Kanaren: Corona-Höchstwerte auf drei Inseln – 21-Jähriger auf der Intensivstation


Teneriffa, Fuerteventura und La Palma melden die höchste kumulative Inzidenz seit Ausbruch der Pandemie. Der Gesamtwert des Archipels erreicht ebenfalls einen Höchstwert. Die Betroffenen werden immer jünger. Zuletzt wurde ein 21-Jähriger auf die Intensivstation verlegt.

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Die kumulative Inzidenz einzelner Kanarischer Inseln verlässt den roten Bereich ins Violette. Die Zahlen steigen auf Teneriffa, Fuerteventura und La Palma auf Rekordwerte. Auch Gran Canaria sorgt für weiteres Wachstum. Die Gesamtwerte der Inseln erreichen damit ebenfalls nie dagewesene Höhen.

In der vergangenen Mess-Periode wurden 469 neue Corona-Fälle gemeldet. Das bedeutet den dritthöchsten Wert seit Ausbruch der Pandemie. Erneut treiben die beiden bevölkerungsreichsten Inseln die Zahlen maßgeblich in die Höhe: Teneriffa meldete 269 und Gran Canaria 147 neue Fälle. Innerhalb einer Woche verdoppelten sich somit die aktiven Fälle.

Die Betroffenen werden dabei immer jünger. Die Weitergabe erfolgt meist über die Familien und soziale Aktivitäten. Die aktuell am stärksten betroffene Bevölkerungsgruppe ist wesentlich aktiver als zu Beginn der Pandemie. Seinerzeit waren hauptsächlich Ältere betroffen. Nun wird das Virus unter den jüngeren Menschen schneller weitergegeben.

Auf der haben-Seite steht, dass die jüngere Bevölkerungsschicht das Virus öfter ohne schweren Verlauf stemmt. Die Belegung der Intensivstationen gilt – zumindest unter Berücksichtigung der aktuell hohen Fallzahlen von knapp 5900 aktiven – als vergleichsweise niedrig. Doch die Belegungen steigen – zuletzt von 32 auf 39 Intensiv-Patienten. Der jüngste Patient ist gerade einmal 21 Jahre alt. Stationär werden zudem 245 Personen behandelt – der jüngste davon ist nur 18 Jahre alt.

Kanaren: Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter schnell

Die kumulative Sieben-Tage-Inzidenz stieg in der Vorwoche von einem Wert knapp unter 100 auf nun 138,15. Bei der 14-Tage-Betrachtung kletterte der Wert von 155,1 auf 237,18. Die Gesundheitsbehörden sprechen bei den aktuellen Werten von einem hohen Risiko. Als Hochinzidenzgebiet werden Regionen in der Regel dann eingestuft, wenn die kumulative Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 200 über mehrere Tage übersteigt. Davon sind die Kanaren derzeit noch ein ganzes Stück entfernt.

In der Einzelbetrachtung liegt derzeit Teneriffa abgeschlagen am höchsten. Die größte Kanaren-Insel meldet eine Inzidenz von 189,6. Fuerteventura folgt mit einem Sieben-Tage-Wert von 160,4. La Palma meldet einen Wert von 128.2, El Hierro liegt bei 116.6, Gran Canaria bei 103.7, La Gomera bei 64.6, und Lanzarote bei 20,5.

Teneriffa auf Corona-Bewährung: Schließungen und Rückstufung möglich

Die Gesundheitsbehörden teilten mit, dass das Durchschnittsalter auf der Intensivstation von La Candelaria bei 53 Jahren liegt. Der jüngste Patient ist dort der genannte 21-Jährige. Der älteste Patient ist 82 Jahre alt. Allerdings wird bei der Betrachtung der Altersgruppen nicht das Durchschnittsalter, also die Summe des Alters geteilt durch die Patienten, sondern der Median betrachtet. Dieser liegt inzwischen nur noch bei 47 Jahren.

Aufgrund der weiter steigenden Zahlen, gilt es inzwischen als mögliches Szenario, dass Teneriffa aus Corona-Warnstufe drei in die vierte und letzte Warnstufe zurückversetzt wird. Kanaren-Präsident Ángel Víctor Torres gab eine entsprechende Erklärung ab, laut der in dieser Woche eine Frist gelte. Sollten die Falzahlen nicht sinken, werde über entsprechende Maßnahmen beraten. Dann wären auch teilweise Schließungen des öffentlichen Raums denkbar, hieß es.

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Über den Autor

Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zuhause und schreibt bereits seit vielen Jahren unter anderem über die Inseln.

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