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Forscher belegen Kanaren-Tsunami von 290 Metern Höhe

Die Kanarischen Inseln sind bereits mehrfach von Tsunamis getroffen worden. Was Forscher entdeckt haben.

Von Juan Martín – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Die Serie „La Palma“ spielt mit der Dystopie eines Tsunamis auf den Kanaren – ausgelöst auf der Isla Bonita (mehr dazu unten). Nach dem schweren Erdbeben am Mittwoch in Russland mit einer Stärke von 8,8 gaben mehrere Regionen der Welt eine Tsunami-Warnung aus. Die Kanaren sind davon nicht betroffen. Doch historisch gab es bereits mehrere solcher Riesen-Wellen.

In der Geschichte der Kanarischen Inseln können Wissenschaftler fünf Tsunamis belegen. Und deshalb rechnen die Experten früher oder später erneut mit einem solchen Szenario.

Juan Vicente Cantavella ist Direktor des spanischen seismologischen Netzwerks. Der Forscher sagt in einem Interview, dass das Risiko für Tsunamis auf dem Archipel „nicht zu vernachlässigen“ sei. Was genau Cantavella sagte:

Tsunami auf den Kanaren „möglich“

Der Wissenschaftler verwies auf einen Tsunami im Jahr 1755 im Mittelmeer. Dieser traf damals die Küste von Cádiz. Er betonte, dass vor allem Erdrutsche durch steile Hänge auf den Inseln eine Gefahr darstellen könnten – auch wenn dies nur äußerst selten vorkomme.

Am 1. November 1755 erlebte Cádiz eine der schwersten Naturkatastrophen seiner Geschichte: Nach einem schweren Erdbeben in Lissabon zerstörte ein Tsunami die gesamte Küste. Die Flutwellen rissen Gebäude und zahlreiche Menschen mit sich.

Wissenschaft über Tsunamis auf den Kanaren

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass auf den Kanaren seit deren Bestehen mindestens fünf Tsunamis auftraten. Riesige Erdrutsche und Vulkanausbrüche hätten diese aller Wahrscheinlichkeit nach ausgelöst. In Agaete auf Gran Canaria hätten die Wellen laut heutigen Funden Höhen von bis zu 290 Metern erreicht.

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Die Forschungsergebnisse wurden unter Leitung von Mercedes Ferrer vom Geologischen und Bergbaulichen Institut Spaniens (IGME) und Luis González de Vallejo vom Vulkanologischen Institut der Kanaren (Involcan) in der Fachzeitschrift Geohazards veröffentlicht.

Auf Teneriffa seien mindestens sieben große Hang-Abgänge geschehen, davon einer im Tal von Icod, drei bei La Orotava, zwei bei Güímar und einer bei Santa Ursula. Diese Erdrutsche sollen Wellen mit Höhen von bis zu 270 Metern ausgelöst haben.

Sind die Kanaren von Tsunamis bedroht?

Die Forscher bestimmten die maximalen Fluthöhen anhand der heute zu findenden Höhe von Ablagerungen. Die höchsten Flutwellen erreichte demnach die 290 Meter von Gran Canaria. Außerdem seien 270 Meter in Isla Baja, 180 Meter in Teno und 125 Meter in Piedra Alta klar belegbar.

Nach aktuellen Forschungsstand ereignen sich Tsunamis auf den Kanaren durchschnittlich alle 80.000 Jahre. Die Experten betonen deutlich, dass derlei Riesenwellen entsprechend höchst selten seien, jedoch auch für die Zukunft eine reale Gefahr bedeuten würden.


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Über den Autor

Forscher belegen Kanaren-Tsunami von 290 Metern Höhe

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Juan Martín

Juan Martín ist Journalist bei Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zu Hause und kennt sich dort bestens aus. Zum Autorenprofil von Juan Martín.

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