Corona-Patient fliegt nach Lanzarote – Behörden ermitteln


Lesedauer: 3 Min.

Kurz nach seinem Corona-Test ist ein Mann in Madrid ins Flugzeug nach Lanzarote gestiegen. Unterwegs wurde bekannt, dass der Test positiv war. Noch während des Fluges wurde das Präventionsprotokoll aktiviert.

Die kanarischen Behörden haben am Flughafen Lanzarote das Sicherheitsprotokoll aktiviert, nachdem bekannt wurde, dass ein ankommender Passagier positiv auf Covid-19 getestet wurde. Zunächst hieß es, dass es einen Corona-Verdacht bei einem Passagier geben soll (wir berichteten).

Indirekten Kontakt zu Corona-Patientin – Mann steigt trotzdem ins Flugzeug

Wie die Behörden mitteilten, habe der 52-Jährige vor Reiseantritt indirekten Kontakt zu einer Corona-Patientin gehabt. Die Mutter des Mannes war verstorben. Sie war positiv auf Corona getestet worden. Zwar hatte der auf Lanzarote ansässige Mann selbst keinen Kontakt zur Mutter, jedoch zu anderen Familienmitgliedern, die die Mutter besucht hatten. Obwohl die Familie asymptomatisch war, galt eine Ansteckung als möglich und so hatte der Mann einen Corona-Test durchführen lassen.

Zwar lag das Ergebnis noch nicht vor, dennoch bestieg der 52-Jährige am Freitagmittag in Madrid Flug IB 3856 nach Lanzarote. Gemeinsam mit 134 anderen Passagieren hob die Maschine ab. Noch während des Fluges wurde das positive Ergebnis des PCR-Tests bekannt. Die Behörden von Castilla y León, die den Test verantworteten, informierten daher die Behörden auf den Kanarischen Inseln sowie den Flughafenbetreiber.

Corona-Fall im Flugzeug – Mitreisende isoliert

Umgehend wurden medizinisches Personal und Mitglieder des Lanzarote Coronavirus Tracking Teams zum Flughafen entsandt, um den Patienten und die Sitznachbarn zu isolieren. 13 Mitreisende wurden unter häusliche Quarantäne gestellt. Dabei handelt es sich um Personen, die dem Patienten nahe stehen sowie um Mitreisende, die in der Nähe saßen und einen Mann, mit dem der Patient am Flughafen Madrid rund 15 Minuten lang gesprochen hatte. Sie alle konnten wählen, nach Hause zu gehen oder in ein von den Behörden zur Verfügung gestelltes Hotel zu ziehen.

Auch andere Mitreisende konnten Gebrauch von dem Hotel-Angebot machen, um ihre Familien vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. 35 Mitreisende nahmen das Angebot an. Das Flugpersonal trat unterdessen mit einer Sondererlaubnis den Rückweg nach Madrid an.

Die Regierung der Kanarischen Inseln kündigte eine Untersuchung an. Demnach solle geprüft werden, ob der Mann das Ergebnis in Arrest hätte abwarten müssen und damit Vorsatz vorliegt.

Kanaren wollen letzte Phase der Deeskalation einleiten

Bis zum Ende des Alarmzustands können Personen vom spanische Festland nur dann auf die Kanarischen Inseln reisen, wenn sie nachweisen, dass sie zu ihrem Wohnort zurückkehren, vor Ort arbeiten, sich um einen Verwandten kümmern oder andere schwerwiegende Gründe haben. Dann müssen sie einen Nachweis ihrer Gesundheit erbringen.

Auch durch diese Maßnahme hatte Lanzarote seit dem 30. April keinen Corona-Fall mehr registriert. Die Regierung der Kanarischen Inseln plant zudem derzeit den Übergang in die letzte Phase der Deeskalation. Der aktuelle Fall sorgte bei den Behörden entsprechend für Alarmbereitschaft.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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