfühltemperatur heruntergedreht werden dürfen.

Denn laut Experten gilt eine Raumtemperatur zwischen 20 und 22 Grad als optimal. Und diese wird bis mindestens November 2023 nicht mehr erreicht. Nach dem Ministerrat machte Ribera deutlich, dass „es noch vor September notwendig ist, dieses erste Spar- und Effizienzpaket anzugehen“.

Energiespar-Plan in Spanien – das müssen die Kanaren einhalten

Bei Zuwiderhandlung drohen Sanktionen. Denn das Ziel ist sportlich: Sieben Prozent des nationalen Energieverbrauchs sollen eingespart werden. Und dass die Vorgaben des Maßnahmenpakets eingehalten werden, wird Aufgabe der Autonomen Gemeinschaften sein. Sie sollen die Überwachung übernehmen. Folgendermaßen sehen die einzelnen Punkte aus:

Klimaanlage und Heizung werden auf den Kanaren geregelt

Bis mindestens November 2023 gilt vorerst die Vorgabe, im Sommer maximal auf 27 Grad zu kühlen, während im Winter eine via Heizung erreichte Raumtemperatur von maximal 19 Grad gestattet wird. Begründet wird dies mit der Rechnung, dass jedes  eingesparte Grad Celsius den Energieverbrauch um etwa sieben Prozent reduziere.

Diese Einsparungen gelten demnach für öffentliche Gebäude, den Kultur-Bereich, Hotels, Kinos, den öffentlichen Personennahverkehr, Flughäfen und Kaufhäuser.

Kanaren: Energiesparen auch bei der Beleuchtung

Ab 22 Uhr werden Geschäfte dazu angehalten, die Schaufensterbeleuchtung zu deaktivieren. Auch öffentliche Gebäude werden dann nicht mehr angestrahlt. Denkmäler bleiben dann ebenfalls dunkel.

Diese Maßnahme gilt sieben Tage nach ihrer Veröffentlichung im offiziellen Amtsblatt des Landes, dem BOE, als bindend. Erste Hotels hatten das bereits pro aktiv eingeführt, um aufgrund der stark angestiegenen Strompreise Energie einzusparen.

Kanaren müssen Fenster und Türen geschlossen halten

Wenn die Klimaanlage oder die Heizung läuft, müssen Räume künftig geschlossen bleiben. Gelüftet wird dann nur noch stoßweise. Dafür müssen größere Gebäue über ein Türschließsystem verfügen. Daher gilt eine verlängerte Übergangsphase von zwei Monaten.

Zum Energiesparen: Spanien weitet Homeoffice-Regelung aus

Ein weiterer Faktor beim Einsparen von Energie soll Telearbeit werden. Ähnlich wie schon während der Krise in den vergangenen Jahren sollen Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten dürfen. Das verschiebt den Energieverbrauch zwar auf den Privatsektor, in manchen Unternehmen können so allerdings ganze Etagen ohne Licht und Heizung oder Kühlung auskommen.

Überwachung des Energiespar-Plans in Spanien wird eingeführt

Um zu überwachen, ob der Energiespar-Plan landesweit umgesetzt wird, sollen außerordentliche Immobilien- und Energieeffizienz-Prüfungen durchgeführt werden. Diese Maßnahme werde bis zum 31. Dezember 2022 umgesetzt, hieß es. Sofern die vergangene Prüfung vor dem 1. Januar 2021 stattgefunden habe, würden beispielsweise Heizkessel also erneut untersucht. Auch dadurch sollen Energiefresser enttarnt und verboten werden.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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