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Kanaren wachsen jedes Jahr um 22.000 spanische Auswanderer


113.000 Menschen sind in den vergangenen fünf Jahren aus anderen Regionen des Landes auf die Kanaren gezogen. Jedes Jahr kommen rund 22.000 Spanier dauerhaft auf den Inseln an. Woher sie stammen und wo es sie hin treibt.

Von Juan Martín Lesedauer: 3 Minuten

Insbesondere Madrilenen haben offenbar oft genug vom Hauptstadtleben und ziehen auf die Kanarischen Inseln. Das zeigen Zahlen des Nationalen Statistik-Instituts INE. Demnach verlegen jedes Jahr etwa 22.000 Spanier ihren Wohnsitz dauerhaft auf die Kanaren.

113.000 Menschen haben so in den vergangenen fünf Jahren den Weg aus anderen Regionen Spaniens auf den Archipel gefunden. Konkret waren es 22.624 Spanier im Jahr 2021. Im Jahr zuvor sind 19.123 Landsleute innerhalb von zwölf Monaten auf die Kanaren gezogen. In den Jahren 2019, 2018 und 2017 lagen die Wohnortwechsel knapp über dem Wert von 20.000 pro Jahr.

Die Motivation sei oft identisch, heißt es in der Auswertung. So handelt es sich entweder um Ausländer, die Zwischenstation auf dem Festland gemacht haben und nun weiterziehen, oder es sind Einheimische, die beispielsweise wegen des besseren Klimas auf die Kanaren umsiedeln. In wenigenr Fällen handle es sich um Inselbewohner, die zwischenzeitlich umgezogen waren und schließlich in die Heimat zurückkehren.

Nach der Hauptstadt, aus der 24.200 Bürger auf die Kanaren umzogen, folgt Andalusien mit 23.420 Umsiedlern. Aus Katalonien stammen 14.323 Menschen, die seit 2017 auf die Kanaren kamen. Aus Galizien kamen 9815 und aus der Valencianischen Gemeinschaft 8511 Personen. Kastilien und Leon verlor 5460 Einwohner an den Archipel.

Die Liste wird vervollständigt von 5182 Spaniern, die von den Balearen auf die Kanaren kamen, sowie 4586 Personen aus Castilla La Mancha und 3426 aus dem Baskenland. Die übrigen Gemeinden bringen es jeweils auf weniger als 3000 Umzüge.

Umzüge aus Spanien: Arbeit auf den Kanaren gilt als leicht zu bekommen

Neben dem Klima sei die Wirtschaft entscheidend. So gebe es auf den Kanarischen Inseln viele Jobs im Dienstleistungssektor. Die Nachfrage gilt als hoch, während die Eintrittsbarrieren gering seien, heißt es. Andere Gemeinden hätten oft ebenfalls eine hohe Nachfrage, dort sei der Spezialisierungsgrad am Arbeitsmarkt jedoch höher.

Die Erholung des Tourismus nach der Pandemie habe den Trend verstärkt, da viele Personen, die vorher in der Gastronomie und Hotellerie gearbeitet hatten, den Sektor wechseln mussten, um zu überleben. Somit ist die Nachfrage in diesen Bereichen ungebremst, seit der Tourismus nicht nur an alte Maßstäbe anknüpft, sondern diese inzwischen sogar immer öfter übertrifft.

Arbeitslosigkeit auf den Kanaren steigt – auch durch Zuwanderung

Zwar war die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat wieder gestiegen, dies führen Experten allerdings auf den Sogeffekt zurück. Es heißt dass die Zunahme der Arbeitsmöglichkeiten die Ankunft neuer Arbeitssuchender erzeuge. Beunruhigend sei dies zunächst nicht.

Hauptstädte der Kanaren sind bei Auswanderern beliebt

Die Neuankömmlinge lassen sich besonders oft in den Provinz-Hauptstätten nieder. Die INE-Daten zeigen, dass Las Palmas de Gran Canaria an erster Stelle steht. In fünf Jahren kamen dort 16.098 Menschen an. Im gleichen Zeitraum ließen sich 11.603 Auswanderer in Santa Cruz de Tenerife nieder.

An dritter Stelle steht La Laguna mit 6876 Ankömmlingen. Dies hänge allerdings auch mit der Universität zusammen. Neben tatsächlichen Studenten gebe es auch Personen, die von Studenten- und Anwohnerrabatten profitieren wollen.

Viele Anwohner verließen die Kanaren während der Pandemie

Andersherum haben im selben Zeitraum viele Kanarios die Inseln verlassen. Allein im Jahr 2021 entschieden sich 23.582 Anwohner, den Kanarischen Inseln den Rücken zu kehren.

Dennoch gelten die Inseln als Region mit starkem Einwohner-Wachstum. Prognosen zufolge werde die Zahl auf den Inseln in den kommenden 15 Jahren um mindestens 350.000 Einwohner steigen. Über diese Entwicklung diskutiert auch das regionale Parlament seit Monaten.

Die Folgen des Bevölkerungswachstums seien Herausforderungen für Dienstleistungen, Infrastrukturen und den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum. Eindeutige Ergebnisse blieben bei allen Diskussionen und Hochrechnungen bislang aus.

In der Folge wurden Vorschläge wie ein Veto gegen den Erwerb von Immobilien durch Ausländer oder eine mögliche Beschränkung für die Einwanderung auf die Kanarischen Inseln eingebracht. Der rechtliche Rahmen innerhalb der EU gilt für all diese Diskussionspunkte als schwierig.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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