Hotels auf den Kanaren öffnen ab Sommer wieder – trotz Problemen


Die Nachfrage bleibt gering. Dennoch öffnen bis zu 80 Prozent der Hotelanlagen ab Juli wieder. Es ist der langsame Auftakt für den Winter. Die Kanarischen Inseln wollen ihr Urlauberprofil diversifizieren und sich damit auf rentablere Zeiten vorbereiten.

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Seit Mai öffnen die Hotelanlagen auf den Kanarischen Inseln sukzessive wieder. In den kommenden Wochen soll der Trend fortgesetzt werden. Das Ziel der Branche ist die Diversifizierung des Tourismus. Auch wenn vorerst nur von geringen Auslastungszahlen ausgegangen wird.

Über den Sommer rechnen die meisten Betriebe mit einer maximalen Auslastung zwischen 40 und 50 Prozent. Wirklich rentabel ist das für viele Hotels nicht. Doch ohne das Angebot kommt auch die Nachfrage nicht in Schwung. Und bis zur Hauptsaison im Winter muss der Tourismus wieder durchstarten.

Im Fokus stehen für viele der Hotelketten Urlauber aus Ländern, die bei ihrer Rückkehr geringe Einreisemodalitäten erfüllen müssen. Dazu zählen beispielsweise Deutschland und die Niederlande. Auch Großbritannien, der wichtigste Markt für die Kanarischen Inseln, plant Lockerungen.

Kanaren-Tourismus: Branche rechnet mit Preiskampf im Sommer

Die Branche befindet sich damit allerdings in einem Zwiespalt. Denn ohne die Öffnungen wird der Markt nicht in Schwung kommen. Das Überangebot an freien Zimmern wird voraussichtlich jedoch für einen Preiskampf sorgen. Und damit ist die ohnehin geringe Rentabilität nochmals gefährdet.

Der Präsident des Verbands der Unternehmer in Gastgewerbe und Tourismus (FEHT), José María Mañaricua, blickt nur verhalten optimistisch auf die Sommersaison. Der nationale Markt sei für den Erfolg der Branche entscheidend. Und dieser hänge stark von den Flugkosten ab, sagt der Experte.

„Wenn die Tickets 300 oder 400 Euro pro Person kosten, können Touristen von der spanischen Halbinsel nicht auf die Kanaren kommen. Der Preis der Flugzeugsitze ist der Schlüssel“, sagte Mañaricua zu Inforcasa.

Hinzu komme, dass der Binnentourismus auf dem Festland derzeit ein größeres Thema sei. In der aktuellen Situation meiden viele Spanier lange Flüge. Zudem gebe es auf dem Festland Kampfpreise. Mañaricua berichtet von Rabattaktionen in einigen Regionen um bis zu 600 Euro für die zweite Person.

Kanaren warten auf ein Ende der europäischen Test-Pflicht

Und auch mit Blick auf Großbritannien ist der FEHT-Präsident weniger optimistisch. Während die regionale Regierung viel Hoffnung auf die Ankündigung Großbritanniens setzt, schon bald wieder Reisen auf die Kanaren zu erlauben, sieht der Experte einen Hemmschuh darin, dass weiterhin PCR-Tests bei der Rückreise erwartet würden. Diese Kosten seien „für eine Familie unerschwinglich“.

In Richtung Herbst rechnen die Experten hingegen mit Besserung. Im ersten Schritt werde der digitale Impfpass hilfreich sein, sofern dieser mit einem Ende der Testpflicht einhergeht. Zudem seien schon jetzt die Reservierungszahlen für den Herbst und Winter positiv.

Der Generaldirektor von Be Cordial Hotels & Resorts, Nicolás Villalobos, spricht unterdessen vom Ende eines langen Tunnels. Er rechnet im vierten Quartal des Jahres mit einer Auslastung von rund 80 Prozent über alle Hotels der Kette.

Wann der Schaden der vergangenen Monate wieder eingespielt sei, könne er nicht absehen. Es sei allerdings nun auch wichtig, nach vorn zu blicken, sagte Villalobos. Das gilt auch für die Mitarbeiter der Branche. Viele von ihnen sind weiter in ERTE, dem spanischen Pendant der deutschen Kurzarbeit. Auch sie warten dringend auf die Reaktivierung des wichtigsten Wirtschaftsmotors der Kanarischen Inseln.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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