Gleitschirmflieger stürzt auf Teneriffa in den Tod – Kommt jetzt eine Zulassung für die Kanaren?


Schon wieder ist auf Teneriffa ein Gleitschirmflieger abgestürzt. Der Rettungsdienst konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die Debatte um Regelungen für Paraglider auf den Kanarischen Inseln ist erneut entbrannt.

Es ist 13.11 Uhr am Montag. Bei Taucho in der Gemeinde Adeje stürzt ein Gleitschirmflieger ab. Zeugen des Unfalls alarmieren umgehend den Rettungsdienst. Mit einem Hubschrauber wird der Verunglückte gesucht. In schwer zugänglichem Gebiet wird der Mann schließlich entdeckt. Die Mitarbeiter der freiwilligen Feuerwehr aus Adeje sind als erste am Unfallort und beginnen mit der Ersten Hilfe.

Wenig später trifft auch der Notarzt beim Verunglückten ein. Die Helfer diagnostizieren einen Herzstillstand. Mit vereinten Kräften wird versucht, den Mann ins Leben zurück zu holen. Doch alle Anstrengungen bleiben ohne Erfolg. Der Paraglider stirbt noch vor Ort.

Ob der Mann, der wenig später als Tourist identifiziert wird, in der Luft einen Herzstillstand erlitt und daraufhin abstürzte, oder ob der Tod die Folge des Absturzes war, soll nun ermittelt werden. Dennoch entbrannte nach dem zweiten Zwischenfall dieser Art binnen weniger Tage erneut eine Diskussion über den Sport und die thermischen Besonderheiten auf den Kanarischen Inseln.

Müssen Gleitschirm-Piloten bald eine Prüfung für die Kanaren ablegen?

Schon seit 2014 wird darüber diskutiert, ob Gleitschirmflieger auf den Kanaren eine besondere Eignungsprüfung benötigen. Nach dem jüngsten Zwischenfall wurden die rund einhundert einheimischen Gleitschirmflieger als Beweis herangezogen, die noch am vorangegangenen Wochenende ohne Probleme gelandet waren. Ob dieser Vergleich überhaupt zulässig ist, oder der jüngste Absturz die Folge eines medizinischen Problems in der Luft war, wird in der Diskussion außer Acht gelassen.

Dennoch: Dass die Kanaren – speziell Teneriffa – mit den verschiedenen Mikroklimazonen tatsächlich spezielle Bedingungen für Paraglider vorhalten, ist unabhängig des jüngsten Zwischenfalls unumstritten. Ein Fast-Unfall mit einem Zweisitzer am selben Tag im gleichen Gebiet zeigt, dass das Gleitschirmfliegen auf Teneriffa je nach Wetterbedingungen und Gebiet tatsächlich gefährlich sein kann.

Nach Gleitschirm-Absturz: Luftfahrtverband fordert Flugzonen und Eignungsprüfung auf den Kanaren

Die Ermittlungen zum jüngsten Zwischenfall dauern auch am Tag nach dem Unglück weiter an. Die Ermittler warten nun zunächst den Bericht der Gerichtsmedizin ab. Unterdessen kündigte der Kanarische Luftfahrtverband an, sich nun für spezielle Flugzonen stark machen zu wollen. Dies sei in Güímar im Nordosten Teneriffas bereits erfolgreich getestet worden. Zudem werde der Verband bei der Regierung erneut für eine spezielle Genehmigung für Gleitschirm-Piloten auf den Kanarischen Inseln werben, hieß es.

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Mehr Infos zum Autor gibt es hier.