Kanaren: 37.000 Personen mit Astrazeneca geimpft – keine Zwischenfälle


Die Impfung mit Astrazeneca ist spanienweit ausgesetzt worden. Auf den Kanarischen Inseln gab es bisher keine Zwischenfälle. Das Vakzin löste lediglich Impfreaktionen aus. Diese gehören zu den normalen Nebenwirkungen.

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37.166 Personen ist auf den Kanarischen Inseln der Corona-Impfstoff von Astrazeneca verabreicht worden. Nun ruhen die Impfungen. Das Vakzin gilt als umstritten. Einige Experten kritisieren die Pause.

Zwischenfälle habe es nicht gegeben. So lautet das Resümee der kanarischen Gesundheitsbehörden. Dennoch wurde die Impfung mit Astra Zeneca ausgesetzt. Damit erfüllen die kanarischen Gesundheitsbehörden eine Vorgabe aus Madrid.

Bisher waren keine Personen über 55 Jahren mit dem Vakzin geimpft worden. Es wurde für Menschen in den Impfgruppen drei und sechs verwendet. Diese umfassen medizinisches und nicht-medizinisches Personal.

Die Direktorin der spanischen Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (AEMPS), María Jesús Lamas, sagte, dass Komplikationen aufgrund der Impfung „höchst unwahrscheinlich“ seien. Mit dem Vakzin geimpfte Personen könnten beruhigt sein.

Astra Zeneca hatte aus verschiedenen Gründen von Beginn an mit einem schlechten Image zu kämpfen. Dazu zählte beispielsweise, dass aufgrund fehlender Daten zu Beginn empfohlen worden war, den Impfstoff nicht an Über-65-Jährige zu vergeben. Daraus wurde fälschlicherweise abgeleitet, dass dieser nicht für ältere Menschen geeignet sei.

Der nun zur Pause führende Faktor ist ein mögliches Thrombose-Risiko, das auf den Impfstoff zurückgeführt wurde. Ob die Blutgerinnsel bei den bisherigen Fällen tatsächlich im Zusammenhang mit dem Impfstoff stehen, ist bisher nicht bekannt.

Kontroverse über Astrazeneca-Impfstoff auch in Deutschland

Schnell entbrannte eine Diskussion über Nebenwirkungen. So twitterte beispielsweise die deutsche SPD-Europaabgeordnete Katarina Barley: „Die neueste Generation der Antibabypille hat als Nebenwirkung Thrombosen bei acht bis zwölf von 10.000 Frauen. Hat das bisher irgendwen gestört?“ Das Risiko, dass durch Astrazeneca eine Thrombose ausgelöst werde, liegt laut dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach „in der Größenordnung von 1 zu 100.000 oder weniger“.

Die deutsche Bundesregierung schreibt zu der aktuellen Diskussion: „Es ist richtig, dass für Anti-Baby-Pillen Thrombosen, auch mit tödlichem Verlauf, als sehr seltene Nebenwirkung bekannt sind.“ Jede Frau müsse „von der verordnenden Ärztin/Arzt über das Risiko aufgeklärt werden. Für die AstraZeneca-Covid-19-Impfung ist die seltene Nebenwirkung einer Sinusvenenthrombose mit teils tödlichem Verlauf bisher nicht in der Patienteninformation aufgeführt (…). Vertrauen und Transparenz sind bei Arzneimittelverordnung immer wichtig, bei Impfungen wegen der breiten Anwendung bei Gesunden aber ganz besonders.“

Kanaren pausieren Corona-Impfung mit Astrazeneca für 15 Tage

Auf den Kanaren soll die Impfung mit Astrazeneca zunächst ausgesetzt werden. Laut einer Ankündigung des Direktors des Zentrums für die Koordinierung von Alarmen und Gesundheitsnotfällen auf den Kanarischen Inseln, Fernando Simon, soll der Stopp zunächst für 15 Tage gelten.

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Über den Autor

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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