SeaWorld beendet Orca-Programm – Loro Parque überrascht

Der Vergnügungspark-Betreiber SeaWorld hat bekanntgegeben, sein Orca-Programm auslaufen zu lassen. Der Loro Parque auf Teneriffa reagierte darauf am Freitag überrascht. Einer Pressemitteilung zufolge, sei der Tiergarten auf Teneriffa nicht über die Pläne informiert worden. Beide Institutionen hätten demnach Absprachen über die Haltung und den Austausch von Orcas getroffen.

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„Äußerst überrascht“ sei man über die Meldung von SeaWorld gewesen, heißt es in der Mitteilung des Tierparks auf Teneriffa. „Da der Loro Parque ein Abkommen mit SeaWorld hat und des weiteren sechs Orcas beherbergt, wurde ein Meeting mit dem Vorstand von SeaWorld angefordert um zu besprechen wie diese Entscheidung die Zukunft der Tiere beeinträchtigen wird“, heißt es in der wenige Sätze umfassenden Mitteilung weiter.

Orca-Haltung: SeaWorld beugt sich dem Druck der Tierschützer

SeaWorld hatte zuvor nach langjährigen Protesten und dem Vorwurf der Tierquälerei bekanntgegeben, die Haltung von Walen aufzugeben. In den 60er-Jahren hatte SeaWorld Orcas gefangen und die Tiere seither für die drei US-amerikanischen Freizeitparks gezüchtet. Laut Mitteilung der Freizeitpark-Kette soll die aktuell in den Parks lebende Orca-Generation nun die letzte sein.

Freiwillig beugt sich SeaWorld dem Druck der Tierschützer jedoch nicht: In den USA waren zuletzt Gesetze auf den Weg gebracht worden, die die Haltung künftig erschweren oder sogar verbieten sollen. Die Betreibergesellschaft der weltweit bekanntesten Tierpark-Kette mit lebendigen Orcas kam somit einem Rechtsstreit oder PR-Desaster zuvor.

Auswildern wolle SeaWorld die derzeit in den Parks lebenden Orcas dennoch nicht. Da die meisten Tiere in Gefangenschaft geboren wurden, würden sie in Freiheit nicht zurecht kommen, hieß es. „Ließe man sie frei, würden sie wahrscheinlich sterben“, teilte der Präsident von SeaWorld, Joel Manby, mit.

Loro Parque in Orca-Frage noch unschlüssig

Auch der Loro Parque auf Teneriffa hatte bereits seit längerem Druck wegen seiner Orca-Haltung erfahren. Ein tödlicher Unfall, bei dem im Dezember 2009 ein Tierpfleger ums Leben kam, hatte den Tierpark in den Fokus der Tierschützer gerückt. Auch der Dokumentarfilm „Blackfish“ (2013), der sich hauptsächlich um die Orca-Haltung bei SeaWorld dreht, kritisiert den Tierpark auf Teneriffa in mehreren Sequenzen.

Der Loro Parque wiederum sieht sich einer „Hetzkampagne“ ausgesetzt und konterte die Kritik an der Orca-Haltung unter anderem mit Hinweis auf die natürliche Geburt des Orca-Babys „Vicky“ im August 2012. Aus Sicht der Betreiber sei dies ein Zeichen dafür, dass sich die Tiere wohl fühlten, hieß es. „Vicky“ verstarb im Juni 2013 aus ungeklärter Ursache.

Was die Entscheidung der SeaWorld-Geschäftsführung künftig für den Loro Park bedeutet, ist derzeit noch offen. Die Feier zum 40-jährigen Jubiläum des Parks, der viele nationale und internationale Gäste beiwohnten, wurde im „Orca Ocean“, wie die für die Orca-Show errichtete Arena heißt, mit eigens dafür inszenierten Kunststücken der Meeressäuger durchgeführt.

Die Wale gelten als größte Attraktion des Parks im Norden der Kanaren-Insel, weshalb der Touristenmagnet in Puerto de la Cruz das „Orca Ocean“ erst im Vorjahr aufwendig sanieren ließ. Ein Ende des Orca-Programms könnte ein entsprechend herber Schlag für den Park sein.

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Weitere Informationen zum Loro Parque auf Teneriffa finden Sie hier.

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SeaWorld beendet Orca-Programm – Loro Parque überrascht


Veröffentlicht in: Teneriffa, Aktuelle Nachrichten, Loro Parque, Puerto de la Cruz, Teneriffa Nord

3 Kommentare

  1. Beachgirl schrieb am

    Ich habe gestern den Dokumentarfilm „Blackfisch“ gesehen. Ich bin so entsetzt, was es für schreckliche Menschen gibt, denen nur wichtig ist, wie man schnell und viel Geld verdienen kann. Der Mensch ist das schlimmste Raubtier überhaupt! Wie kann man da nur arbeiten und sich dieses Elend auch noch jeden Tag ansehen. Nicht die Orcas haben Schuld an diesen schrecklichen Unglücken, sondern die Verantwortlichen von Sea World. Können die sich eigentlich noch selbst angucken? Freiheit für alle Orcas! Ich bin zutiefst erschüttert!

  2. Nicole schrieb am

    Leider können diese wundervollen Tiere nicht sprechen bzw. wollen diese Menschen sie nicht verstehen. Diese Tiere sind Familientiere, keine Zirkus-Affen. Warum töten diese Tiere und beißen? Mal ganz ehrlich gesagt: Würde man Menschen mit Menschen (mit deinen sie sich nicht verstehen) auf engsten Raum stecken, sie von ihren Familien trennen, gefangen halten und noch zwingen, Kunststücke vorzuführen, würde selbst der friedfertigste Mensch töten. Lasst Morgan endlich frei – und auch alle anderen gefangenen Orcas. Die Tiere wollen schwimmen und tauchen und in ihren Familien leben. Warum wohl sterben so viele Orcas in Gefangenschaft an einer Lungenentzündung? Ihre Lungen sind zum Tieftauchen ausgelegt und dafür, große Distanzen zu schwimmen.

  3. Nana Rina schrieb am

    Schade, dass wir die Sprache der Tiere nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Wenn ein Tier mit voller Wut wiederholt mit dem Kopf gegen die Wand rammt (Smartphone-Video Aufnahmen eines Besuchers) und aus einem Becken springt. Möchte Morgan vielleicht lieber in Freiheit sterben als in einem Pool zu leben? Was kostet Morgans Freiheit? Schicken Sie mir bitte den Preis.

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