Corona-Warnstufen: Teneriffa könnte Privilegien verlieren, Gran Canaria gewinnen


Die Regierung der Kanarischen Inseln berät am Sonntag über die neue Eingruppierung der einzelnen Inseln in die jeweiligen Warnstufen. Insbesondere Gran Canaria und Teneriffa müssen bis dahin um ihren Status bangen.

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Teneriffa könnte am Sonntag einige Privilegien verlieren. Die größte der Kanarischen Inseln weist seit mehreren Tagen eine steigende Inzidenz auf. Gran Canaria hingegen setzt den positiven Kurs fort und könnte dadurch Erleichterung erfahren.

Die Kumulative Inzidenz (CI), also die Zahl der Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in einem Zeitraum von sieben Tagen, liegt kanarenweit nur noch knapp oberhalb des Schwellwerts, der gemeinhin als Richtwert für Reisewarnungen herangezogen wird. Zuletzt fiel die CI um knapp fünf Punkte auf 49. Die allgemeine Reisewarnung für die Kanarischen Inseln wird nicht zuletzt durch die Verknüpfung mit Spanien wohl vorerst bestehen bleiben. Es lohnt jedoch ein Blick auf die einzelnen Inseln.

Teneriffa könnte herunter-, Gran Canaria hochgestuft werden

Teneriffa war in der vergangenen Bewertung aufgrund vorbildlicher Zahlen in die niedrigste Warnstufe eins versetzt worden. Damit einher gingen diverse Erleichterungen, wie beispielsweise die Erlaubnis für mehr Personen, an einem Tisch im Restaurant oder auch bei privaten Treffen zusammenkommen zu dürfen. Doch dieser Status wackelt nun.

Schrittweise war die Inzidenz Teneriffas von knapp unter 30 auf nun 41,3 gestiegen. Die Regierung der Kanarischen Inseln beobachtet den Trend bis Sonntag. Sollte der Wert weiter steigen, könnte eine Versetzung der Insel in Stufe zwei die Folge sein.

Gran Canaria würde sich genau darüber freuen. Die Nachbarinsel rangiert derzeit in der dritten Warnstufe und hat Aussicht auf eine Versetzung nach oben. Der Grund ist simpel: Die Insel sank den Wert in den vergangenen 17 Tagen von knapp über 121 auf inzwischen weniger als 54 – bei weiter fallender Tendenz. Fuerteventura und El Hierro hoffen unterdessen, auf Stufe eins gehoben zu werden.

Entscheidung über neue Corona-Stufen für die Kanaren fällt am Sonntag

Bis Sonntagabend verbleiben die Inseln jedoch zunächst in ihren jeweiligen Warnstufen. Dann endet die Sonderbehandlung, die von der Regierung über die Karnevalstage ausgerufen wurde. Um unter anderem private Feiern zu unterbinden, wurden spezielle Verbote ausgesprochen. Zudem galt eine pauschale Ausgangssperre über alle Inseln ab 22 Uhr.

Regierungssprecher Julio Pérez begründete die Entscheidung, bis Sonntag zu warten, mit den guten Ergebnissen, die zuletzt erreicht wurden. Zudem wolle die Regierung die aktuellen Trends so lang wie möglich validieren können.

„Am Sonntag wird Gesundheitsminister Blas Trujillo über die Änderungen berichten, die dann höchstwahrscheinlich in der Nacht zu Montag in Kraft treten werden“, sagte Pérez nach dem EZB-Rat: „Es gibt einige Trends, die klar zu sein scheinen und die, wenn sie konsolidiert werden, eine Änderung der Warnstufen ermöglichen.“

Kanaren-Regierung über Teneriffas Corona-Entwicklung besorgt

Besorgt sei die Regierung hingegen über die Zunahme der Infektionen auf der größten Kanaren-Insel. „Auf Teneriffa gibt es Anlass zur Sorge“, sagte Pérez. Neben der Zunahme absoluter Corona-Fälle sei auch das prozentuale Wachstum der Intensiv-Patienten in den Krankenhäusern ein Problem. Mit 13,6 Prozent aller belegten Plätze auf Intensivstationen befinde man sich nahe dem Schwellwert für ein hohes Risiko. Dieser liegt bei 15 Prozent.

Als sicher gelte, dass Lanzarote vorerst in der höchsten Warnstufe vier verbleibe, sagte der Regierungssprecher weiter. Zwar sank die Inzidenz zuletzt deutlich auf nun knapp 130, die Belegung der Intensivbetten liege dort jedoch bei 33 Prozent, was eine Erleichterung der Einstufung unmöglich mache.

Immerhin sei die Zahl der durch zwei Impfungen immunisierten Personen deutlich gestiegen. Die Kanarischen Inseln verzeichnen demnach nun knapp 50.000 grundimmunisierte Einwohner. Damit sei die Rate auf knapp 3,6 Prozent aller für die Corona-Impfung vorgesehenen Personen gestiegen. „Wir impfen mit hoher Geschwindigkeit“, sagte ein sichtbar zufriedener Pérez, der den Vorsprung gegenüber dem spanischen Durchschnitt (2,5 Prozent) als Erfolg verbuchte.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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