300 Millionen Euro: Rekord-Schlag gegen Produkt-Piraten auf den Kanaren


Die Polizei auf den Kanarischen Inseln hat einen Fälscher-Ring hochgenommen. Die Produkt-Piraten hatten Plagiate im Wert von etwa 300 Millionen Euro auf die Kanaren geschmuggelt. Der Einsatz wurde auf mehreren Inseln gleichzeitig durchgeführt.

Lesedauer: 3 Min.

Der Wert der Ware wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. Die Polizei hat 17 Personen auf Teneriffa und Fuerteventura festgenommen. Zudem wurden etwa fünf Tonnen kopierter Markenartikel sichergestellt. Das bedeutete Europas größten Einzel-Schlag gegen die organisierte Produkt-Piraterie.

Der Einsatz gelang nur durch einen Zusammenschluss vieler Mitarbeiter der Nationalpolizei, des Zolls und der Steuerbehörde. Gemeinsam konnten die Ermittler tonnenweise gefälschte Produkte exklusiver Marken aus dem Verkehr ziehen. Die Ware war durch ein großes Vertriebsnetz auf die Kanaren gelangt.

Nach eigenen Angaben konnten die kanarischen Behörden den europaweit größten Schlag gegen Produktfälscher internationaler Marken durch einen Einzel-Einsatz landen. Die Operation führte nicht nur zur Sicherstellung von Produkten im Wert von 300 Millionen Euro, sondern zusätzlich auch zur Festnahme von 17 Personen.

Gelungen war das während der Durchsuchung von 14 Geschäften und weiteren Orten auf den Kanaren. Dabei wurden 70.000 Euro in bar sichergestellt und drei Fahrzeuge beschlagnahmt.

Kanaren: Produkt-Fälscher verkauften gezielt an Touristen

Unter dem Codenahmen Django hatte die Polizei in Zusammenarbeit mit Europol ermittelt, dass auf Teneriffa und Fuerteventura ein Vertriebsnetz für gefälschte Waren hochgezogen worden war. Demnach seien die Plagiate hauptsächlich aus dem Industriegebiet Cobo Calleja in Madrid bezogen und dann in den touristischen Gebieten vertrieben worden.

Grund für die Verkaufsorte seien die vergleichsweise kurzen Aufenthalte der potenziellen Käufer gewesen. Auf diese Weise traten nicht zu viele Plagiate auf einmal an einem Ort auf, wodurch die Herkunft der Fälschungen besser verschleiert werden konnte.


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Dennoch waren die Ermittler bereits im September 2021 durch die Abteilung für Wirtschafts- und Steuerkriminalität der Polizei von Teneriffa auf die Bande aufmerksam geworden. Seither wurden Beweise gesammelt und Vertriebswege ausgekundschaftet.

Fälscher-Ring auf den Kanaren: Polizei macht Drahtzieher über Pakete ausfindig

Während der Ermittlungen erkannten die Behörden, dass die Ware auf Fuerteventura ankam und von dort aus verteilt wurde. Sie gelangte hauptsächlich an Einzelpersonen und in kleinere Geschäfte. Über die Pakete wurden die Ermittler auf vornehmlich chinesische Staatsbürger aufmerksam. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen sollen sie die Organisation angeführt haben.

Nach Angaben von Zoll und Polizei sei der Fälscher-Ring nahezu perfekt organisiert gewesen. Dennoch gelang es im Rahmen der Ermittlungen immer besser, die Hintermänner und ihre Verteiler auszukundschaften.

Demnach gelangten die Waren über das Lager auf Fuerteventura schnell an die unterschiedlichen Einrichtungen des Archipels sowie an eigenständige Vertriebler. Diese hätten dann wiederum Unternehmen beliefert, hieß es.

100 Ermittler kundschaften Produkt-Piraten auf den Kanarischen Inseln aus

Seit Juni waren rund 100 Personen mit den Ermittlungen betraut gewesen. Sie wurden aus Teneriffas Hauptstadt heraus koordiniert und bezogen sich hauptsächlich auf Einsatzorte und Vergehen auf Fuerteventura und Teneriffa.

All das mündete in dieser Woche in mehrere zeitgleiche Razzien in drei Wohnungen, vier Lagerhäusern und 14 Geschäften. Gefunden wurden dabei fünf Tonnen gefälschter Produkte anerkannter Marken. Darunter befinden sich laut Polizeiangaben Taschen, verschiedene weitere Lederwaren, Kleidung, Sonnenbrillen, Uhren und diverse Mode-Accessoires.

In Summe konnten bisher rund 250.000 Gegenstände im Wert von mehr als 222 Millionen Euro katalogisiert werden. Die Analyse finde in zwei Lagern statt und sei noch nicht abgeschlossen, hieß es bei der Präsentation der bisherigen Ermittlungsergebnisse.

Die 17 Festgenommenen müssen sich wegen mehrerer Straftaten verantworten. Dazu gehören die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie der Handel mit gefälschten Waren und Geldwäsche. Die Ermittlungen dauern an.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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