Kanaren: Ein Viertel der kleinen Händler steht vor dem Aus


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Die Vertreter der kleinen und mittleren Unternehmen auf den Kanarischen Inseln befürchten, dass rund ein Viertel der Geschäfte die Corona-Krise nicht überleben wird. Zu stark sei auch der lokale Handel mit stationären Geschäften vom Tourismus abhängig, der sich zu langsam erhole.

Viele der kleinen Geschäfte, die bedingt durch die Corona-Krise die Schaufenster abgeklebt haben, lassen den Sichtschutz möglicherweise dauerhaft hängen. Zumindest die aktuellen Besitzer werden ihn nicht wieder entfernen. Das ist die Befürchtung der Konföderation der kleinen und mittleren Unternehmen auf den Kanarischen Inseln (Cecapyme).

Der Präsident des Verbandes, José Juan Socas, befürchtet, dass 25 Prozent der sogenannten KMU, die vom Lockdown betroffen waren, ihre Geschäfte geschlossen lassen müssen. Betroffen seien dabei vor allem die Betriebe, die noch nicht so lange am Markt waren und daher noch weniger ausgeprägte Finanzströme hatten.

Krise auf den Kanarischen Inseln: Experte sieht Massentourismus als Lösung

Der einzige Weg aus dieser Krise heraus sei eine schnelle Reaktivierung des Tourismus in Verbindung mit längeren Kurzarbeitsmaßnahmen, sagte Socas. Der Effekt der bereits Ende Juni wiedereröffneten Grenzen des Landes sei bisher minimal. Es müsse der Massentourismus wieder hochgefahren werden, um das Gefüge ins Gleichgewicht zurück zu bringen, lautet die Einschätzung des Experten.

Zusätzlich zu den fehlenden Umsätzen durch Touristen sei auch zu befürchten, dass viele der Einheimischen vorerst keine größeren Investitionen tätigen könnten. Zumindest nicht kurz- oder mittelfristig, sagte Socas.

„Wir haben noch keine offiziellen Zahlen zu den Folgen dieser Covid-19-Krise für die KMU im Handel, aber es ist offensichtlich, dass es Unternehmen gibt, die diese vier Monate nicht überstanden haben, weil sie täglich mit dem lebten, was sie Tag für Tag in Rechnung gestellt haben“, fuhr der Experte fort.

Kurzarbeit als Schlüssel zum Erfolg auf den Kanaren

„Es gibt einen weiteren Prozentsatz von Geschäften, deren Wiedereröffnung stark davon abhängt, ob sie ERTE aufrechterhalten können, bis sich der Verbrauch erholt, und dann mit einem Mindestmaß an Aktivität wiedereröffnen können, um zu überleben“, sagte Socas weiter.

In welche Richtung das Pendel ausfällt, hängt seiner Meinung nach stark „von der Rückkehr zu den Tourismusinseln“ ab. Es sei der „Sektor, der den Rest der Teilsektoren in Mitleidenschaft zieht“.

Einordnend sagte Socas weiter: „Wir dürfen nicht vergessen, dass es auf den Kanarischen Inseln viele Importeure gibt, die Großhändler sind. 90 Prozent ihrer Kunden sind Hotels und Restaurants, die stark gelitten haben.“ Im Bereich des Tourismus gebe es viele spezialisierte Unternehmen, die ihre Dienstleistungen touristischen Einrichtungen wie Industriewäschereien anbieten, „deren Erholung lange dauern wird“, sagte der Präsident der Cecapyme.

Expertin sieht Corona-Krise als Chance für neue Geschäftsmodelle auf den Kanaren

Passend dazu sagte die Präsidentin der Kanarischen Vereinigung der Immobilienverwaltungsunternehmen (Acegi), Vanesa Rubio, dass auf dem Markt der Kanarischen Inseln „die Zahl der zur Vermietung oder zum Verkauf angebotenen Gewerbeflächen leicht zunimmt“. Ihrer Meinung nach sei es aber noch „zu früh, eine mögliche Trendänderung mit den Folgen des Corona-Virus in Verbindung zu bringen.“

Für Rubio gebe es in der Krise auch die Chance, neue Geschäftsfelder zu ergründen. Eine Tatsache, die aktuell betroffenen Unternehmern vorerst nicht weiterhilft, sicher aber neue Marktteilnehmer entstehen lässt.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Mehr Infos zum Autor gibt es hier.