Kanaren: Diskussion über Restaurants und weitere Corona-Maßnahmen


Die kanarische Politik diskutiert über künftige Ge- und Verbote zur Corona-Bekämpfung. Dabei sollen insbesondere die Regeln für Restaurants geprüft werden. Auch die vorgezogene Sperrstunde steht auf dem Prüfstand.

Lesedauer: 3 Min.

Die Beschränkungen sollen überprüft werden. Mit dieser Ankündigung öffnete Regierungssprecher Julio Pérez Kritikern der aktuellen Corona-Maßnahmen die Tür zumindest einen Spalt breit. Der EZB-Rat bestätigte jedoch auch erneut ansteigende Infektionszahlen nach Ostern. Daher müsse auch über die Einhaltung der Vorgaben gesprochen werden.

Bevor mögliche Lockerungen verabschiedet werden, wurden die einzelnen Kanaren-Inseln den Corona-Warnstufen zugeteilt. Dabei gab es lediglich eine Änderung: Fuerteventura, das in den vergangenen zwei Wochen zunächst einen deutlichen Abschwung der Corona-Inzidenz verzeichnete, zuletzt jedoch wieder leicht anstieg, bleibt zumindest noch unterhalb des Schwellwerts von 50. Unter anderem dadurch konnte die Insel aus der dritten Stufe in die zweite versetzt werden.

In welcher Corona-Warnstufe stecken die Kanarischen Inseln?

Die Kanarischen Inseln wurden damit wie folgt auf die Corona-Warnstufen verteilt: La Palma, La Gomera und El Hierro verbleiben in der ersten Warnstufe („grüne Corona-Ampel“). Lanzarote und La Graciosa bleiben in der zweiten Warnstufe. Fuerteventura stößt zu dieser „gelben Ampel“ hinzu. Teneriffa und Gran Canaria verbleiben in der dritten Warnstufe („rote Ampel“).

Lockerungen für Restaurants auf den Kanaren?

Unterdessen hat sich der wissenschaftliche Ausschuss der Kanarischen Inseln mit den Auswirkungen des Corona-Virus auf die regionale Wirtschaft beschäftigt. Im Fokus der Überlegungen stand dabei, Lockerungen für Restaurants herbeizuführen.

Für das Hotel- und Gaststättengewerbe habe die Covid-19-Pandemie „brutale Auswirkungen“, sagte der Professor für Mikrobiologie, Präventivmedizin und öffentliche Gesundheit an der Universität von La Laguna, Antonio Sierra López. Aus diesem Grund müsse es erlaubt werden, die Innenbereiche der Restaurants wieder zu öffnen, fuhr er fort.

Zudem gebe es keine wissenschaftlichen Beweise für den Nutzen einer vorgezogenen Ausgangssperre bereits um 22 Uhr. Auf Inseln der Warnstufe drei gelten die Beschränkungen bereits eine Stunde früher als auf Inseln der zweiten Warnstufe. „Mir ist nicht klar, ob die Wirksamkeit der Ausgangssperre um 22 Uhr die sozioökonomischen Auswirkungen rechtfertigt“, sagte López.

Anstatt über weitere restriktive Maßnahmen, müsse über die Nichteinhaltung bestehender gesprochen werden. „Wir müssen die Einhaltung durchsetzen und dürfen nicht über das hinausgehen, was effektiv ist“, sagte der Experte. Insbesondere der regelmäßige Anstieg der Fallzahlen nach Feiertagen zeige, dass die Beachtung bestehender Regeln in zu vielen Haushalten zugunsten von Familienfeiern außer Acht gelassen werde, hieß es aus Regierungskreisen.

Experte: Absurde Situation bei Vergleich von Restaurants und Flugzeugen

Auch der Rektor der Universität von Las Palmas de Gran Canaria, Lluis Serra Majem, kritisierte einige Verbote zur Bekämpfung der Pandemie. Über soziale Medien kritisierte er, dass es in Flugzeugen „keinen Sicherheitsabstand zwischen Passagieren gibt, in der dritten Warnstufe aber die Innenräume der Restaurants geschlossen werden. Das ist absurd“, sagte der Professor für Präventivmedizin und öffentliche Gesundheit. Insbesondere den Restaurant-Terrassen könne durchaus mehr Kapazität zugesprochen werden, sagte der Regierungsberater.

Neben der Verschiebung der Sperrstunde auf 23 Uhr befassen sich die zuständigen Gremien auch mit der Frage, wie weit die Kapazität auf den Terrassen angepasst werden kann. Zudem soll auch ein Konzept zur Wiedereröffnung von Innenflächen diskutiert werden. Dazu werde über Konzepte zur Belüftung beraten.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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