55 Menschen sind von Afrika aus mit einem Schlauchboot in Richtung der Kanarischen Inseln aufgebrochen. Acht Tage später kehrte das gleiche Boot zurück. 51 Menschen waren unterwegs gestorben, nur vier überlebten. Ihr Ziel, ein neues Leben in Europa zu aufzubauen, erreichte keiner von ihnen.
Die versuchte Flucht aus Afrika nach Europa steht sinnbildlich für das Leid auf hoher See. Immer wieder versuchen Menschen die inzwischen als tödlichste Flucht-Route der Welt bekannte Strecke zu überleben. Oft endet das tragisch.
Menschenrechtsorganisationen sprechen von einer enormen Dunkelziffer. Denn verfehlen die Boot die Kanaren, gilt das als sicheres Todesurteil für die Flüchtlinge.
Mehr Flüchtlinge auf den Kanaren registriert
Die Behörden auf den Kanarischen Inseln sprechen von einem Anstieg der Fluchtversuche und Todeszahlen. Dieser begann bereits am 20. Mai. Eine schwangere Frau starb wenige Minuten vor der Ankunft des Bootes und unmittelbar vor der Küste von Lanzarote.
Einen Tag später kamen 37 weitere Menschen ums Leben. Menschenrechtler sprechen von einem mutmaßlichen Koordinierungsfehler zwischen marokkanischen und spanischen Rettungsdiensten.
51 Flüchtlinge sterben, bevor sie zurück nach Afrika getrieben werden
An diesem Wochenende kehrte dann das mit 55 Menschen an Bord aufgebrochene Schlauchboot nach Tan-Tan zurück. Der Küstenort in Marokko liegt auf Höhe von Fuerteventura. Das Boot war acht Tage nach dem Start von der Strömung wieder nahezu an den gleichen Ort zurückgetrieben worden. Unterwegs waren 51 der 55 Menschen verstorben, nur vier überlebten den Flucht-Versuch.
Zwei der Insassen geht es den Umständen entsprechend gut, zwei weitere wurden in ernstem Gesundheitszustand ins Krankenhaus gebracht. Laut Helena Maleno von der Hilfsorganisation „Caminando Sin Fronteras“ befanden sich unter den 55 Personen elf Frauen und drei Kinder aus Ländern wie dem Senegal, Gambia, Äthiopien, dem Sudan und Sri Lanka.
Kanaren-Migration: Fünf Boote gelten als vermisst
Laut Maleno würden aktuell fünf komplette Boote vermisst. Sie alle waren im Juni von Marokko aus aufgebrochen und weder auf den Kanaren angekommen noch auf hoher See von Patrouille-Booten entdeckt worden. Zusammen seien beim Ablegen 266 Menschen an Bord der Boote gewesen. Es gilt als wahrscheinlich, dass auch sie die Reise nicht überlebten.
Die Überfahrt der Boote sei am 23. Juni gestartet. Nur zwei Tage zuvor waren 37 Menschen gestorben, nachdem spanische und marokkanische Behörden uneinig waren, wer für die Rettung eines Boots verantwortlich war. Die Mission verzögerte sich daraufhin um vermeidbare zwölf Stunden.
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Kanaren-Migration: Behörden-Fehler sorgt für viele Tote auf hoher See
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