Feuer-Bilanz auf La Palma: Heli abgestürzt, 5000 Hektar verbrannt

Die Waldbrände auf La Palma sind unter Kontrolle. Rund 60 Brandbekämpfer bleiben im Einsatz, um die Ausläufer zu löschen und schnell auf mögliche Glutnester reagieren zu können. Auch zwei Lufteinheiten sind weiter vor Ort. Unterdessen stürzte ein Lösch-Hubschrauber ab. Eine Bilanz.

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Rund 5000 Hektar Wald hat das Feuer auf der Kanaren-Insel La Palma vernichtet. Während sich die großen Bäume teilweise von den Flammen regenerieren werden (mehr dazu lesen Sie hier), wird es Jahre dauern, bis die vernichteten Sträucher, Setzlinge und weitere Pflanzen wieder aufgeforstet sind.

Die Bilanz der verheerenden Waldbrände liest sich auch sonst drastisch: Bereits in der ersten Nacht des am 3. August ausgebrochenen Feuers kam ein Forstmitarbeiter ums Leben. Als sich der Wind drehte, wurde der erfahrene 54-Jährige von den Flammen eingeschlossen. Er hinterlässt eine Ehefrau und fünf Kinder.

La Palma: Lösch-Hubschrauber abgestürzt

Zudem war am Mittwoch ein Lösch-Hubschrauber im Einsatz abgestürzt. Nach Zeugenaussagen drehte sich der Helikopter zunächst um die eigene Achse, bevor der Pilot die Kontrolle verlor und abstürzte. Der Heli zerschellte am Boden. Die zweiköpfige Besatzung überstand den Unfall mit Prellungen und leichten Verletzungen. Die Blackbox wird derzeit bei der spanischen Flugsicherheit ausgewertet. Aufgrund des Unfallhergangs gehen Experten derzeit von Problemen mit dem Heckrotor aus.

Um die Ausläufer der Waldbrände unter Kontrolle zu halten und bei möglicherweise erneut aufflammenden Glutnestern schnell reagieren zu können, verbleiben zunächst 60 Brandbekämpfer in dem betroffenen Gebiet auf La Palma. Die Helfer werden von zwei Lösch-Helikoptern unterstützt. Experten rechnen damit, dass der Einsatz bald komplett beendet werden kann.

Unterdessen gab die Regierung der Kanarischen Inseln eine Warnung für La Palma, Teneriffa, Gran Canaria, La Gomera und El Hierro aus. Durch die anhaltend heißen Temperaturen sei das Risiko für weitere Waldbrände uneingeschränkt hoch, hieß es. Am Mittwoch waren auf Gran Canaria 43 Grad gemessen worden. Durch die Hitze sei der Waldboden auf allen Inseln teilweise extrem feueranfällig.

Feuer auf La Palma: 5000 Hektar Wald verbrannt

Das Feuer auf La Palma hatte rund 5000 Hektar Waldfläche vernichtet, nachdem ein junger Deutscher im Wald sein benutztes Toilettenpapier angezündet hatte, um es so zu beseitigen. Der Aussteiger lebte in einer Lavahöhle und hatte seine Notdurft im Wald verrichtet. Die Flammen sprangen jedoch umgehend auf den von einer Hitzewelle ausgedörrten Boden über.

Das Feuer hatte im Anschluss rund zehn Tage gewütet. Der Feuerwehrchef von La Palma erklärte, dass die größte Herausforderung das nur schwer zugängliche Gelände gewesen sei. Teilweise konnten die Flammen ausschließlich aus der Luft bekämpft werden. Sieben Hubschrauber und drei Löschflugzeuge waren zu Spitzenzeiten im Einsatz. Zudem waren rund 350 Brandbekämpfer am Boden aktiv. Die Flammen hatten dennoch rund um Fuencaliente, El Paso und Villa de Mazo große Teile des Waldbestands vernichtet.

Waldbrände auf La Palma: Mutmaßlicher Verursacher in Untersuchungshaft

Der mutmaßliche Verursacher sitzt derweil in Untersuchungshaft und muss sich in Kürze wegen „schwer fahrlässigen“ Handelns vor Gericht verantworten. Ihm drohen bis zu zwölf Monate Haft. Aufgefallen sein soll der 27-Jährige bereits Anfang des Jahres, als er vor Zeugen einem Hund in den Hals gebissen haben soll.

Ein Gutachter des Gerichts erklärte kurz nach der Festnahme, dass der junge Mann keine Auffälligkeiten aufweise, seine Tat jedoch aufrichtig bereue. Kontakt zur Familie oder deutschen Behörden lehne er ab, hieß es weiter. Der Aussteiger war vor mehr als vier Jahren auf die Kanarischen Inseln ausgewandert und hatte zuletzt rund fünf Monate auf La Palma gelebt.

Reaktionen aus der Bevölkerung finden Sie hier. Zudem gibt es hier aktuelle Nachrichten von den Kanarischen Inseln.

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Veröffentlicht in: Kanaren, Aktuelle Nachrichten

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